Zahlen zur europaweiten Verbreitung von Diabetes

Von Moskau bis Lissabon: Diabetes in Europa

Wussten Sie, dass die Zahl der Menschen mit Diabetes europaweit auf 58 Millionen geschätzt wird? Das entspricht einem Anteil von etwa 6,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung Europas. Anders ausgedrückt: Jeder Zwölfte Europäer hat Diabetes. Mehr über Zahlen rund um Diabetes in Europa erfahren Sie hier.

Diabetes ist in Europa weit verbreitet
In Europa leben schätzungsweise 58 Millionen Menschen mit Diabetes.

Was haben Deutschland, Polen und Ungarn in Bezug auf Diabetes gemeinsam? In allen drei Ländern hat die Zahl der Menschen mit Diabetes in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein anderes Bild ergibt sich in Österreich und Rumänien. Dort lebten 2017 weniger Menschen mit Diabetes als im Jahr 2015. Warum die Zahlen in Deutschland steigen und in Österreich sinken, ist schwer zu sagen. Viele Einflussfaktoren spielen dabei eine Rolle: Vermutlich entscheidend sind Unterschiede in der Lebensqualität, der medizinischen Versorgung, den kulturellen Essgewohnheiten oder schlichtweg in der Art der Dokumentation der auftretenden Diabetes-Fälle.

Die Zahl der Menschen mit Diabetes ist in den einzelnen europäischen Ländern genauso unterschiedlich wie die  Nationen selbst. Längerfristige Prognosen gehen davon aus, dass die absolute Zahl der Menschen mit Diabetes bis zum Jahr 2040 um 13 Millionen zunehmen wird. Hauptfaktor für diese Schätzung ist die Zunahme der Bevölkerung.

Allerdings: Der Anteil der Menschen mit Diabetes an der Gesamtbevölkerung Europas soll in den nächsten 26 Jahren gleichbleiben. Kurzfristige Schwankungen der letzten Jahre zeigen auch, dass es keinen ständigen Trend nach oben gibt: So ist im Jahr 2017 die Zahl der Menschen mit Diabetes in ganz Europa im Vergleich zu 2015 um etwa 2 Millionen Menschen gesunken.

Europäische Länder im Vergleich
Wo leben die meisten Menschen mit Diabetes in Europa? Spitzenreiter ist Russland mit rund 8,5 Millionen. Knapp dahinter folgt Deutschland (7,5 Millionen). Den dritten Platz belegt die Türkei mit knapp 6,7 Millionen Erkrankten.

Auch hier zeigt sich ein anderes Bild, wenn der Anteil der Menschen mit Diabetes an der Gesamtbevölkerung eines Landes betrachtet wird. Hier liegt Russland nicht auf Platz eins, sondern mit 7,9 Prozent deutlich unter dem Prozentsatz in Deutschland mit 12,2 Prozent. Und weiter im Süden? Malta und Serbien gehören zu den Spitzenreitern, Portugal belegt mit fast 14 Prozent den undankbaren ersten Platz. Ob nun Süden oder Norden, warme Mittelmeerluft oder Durchschnittsklima – es lassen sich scheinbar keine besonderen Muster in der Verteilung des Diabetes hinsichtlich der geografischen Lage oder des Klimas der Länder erkennen.

Jenseits der Statistik: Dunkelziffern
Die europaweiten Statistiken aus dem Diabetes-Atlas können nur die diagnostizierten und damit registrierten Fälle von Diabetes abbilden. Doch was ist mit den Menschen, die bisher durch keine Statistik erfasst wurden beziehungsweise nichts oder noch nichts von ihrem Diabetes wissen? Sogenannte Dunkelziffern versuchen die Anzahl der Menschen mit Diabetes zu schätzen, die noch keine Diagnose erhalten haben. In den einzelnen Ländern Europas herrschen auch hier starke Unterschiede: Das Land mit der höchsten Dunkelziffer ist Dänemark mit 66 Prozent. Fast zwei Drittel der Dänen mit Diabetes wissen noch nichts von ihrer Krankheit. Deutschland liegt mit einem Anteil von 38 Prozent im Mittelfeld. An den Europameister kommen wir aber nicht heran: Ungarn ist das Land mit der anteilsmäßig geringsten Dunkelziffer – nur etwa 17 Prozent, der Menschen mit Diabetes sind bisher nicht diagnostiziert worden. Es darf also gehofft werden, dass sich auch die deutsche Gesundheitspolitik zukünftig noch stärker mit dem Thema Diabetes beschäftigt.