Hypoglykämien: Was sind die Symptome, was kann man tun?

Wenn die Hypo kommt

Für Menschen mit Diabetes sind Unterzuckerungen (Hypoglykämien) ein ständiges Risiko. Was hat es eigentlich genau damit auf sich, wie erkennt man sie und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Hypoglykaemie - Unterzuckerung: Was sind die Symptome, was kann man tun?
Bei einer Hypoglykämie gehen die Werte schnell bergab – Symptome zu erkennen und zu wissen, was zu tun ist, ist daher umso wichtiger.

Laien denken bei Diabetes vor allem an zu hohe Blutzuckerwerte – also Hyperglykämien. Was hat es mit ihrem Gegenteil, den Hypos, auf sich und wieso sind die so gefährlich?

Hypoglykämie: Definition, Symptome und Risikogruppen

Von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) spricht man ab Blutzuckerwerten von 70 mg/dl, beziehungsweise 3,9 mmol/ml. Die Symptome sind zwar individuell, aber im Allgemeinen beginnt eine Hypo mit Kreislaufbeschwerden wie Schwitzen, Zittern, Herzrasen, Blutdruckanstieg und Blässe. Hinzu kommt Heißhunger, vor allem auf Süßes. Im weiteren Verlauf können Seh- und Sprachstörungen sowie allgemein schwere Konzentrationsschwierigkeiten auftreten. Eine Stufe weiter hat man es mit Verhaltensstörungen (oft Aggressivität, aber auch Depressionen oder Panikattacken), Bewusstseins- und Koordinationsstörungen zu tun. Im Extremfall kann eine schwere Hypo lebensgefährlich sein.

Menschen ohne Diabetes und sonstige Krankheiten haben praktisch kaum ein Unterzuckerungsrisiko. Wenig wahrscheinlich sind Unterzuckerungen auch bei Typ-2- oder Schwangerschaftsdiabetes, wenn weder mit Insulin noch mit Tabletten (Orale Antidiabetika – OAD) behandelt wird. Dass auch bei einer OAD-Therapie keinerlei Hypo-Risiko besteht, ist ein weit verbreiterter Irrtum: Einige Tabletten (z.B. Sulfonylharnstoffe) können zu einer Unterzuckerung führen. Bei einer Insulintherapie ist das Risiko für Hypos größer – daher ist die am stärksten betroffene Gruppe auch die der Menschen mit Typ-1-Diabetes.

Die klassischen Faktoren, die zu Hypoglykämien führen können, sind:

  • Eine ausgefallene Mahlzeit, für die bereits Insulin gespritzt wurde
  • Zuviel Insulin durch zu hohe Kohlenhydrat-Schätzung einer Mahlzeit
  • Starke körperliche Aktivität
  • Ein zu hoher KE-/ Korrektur-Faktor
  • Eine zu hohe Basalrate
  • Alkoholgenuss
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

Hypo-Situationen vorbeugen und vermeiden

Sport bzw. Bewegung allgemein ist aus vielen Gründen ein häufiger Grund für Unterzuckerungen. Auch Aktivitäten wie Rasenmähen oder der Hausputz können zu Hypos führen. Bei Sport und Bewegung ist die Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen erhöht. Falls Sie eine Insulintherapie durchführen, gilt es also die Insulin-Dosis zu verringern: bei einer Therapie mit Pen z. B. durch eine Reduzierung des KE-Faktors am Mittag, falls Sie spontan Sport treiben. Wenn Sie dazu nicht gekommen sind: Unbedingt etwas essen, das lang wirkende Kohlenhydrate enthält, z.B. Vollkornbrot, Müsli oder Müsliriegel. Im Fall einer Insulinpumpentherapie können Sie die Basalrate senken – oder eben auch zu lang wirkenden Kohlenhydraten greifen.

Generell ist es wichtig, dass Sie auf Ihren Blutzucker achten, wenn Sie sich bewegen. Vor und während des Sports den Blutzucker messen ist unbedingt ratsam, auch danach sollten die Werte im Auge behalten werden: Der sogenannte Muskelauffülleffekt kann bis zu 72 Stunden zu einer Unterzuckerung führen. Langsam wirkende Kohlenhydrate am Abend können dem vorbeugen. Mehr über den Zusammenhang zwischen Sport und KEs können Sie hier erfahren. Für den Fall, dass Sie in Richtung Hypoglykämie rutschen, sollten Sie schnell wirkende Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Fruchtsäfte bereithalten. So ein kleiner Vorrat ist auch außerhalb des Sports vorteilhaft – und kann zum Beispiel in Form dieses Notfall-Traubenzucker-Anhängers zum Selbermachen überallhin mitgenommen werden.

Nächtliche bzw. verspätete Unterzuckerungen können die Folge von Alkoholgenuss sein. Der Grund: Solange die Leber mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist, kann sie nicht gleichzeitig Glukose ins Blut abgeben, um einem sinkenden Blutzuckerspiegel entgegenzusteuern. Als Folge sind Unterzuckerungen bis zu 30 Stunden später möglich.

Falls Sie auf Grund von Sport, Alkohol oder allgemein häufigeren nächtlichen Hypoglykämien oft nachts den Blutzucker messen müssen: Empfehlenswert ist ein Blutzuckermessgerät mit beleuchtetem Teststreifeneinschub, wie Accu-Chek Guide. So können Sie leichter im Dunkeln messen, ohne Ihren Partner durch helles Licht zu wecken.

Sie haben täglich Hypos und wissen nicht, woran das liegt? Dann sollten Sie vielleicht mal wieder Ihre KE und Korrekturfaktoren überprüfen. Dazu führen Sie zunächst einen Basalratentest durch. So stellen Sie auch gleichzeitig sicher, dass ihr aktueller Insulin-Grundbedarf korrekt ist.

Was tun, wenn doch eine Hypo kommt?

Wenn Sie das Gefühl einer Unterzuckerung verspüren, gilt immer: Erst messen, dann essen! Meist hilft im ersten Moment ein bis zwei KE. Wie oben geschrieben eignen sich z.B. Traubenzucker oder süße Getränke wie Fruchtsaft. Dagegen hat Schokolade zu viel Fett, der Blutzucker steigt nicht schnell genug. Falls möglich, sollte dann auch der Blutzucker gemessen werden. Das Blutzuckermessgerät Accu-Chek Guide macht das Messen auch mit zitternden Fingern und unsicherer Motorik leichter: Die innovative Teststreifenbox ermöglicht es, die Teststreifen gerade in solchen Hypo-Momenten leichter zu handhaben. Die Teststreifen sind ordentlich aufgereiht, lassen sich so leichter entnehmen und fallen auch nicht aus der Box heraus, wenn diese mal umkippt. Zudem können Sie durch die Schutzfolie sogar die obere Seite des Teststreifens berühren. Die besonders breite Blutauftragsfläche saugt wie ein Schwamm und macht das Messen zusätzlich leichter. Das Blutzuckermessgerät können Sie hier unentgeltlich testen.

Für alle (Hypoglykämie) Fälle:

  • Wenn Sie merken, dass eine Hypo im Anmarsch ist, verständigen Sie jemanden in Ihrer Nähe, der eventuell ein Auge auf Sie werfen kann
  • Tragen Sie am besten immer einen Diabetikerausweis bei sich, damit Außenstehende im Notfall Ihren Zustand einschätzen können
  • Bei Bewusstlosigkeit muss unbedingt ein Arzt gerufen werden

Wenn Sie Insulintherapie durchführen, kann Ihnen Ihr Arzt bzw. Diabetologe ein Glucagon-Injektionsset verordnen. Dies kann bei einer schweren Unterzuckerung injiziert werden – natürlich vorausgesetzt, dass das Set greifbar und jemand (Familienmitglieder oder Arbeitskollegen) in der Nähe ist, der von Ihrem Arzt im Erkennen einer Unterzuckerung und der Handhabung einer Glucagon-Injektion geschult wurde.