Das Eversense XL CGM System: Antworten auf die häufigsten Fragen

Steffs FAQ zum Langzeit-CGM System

Am 17. Oktober 2018 fand in Hannover eine Veranstaltung zum Eversense XL CGM System statt. Für Erfahrungsberichte aus der Praxis sorgte der Mediziner Dr. Biester – persönliche Erfahrungen lieferte Steff von www.diabetes-leben.com. Sie hat die Fragen, die vor Ort gestellt wurden und ihre Antworten zusammengefasst:

Steffs FAQ zum Eversense XL CGM System
Rede und Antwort zum Eversense XL CGM System: Steff und Dr. Biester.

Tut das Einsetzen des Sensors weh?
Nein, man merkt nichts davon. Der Körperbereich wird örtlich betäubt.

Wie verläuft das Einsetzten des Sensors?
Zum Einsetzen des Sensors zeigte Dr. Biester uns ein Video. Auf YouTube oder der offiziellen Seite zum Eversense XL CGM System findet ihr auch einiges dazu. Es ist wirklich kein großer Akt, dauert eine knappe Viertelstunde und tut, wie bereits erwähnt, nicht weh.

Hier berichtet Steff über ihre Erfahrungen beim Sport mit dem Eversense XL CGM System

Bleiben Narben? Wie verläuft der Heilungsprozess?
Der Heilungsprozess verläuft in der Regel sehr gut, bei jedem jedoch individuell, versteht sich. Eine kleine, jedoch kaum sichtbare Narbe kann zurückbleiben. Der Sensor hat eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten und kann nach einem Jahr wieder in die gleiche Hautstelle eingesetzt werden (also kann jeder zweite Sensor an die gleiche Stelle kommen).

Muss ich mir den Sensor am Oberarm einsetzen lassen oder kann ich mir auch eine andere Körperstelle aussuchen?
Offiziell zugelassen ist der Eversense XL Sensor nur am linken oder rechten Oberarm.

Einsetzen des Eversense XL Sensors: Laut Steff eine schmerzlose Sache von 15 Minuten
Einsetzen des Eversense XL Sensors: Laut Steff eine schmerzlose Sache von 15 Minuten.

DER EVERSENSE XL TRANSMITTER SAMT PFLASTER

Kann ich mit dem Transmitter schwimmen gehen?
Ja, der Transmitter ist für 30 Minuten und bis zu 1 m Wassertiefe wasserfest.

Kann ich mit dem Transmitter in die Sauna gehen?
Nein, aber es ist ja kein großer Akt, den Transmitter dafür kurze Zeit abzunehmen und danach wieder neu zu platzieren.

Verrutscht der Transmitter im Alltag oder beim Sport? Wie gut hält das Pflaster?
In der Regel hält das Pflaster den Alltagsbelastungen sehr gut stand. Beim Schwimmen und Jumping Fitness habe ich ein sichereres Gefühl, wenn ich es mit einer Armbinde fixiere bzw. mit Autsch&Go, ein Fixiertape, das nur auf sich selbst klebt. So verbleiben keine Klebereste auf dem Transmitter.

Kann ich die Stärke des Vibrationsalarms einstellen?
Nein, aber ich persönlich merke den Vibrationsalarm deutlich. Je nach Hypo-, Hyper- oder Akku-Alarm vibriert der Transmitter anders (etwa kurz, lang, dreimal oder zweimal). Die „Codes“ dafür hat man schnell raus. Die Warnung und Erinnerung sind zusätzlich auch auf dem Smartphone oder der Smartwatch abrufbar.

Wie oft und wie lange muss der Transmitter geladen werden?
Alle 36 Stunden muss der Transmitter geladen werden. In 10–15 Minuten ist er wieder voll aufgeladen.

Wie sieht das mit Pflasterallergie aus, ich reagiere oft allergisch auf die Pflaster?

Tatsächlich wechseln viele zum Eversense XL CGM System, da sie bei anderen CGM- oder FGM-Systemen allergisch auf das Pflaster reagiert haben. Mit Eversense XL ist das dank des acrylatfreien Silikonklebers oft Schnee von gestern. Außerdem verbleibt das Pflaster nur maximal 24 Stunden auf der Haut und kann jederzeit entfernt werden, was die Hautverträglichkeit nochmals verbessert.

Produziert Eversense XL mehr oder weniger Müll als andere CGM-Systeme?
Eversense XL produziert deutlich weniger Müll. Der Sensor braucht nur ca. alle 6 Monate gewechselt werden und benötigt keine Setzhilfe. Lediglich die Pflaster und die Pflasterfolie werden nach Einmalgebrauch weggeworfen. Zudem hat man mit Eversense XL gleich viel weniger „Diabetes-Gepäck“: auf Reisen benötigt man nur das Ladekabel, Pflaster und den Transmitter, der auf dem Oberarm klebt.

UND DIE MESSGENAUIGKEIT?

Wie genau misst das Eversense XL CGM System? Wie groß ist die MARD (= Mean Absolute Relative Difference = Abweichung vom tatsächlichen Blutzucker)?
Mit einer MARD von 11,4 Prozent führt Eversense XL zusammen mit einem Mitbewerber die Riege der Sensorgenauigkeit aller bisher auf dem Markt erhältlichen CGM-Systeme an. Auch Eversense XL möchte wie die meisten anderen CGM-Systeme richtig kalibriert werden, siehe dazu: Wie man richtig kalibriert.

Haben sich die Blutzuckerwerte der Träger durch das System gebessert?
Ja, das zeigte Dr. Biester mit Hilfe eines Diagramms an der Leinwand auf. Auch was passierte, als der Sensor nicht mehr unter der Haut lag bzw. das Eversense XL System nicht mehr genutzt wurde, weil sich die Krankenkasse geweigert hatte die Kosten nach der Testphase weiterhin zu erstatten. Hier war deutlich sichtbar, dass sich die Blutzuckerwerte wieder verschlechtert haben. Bei den Auswertungen wurden die einzelnen Werte herangezogen und zusätzlich der HbA1c-Wert.

EVERSENSE APP UND KOMPATIBILITÄT

Was hat die Eversense App zu bieten?

Die Alarmfunktionen sind in der Eversense App individuell auf die jeweilige Diabetes-Therapie einstellbar (auch Voralarme und Raten-Warnungen sind möglich). Die App ist übersichtlich gestaltet und zeigt neben dem aktuellen Wert und den Alarmen auch Trends, Muster, Berichte und Auswertungen an. Dabei kann der Patient Ereignisse dokumentieren, die den Blutzucker beeinflussen wie z.B. Mahlzeiten und Sport.

Optional können die Daten in einer Cloud hochgeladen und mit Freunden, Familie oder betreuenden Personen geteilt werden. Das erlaubt ihnen, den Glukoseverlauf aus der Ferne per Web-Browser oder der separaten Eversense NOW App zu beobachten. Diese ist derzeit jedoch nur für iOS erhältlich.

Es gab weiterhin viele Fragen zur Kompatibilität: welches Smartphone und welche Smartwatch mit Eversense XL denn kompatibel sei. Hier hat Roche eine Übersicht aller getesteten Geräte zusammengestellt, die mit Sicherheit kompatibel sind. Kurz gesagt: Alle gängigen iOS- und Android-Smartphones werden unterstützt (Stand Oktober 2018). Eversense NOW ist eine optionale App und läuft wie gesagt nur auf iOS-Geräten. Als Smartwatch kommt derzeit jedoch nur die Apple Watch in Frage, die aktuelle vierte Generation wird noch nicht unterstützt.

ZUM ALLTAG MIT EVERSENSE XL

Wie sieht ein typischer Tagesablauf mit Eversense XL aus?

Bei mir sieht er so aus:

  • Morgens stehe ich auf, lade meinen Transmitter, der über den Sensor am Arm aufgeklebt wird. Das Laden braucht keine 20 Minuten, währenddessen lege ich mir schon ein Pflaster zum Aufkleben zurecht.
  • Ist der Transmitter aufgeladen, nutze ich die Platzierungshilfe der Eversense App. Sie zeigt mir an, welche Stelle zum Aufkleben des Transmitters gut geeignet ist (Signal-Anzeige: schwach, gut, ausgezeichnet …).
  • Ich klebe ein doppelseitig haftendes Pflaster auf den Transmitter und dann auf die empfohlene Stelle am Oberarm.
  • Ich kalibriere mit einem Blutzuckermessgerät einmal morgens und einmal abends. Wie auch bei anderen CGM-Systemen sollte die Kalibrierung generell immer dann stattfinden, wenn die Werte stabil sind.
  • Die Eversense App erinnert mich aber auch an all das: an die Kalibrierung, ans Laden des Akkus etc. pp. Sie ist wirklich einfach zu bedienen und übersichtlich.
  • Erinnerungen und Warnungen bekomme ich über einen Vibrationsalarm über den Transmitter am Arm. Je nach Art der Warnung (bei Hypos, Hypers, fast leerem Akku oder zu viel Umgebungslicht) vibriert er anders. Das ist echt praktisch. Die „Codes“ dafür hat man schnell raus.
     

DIE KOSTENÜBERNAHME

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Seit 2016 gehören Echtzeit-CGM-Systeme mit Alarmfunktion zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzungen für die Kostenerstattung ist u.a. eine angewandte intensivierte Insulinbehandlung (d.h. mit Pen oder Insulinpumpe) sowie ärztliche Begleitung. Ob die Krankenkasse zahlt, ist abhängig vom Einzelfall, aber wohl oft auch vom medizinischen Gutachter.

Sind damit auch Eure Fragen beantwortet? Welche Fragen habt Ihr noch?