Glutenfrei essen mit Diabetes

Tschüss Pizza!

Gluten werden allerlei schlechte Eigenschaften nachgesagt – doch was ist dran an den Gerüchten und wie funktioniert glutenfreie Ernährung überhaupt? Wir klären außerdem, ob es Gründe gibt, sich auch ohne Glutenunverträglichkeit glutenfrei zu ernähren.

 Glutenfrei essen mit Diabetes
Grundsätzlich spricht nichts gegen glutenfreie Ernährung mit Diabetes

Vor einigen Jahren noch fast unbekannt, jetzt in aller Munde: Gluten. Das natürliche Eiweiß kommt in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und anderen Getreidesorten vor – und damit in Lebensmitteln wie Brot, Nudeln, Müsli, Kuchen, Knödel, Malzkaffee und Bier. An Glutenunverträglichkeit, der sogenannten Zöliakie, leiden nur etwa ein Prozent der Menschen in Deutschland. Trotzdem wächst der Trend, glutenhaltige Lebensmittel komplett wegzulassen oder durch glutenfreie Alternativen zu ersetzen, die nun verstärkt in den Supermarktregalen auftauchen.

Böses Gluten?

Gluten steht - auch bei genereller Verträglichkeit - unter Verdacht, Beschwerden wie etwa Entzündungsreaktionen auszulösen. Negativ in Zusammenhang gebracht wird es auch immer öfter mit vielen Autoimmunerkrankungen – z.B. im Darm, bei Rheuma oder auch Typ-1-Diabetes. Auch wenn sich Vermutungen über mögliche Zusammenhänge häufen, konnte davon bisher noch nichts einwandfrei wissenschaftlich belegt werden.

Die Stärken der glutenfreien Ernährung

Brot, Pizza & Co aus der Ernährung zu streichen, hat zunächst und unbestritten einen Effekt auf die tägliche Kalorienbilanz: Die „G-free Diet“ – also die Gluten-freie Diät - ist in den USA deshalb als Abnehm-Methode voll in Mode. Auch in Deutschland verzichten immer mehr Menschen auf glutenhaltige Lebensmittel. Neben einer Auswirkung auf das Körpergewicht hoffen viele Menschen, mit dem Verzicht auf Gluten verschiedene Beschwerden im Magendarmbereich zu lindern. Die sogenannte Glutensensitivität ist bisher nicht als eigenes Krankheitsbild anerkannt, denn hier sind die Symptome wie Verdauungsbeschwerden oder Bauchschmerzen nicht so eindeutig wie bei Zöliakie. Betroffene berichten jedoch oft über eine Besserung bei Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel.

Glutenfreie Ernährung mit Diabetes – geht das?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, sich mit Diabetes glutenfrei zu ernähren. Menschen mit einer Zöliakie steigen oft einfach auf die glutenfreien Ersatzangebote um, die es in immer größerer Auswahl zu kaufen gibt. Wer sich jedoch bewusst für eine glutenfreie Ernährung entscheidet, zum Beispiel um Gewicht zu verlieren, sollte auf die Ersatzangebote verzichten. Die haben nämlich oft mehr Kalorien als ihre Vorbilder. Wenn man auch verstecktes Gluten meiden möchte, sollte man auf verarbeitete Nahrungsmittel wie Fast Food oder Fertiggerichte am besten komplett verzichten – bei diesen wird Gluten nämlich so gut wie immer als Dickungsmittel, Stabilisator oder Strukturverstärker verwendet. Eine glutenfreie Ernährung ist also am gesündesten, wenn man auf von Natur aus glutenfreie Lebensmittel setzt. Das sind zum Beispiel:

  • Obst und Gemüse
  • Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte
  • Eier
  • Kartoffeln
  • Hülsenfrüchte
  • Milch, Joghurt, Butter, Käse, Buttermilch
  • Marmeladen und Honig
  • Wasser und Säfte
  • Zucker, Salz, Kräuter
  • Wein, Sekt, Kaffee und Tee
  • Nüsse und Öle

Auch manche Getreidesorten sind von Natur aus glutenfrei:

  • Reis und Wildreis
  • Hirse und Sorghum
  • Mais
  • Quinoa
  • Buchweizen
  • Amaranth
  • Teff

Wenn Sie diese Ernährungsform ausprobieren möchten, egal ob für einen Gewichtsverlust oder bei Verdacht auf Glutensensitivität, sollten Sie auf folgende Speisen verzichten:

  • Brot und Brötchen
  • Nudeln
  • Müsli
  • Pizza
  • Paniertes Fleisch
  • Bier
  • Kekse
  • Malzkaffee

Empfehlungen für die Diabetestherapie

Viele (aber nicht alle) Lebensmittel auf dieser Liste stehen eher für eine ungesunde Ernährung und sind dazu sehr reich an Kohlenhydraten. Grundsätzlich also keine schlechte Sache, wenn Kandidaten wie Pizza und Kekse weniger häufig oder sogar überhaupt nicht mehr auf dem Speiseplan stehen.

Bei einer Insulintherapie sind für die Ernährung mit natürlich glutenfreien Lebensmitteln in vielen Fällen etwas niedrigere Bolusmengen nötig Bei einer oralen Diabetestherapie lassen sich die Antidiabetika unter Umständen leicht herabsetzen, auch hier bespricht man sich am besten mit dem Hausarzt oder Diabetologen. Wenn man mit der Ernährungsumstellung startet, sollte auf jeden Fall öfter der Blutzuckerspiegel kontrolliert werden.