Wandern: Ideal für Menschen mit Diabetes

Müllers Lust

Wandern macht gute Laune, entspannt – und kann Ihre Blutzuckerwerte positiv unterstützen. Schnüren Sie Ihre Wanderstiefel und entdecken Sie die schönsten Strecken direkt vor Ihrer Haustür! Wir haben wichtige Informationen und Anregungen für Ihre Wandertour zusammengestellt.

Wandern bei Diabetes
Wandern macht Spaß und ist – gerade bei Diabetes – gesund.

Ob Einsteiger oder Wanderprofi - schöne Strecken liegen direkt vor Ihrer Haustür und verlocken zu entspannter Bewegung an der frischen Luft. Auch für die Gesundheit bringt Wandern positive Effekte mit sich: Durch die gleichmäßige Gangart wird der Blutzuckerspiegel langsam und nachhaltig gesenkt, die Muskeln werden trainiert, Knochen und Bänder stabilisieren sich. Auch das Immunsystem profitiert, denn Wandern verbessert die Durchblutung und lässt mehr Abwehrzellen in Lunge und Schleimhäute gelangen.

Voll im Trend

Wandern hat längst den verstaubten Ruf der Vergangenheit abgelegt – die Zahl der begeisterten Wanderfans steigt besonders in den letzten Jahren immer weiter an. Kein Wunder: Wandern ist unkompliziert und preiswert. Es ist in jedem Alter und auf jedem Fitness-Level möglich, die Grenze zwischen Spaß und Sport ist fließend – sowohl Tempo als auch die Länge der Routen können ganz nach eigenem Belieben gewählt werden.

Schöne Strecken und Ziele erhöhen die Attraktivität – wer mag, kann aus diesem Hobby viele kleine Urlaube über das ganz Jahr verteilen. Das Netz ausgeschilderter Wanderwege wird stetig erweitert und verbessert: Mehr als 200.000 km Wanderwege durchziehen das Land – zum Teil neu angelegt, zum Teil Jahrhunderte alt. Besonders schöne Strecken finden Sie zum Beispiel in der Auflistung der Premiumwege des Wanderinstitut e.V. Von Küsten über Wälder bis ins Alpenvorland können Sie die Länge Ihrer Wanderung flexibel planen: Es gibt unzählige ausgeschilderte Wege für Ein-Tages-Touren (2 – 6 Stunden reine Gehzeit), aber auch für Touren über mehrere Tage.

Das Diabetes-Equipment

Bei einer Wanderung ist Ihr Diabetes-Equipment natürlich mit von der Partie. Bedenken Sie mögliche Temperatureinflüsse auf Ihr Insulin: Insulin sollte niemals über eine längere Zeit direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Die Lagerungstemperatur sollte 25 Grad Celsius nicht überschreiten, kurzfristig sind aber auch Temperaturen um die 30 Grad noch nicht problematisch. Kritisch wird es ab 40 Grad Celsius, was bei Wanderungen in unseren Regionen eher selten vorkommen dürfte. Trotzdem können Sie gerade bei mehrtägigen Touren in den Sommermonaten mit in einer Kühltasche oder einem Styroporbehälter auf Nummer sicher gehen. Wenn Sie Freude an Winter-Wanderungen haben, sollten auch hier die Temperaturen im Blick behalten werden, denn: Insulin darf nicht gefrieren.

Schützten sie es am besten durch Tragen am Körper und in den körpernahen Innentaschen Ihrer Kleidung.

Unterwegs sollten Sie außerdem Ihre Blutzuckerwerte im Blick behalten, um Schwankungen durch die körperliche Anstrengung frühzeitig entgegenzuwirken. Für ein schnelles und unkompliziertes Messen eignet sich besonders ein Blutzuckermesssystem wie Accu-Chek Mobile, das Messgerät, Stechhilfe und Teststreifen in einem Gerät kombiniert. Es ist so schnell griff- und einsatzbereit, um ohne große Unterbrechung auf dem Weg zu messen.

Essen und Trinken

Ein voller Bauch marschiert nicht gern: Bevorzugen Sie leichte Kost, bevor Sie sich auf den Weg machen. Ideal sind Mahlzeiten mit lang wirksamen KE, z.B. Vollkornbrot. Als Proviant für unterwegs eignen sich Nüsse, Datteln oder Obst sowie Vollkornbrot mit Salat, Käse oder fettarmer Wurst. Und ganz wichtig: Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit mit - und trinken Sie vor allem auch regelmäßig. Am besten Wasser, Saftschorlen oder Tee. Für den Fall einer Unterzuckerung gehören natürlich schnell wirksame KE in Form von Traubenzucker, Müsliriegel oder Fruchtsaft in den Rucksack. Aber Achtung: Diese Snacks sind zum Teil sehr zuckerhaltig, daher auch hier das Blutzuckermessen nicht vergessen.

Die Wanderschuhe

Ihre Füße werden bei einer Wanderung intensiv beansprucht. Wählen Sie deshalb Wanderstiefel, die über den Knöchel gehen und dadurch optimalen Halt auf unebenen Wegen bieten. Auch hier können Sie – je nach Ihren Anforderungen an die Qualität – zwischen verschiedenen Modellen und Preisstufen auswählen. Nehmen Sie sich zum Anprobieren ausreichend Zeit, damit Ihre Füße auch längere Wandertouren ohne Probleme überstehen. Die Füße dehnen sich nämlich im Laufe der Wanderung aus, beim Abwärtslaufen werden sie im Schuh leicht nach vorne rutschen – für beides muss genügend Platz sein. Um Blasen und wunde Stellen zu vermeiden, sind Wandersocken aus speziellem Material von Vorteil. Sie sind an den wichtigen Stellen verstärkt und sorgen für ein besonders angenehmes Gefühl im Schuh. Wie Sie Wanderschuhe richtig schnüren und einlaufen, können Sie sich übrigens hier noch einmal genau zeigen lassen.

Der Rucksack

Nach ein paar Kilometern spürt man auch anfänglich noch leichtes Marschgepäck. Nur das wirklich Notwendigste mitzunehmen, ist daher immer der erste Gepäck-Tipp. Damit Ihr Rücken nicht unnötig belastet wird, ist auch ein passender Rucksack wichtig. Wenn Sie für mehrere Tage packen oder einen größeren Wasservorrat mitnehmen, sollten Sie auf jeden Fall zu einem Wanderrucksack mit Hüftgurt zurückgreifen: Der sorgt dafür, dass das Gewicht auf Ihrer Hüfte und nicht auf den Schultern ruht.

Wanderstöcke

Bei längeren Touren oder bei Strecken mit anspruchsvollem Höhenprofil durch viele Auf- und Abstiege empfehlen sich auf jeden Fall Wanderstöcke. Diese helfen, die Belastung gleichmäßiger auf den Körper zu verteilen und geben zwischen Steinen und Geröll zusätzlichen Halt.