Tipps für die närrischen Tage

Helau, Alaaf und Ahoi!

Ob Sie bei kalten Temperaturen einen Umzug anschauen oder zwischen Konfetti und Luftschlangen das Tanzbein schwingen: Damit Ihr Diabetes auch während der 5. Jahreszeit nicht närrisch wird, sollten Sie einige Dinge beachten – besonders, wenn Sie vielleicht das ein oder andere Gläschen trinken möchten.

Tipps für die närrischen Tage - Diabetes und Alkohol
Mit Diabetes in der 5. Jahreszeit: Tipps fürs närrische Treiben

De Zoch kütt

Egal ob Kölner Karneval oder Alemannische Fastnacht: Höhepunkt des närrischen Treibens bildet vielerorts der Faschingsumzug. Wenn Sie sich das bunte Spektakel auch bei kalten Temperaturen nicht entgehen lassen möchten, sollten Sie dabei gut auf Ihr Diabetes-Equipment achtgeben. Ihr Insulin darf nicht gefrieren und Ihr Blutzuckermessgerät nicht der Kälte ausgesetzt sein – deshalb sollte auch das ausgefallenste Kostüm eine Möglichkeit bieten, beides nahe am Körper zu verstauen. Blutzuckermessen funktioniert am besten windgeschützt in der halb geöffneten Jacke (oder was sich bei Ihrem Kostüm dafür anbietet). Als Pumpenträger dürfen Sie außerdem nicht vergessen, auch Ihren Schlauch vor Kälte und dem Gedrängel der Umzüge zu schützen. Sie laufen selbst mit? Das kann sehr anstrengend sein und wie bei sportlichen Aktivitäten eine Anpassung der Insulindosis und zusätzliche Kohlenhydrate erfordern. Egal ob Sie Teil des Umzugs sind oder zuschauen: Auch wenn die Kamellen fliegen, sollten Sie vorsichtshalber eigene Snacks, Fruchtsaft oder Traubenzucker mitnehmen.

Die Faschingsparty

Sie gehören stets zu den ersten, die auf der Faschingsparty das Tanzbein schwingen? Prima! Bewegung schadet nie, und schon gar nicht, wenn man so viel Spaß daran hat. Als Pumpenträger oder ICT-Patient müssen Sie Ihre geplante Insulindosis für diesen Tag entsprechend anpassen. Auch als absoluter Tanzmuffel ist es in der närrischen Zeit nicht auszuschließen, dass Sie sich spontan hinreißen lassen, wie der sprichwörtliche Lumpen am Stecken zu tanzen. Deshalb sollten Sie Sport-KEs in Griffweite haben, um gegebenenfalls Ihren veränderten Kohlenhydratbedarf auszugleichen. Dafür eignen sich dem Anlass entsprechend zum Beispiel Salzstangen und Kräcker. Und immer im Hinterkopf behalten: Gelöste Stimmung und laute Musik führen schnell dazu, dass man die Anzeichen einer Unterzuckerung übersieht. Vor allem, wenn dazu der eine oder andere Tropfen Alkohol fließt.

Wenn der Sultan Durst hat …

Ein kleiner Rausch macht manchmal Spaß, tut aber nicht immer gut – das weiß jeder, der schon einmal mit einem unangenehmen Kater aufgewacht ist. Besonders im Zusammenhang mit Diabetes kann zu viel Alkohol gefährlich werden: Die Ausschüttung des Glycogen-Depots der Leber steuert normalerweise sinkendem Blutzucker entgegen. Während der Körper Alkohol abbaut, wird dieses Depot nicht erneuert. Dadurch kann es bis zu 30 Stunden später zu schweren Unterzuckerungen kommen. Wenn Sie also auf der Faschingsparty etwas trinken möchten, dann sollten Sie ausreichend langsame Kohlenhydrate dazu essen. Tanzmariechen aufgepasst: Ausgelassenes Tanzen kann – wie jede körperliche Aktivität – die blutzuckersenkende Wirkung des Alkohols zusätzlich unterstützen.

Bei der Getränkewahl empfehlen sich trockene Weine oder extratrockene Sektsorten. Versuchen Sie, zuckrige Cocktails und Alcopops zu vermeiden: Die enthalten neben viel Alkohol auch schnell wirksame Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel für kurze Zeit nach oben schießen lassen. Harte, ungemischte Drinks haben zwar weniger Kohlenhydrate, dafür aber noch mehr Alkohol – es kommt noch schneller zu einer Überforderung der Leber und dadurch zur Unterzuckerung. Bei Bier ist die Lage etwas anders: Der enthaltene Malzzucker liefert ordentlich Kohlenhydrate und reduziert damit unter Umständen den Bedarf an zusätzlichen KEs in Form von Snacks. Wenn man auf die eigene Linie achten möchte, ist Bier allerdings auch nicht das Getränk der Wahl.

Ganz wichtig: Jeder Mensch mit Diabetes reagiert anders auf Alkohol. Beobachten Sie Ihren Blutzuckerspiegel durch regelmäßiges Messen während und nach der Party. Vor dem Schlafengehen sollte er zwischen 150 und 180 mg/dl liegen - das ist jedoch nur ein ungefährer Richtwert. Genaueres zum Thema Alkoholgenuss können Sie auch offen mit Ihrem Diabetologen besprechen.