Einmaleins des Insulinspritzens

Eine Frage der Technik

Für Diabetes-Frischlinge aber auch für alte Hasen, die ihr Wissen mal wieder auffrischen möchten: Hier gibt's die 7 wichtigsten Regeln für eine gute Spritztechnik.

Insulin spritzen Diabetes Eine Frage der Technik
Auch beim Insulinspritzen: Alles eine Frage der Technik und der Ausrüstung

1. Geschwenkt, nicht geschüttelt!

Trübes Misch- oder Verzögerungsinsulin sollte leicht gemischt werden, bevor es losgeht. Dazu nicht wie einen Cocktail schütteln, sondern ungefähr 20 Mal vorsichtig auf- und abschwenken.

2. Schön Abstand halten

Halten Sie bei der Wahl der Spritzstelle mindestens zwei Zentimeter Abstand von Ihrem Bauchnabel. Auch Verhärtungen, Verdickungen, blaue Flecken, Leberflecken, Schwangerschaftsstreifen und Narben sollten Sie vor der Nadel verschonen.

3. Bauch, Beine, Po? Die richtige Stelle finden

Schnell wirksames Insulin wird in den Bauch gespritzt. Für Insulin, das langsam wirken soll, nutzen Sie am besten eine Stelle am Oberschenkel oder am Gesäß. Bei Mischinsulin können Sie sich von Ihrem Diabetologen beraten lassen, welche Stelle sich am ehesten anbietet.

4. Fett statt Muskeln

Achtung: Egal ob Bauch, Beine oder Po - Insulin sollte immer ins Fettgewebe gespritzt werden. Im gut durchbluteten Muskelgewebe flutet es viel schneller an und kann zu Blutzuckerschwankungen und gegebenenfalls zu einer Unterzuckerung führen.

5. Kürzer ist besser

Damit sich das Insulin gut im Unterhautfettgewebe verteilen kann, sollten Sie eine Hautfalte bilden – das fällt am Bauch in der Regel am leichtesten. Mit einer kurzen Nadel (zum Beispiel 4mm) können Sie jedoch meistens auf eine Hautfalte verzichten – ideal für Regionen, in denen sich eine Falte nur schwer bilden lässt oder die Sie nicht mit beiden Händen gleichzeitig erreichen. Da die Dicke der Haut bei Menschen fast jeden Alters und Gewichts bei unter 4 Millimetern liegt, geht der Trend zur kürzeren Nadel. Hier besteht auch weniger Gefahr, dass die Nadel beim Spritzen abknickt. Die neuen Accu-Fine Pen-Nadeln ermöglichen zudem dank der speziellen Gleitbeschichtung eine besonders schmerzarme Insulinabgabe.

6. Tapetenwechsel

Sie sollten Ihre Einstichstellen regelmäßig wechseln, um Verhärtungen und Verdickungen zu vermeiden. Achten Sie darauf, mindestens zwei Finger breit Abstand zwischen der alten und der neuen Stelle zu halten. Hilfreich ist das sogenannte Rotationsschema: Man unterteilt den Bereich um den Bauchnabel oder die Oberschenkel in 4 Quadranten und wechselt den Quadranten im Uhrzeigersinn jede Woche.

7. Einmalige Angelegenheit

Insulinnadeln sind Einmalartikel und verlieren bei der Wiederverwendung Sterilität und Funktion: Sie werden mit jeder Injektion stumpfer und diese wird dadurch schmerzvoller. Werfen Sie die Nadeln deshalb nach dem Gebrauch weg und nehmen Sie für jede Injektion eine neue. Am besten eignet sich zum Wegwerfen eine spezielle Abwurfbox, in der Sie die Nadeln sammeln können. Ist die Abwurfbox voll, kann sie ganz einfach und ohne Verletzungsgefahr im Hausmüll entsorgt werden.