DAS Zeltlager für junge Menschen mit Typ-1-Diabetes

Camp D: „Hier ist es ganz normal, Typ-1-Diabetes zu haben!“

Am ersten Juliwochenende tummelten sich in Bad Segeberg 400 junge Menschen mit Typ-1-Diabetes im Camp D. Workshops, Sportangebote, Informationen aus erster Hand sowie Austausch und Community machen dieses Zeltlager zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Camp D: Zeltlager für junge Menschen mit Typ-1-Diabetes
Zelten, sich austauschen, gemeinsam aktiv sein – und das bei herrlichem Sommerwetter.

Glukosewerte messen, Kohlenhydrate schätzen, Insulin dosieren, mit Hypos kämpfen und über hohe Blutzuckerwerte grübeln – im Alltag sind junge Menschen mit Typ-1-Diabetes meist allein mit diesen Gedanken. Doch beim Camp D haben alle Teilnehmer Typ-1-Diabetes. Dort wundert sich niemand über einen dünnen Schlauch, der unter dem T-Shirt hervorlugt und in der Hosentasche verschwindet, und auch nicht über Sensoren am Oberarm oder durchdringende Alarmtöne von Insulinpumpen oder CGM-Systemen.

Mit so vielen anderen Typ-Einsern in einem Zelt zu sitzen und zu essen, empfinden viele als elektrisierend. „Das ist hier wie in einer anderen Welt“, beschrieb der Jungunternehmer Kevin Röhl sein Gefühl. Und genau das ist es, was das Zeltlager für junge Leute mit Typ-1-Diabetes so besonders macht: „Beim Camp D ist es ganz normal, Typ-1-Diabetes zu haben. Hier fühlt man sich nicht wie ein Alien!“, fasste es ein 18-Jähriger zusammen, der in diesem Jahr zum ersten Mal dabei war. Vermutlich wird er sich auch in vielen Jahren noch an die besondere Stimmung erinnern: den Zusammenhalt, die Gemeinschaft, viele neue Kontakte und das gegenseitige Verständnis, das ohne große Worte auskommt. So jedenfalls geht es den meisten, die in vergangenen Jahren einmal am Camp D teilgenommen haben.

Darum geht es beim Camp D

Das Camp D ist ein Zeltlager, das alle drei bis vier Jahre vom Insulinhersteller Novo Nordisk organisiert wird und 2018 bereits zum fünften Mal stattfand. 400 junge Menschen mit Typ-1-Diabetes im Alter zwischen 16 und 25 Jahren verbrachten das erst Juliwochenende in Bad Segeberg, übernachteten in Zelten, diskutierten in Workshops, probierten unter der Anleitung erfolgreicher Sportler mit Typ-1-Diabetes verschiedene Sportarten aus und genossen das Gefühl, Teil einer großen und bunten Community zu sein. Rund um die Uhr ebenfalls vor Ort: Erfahrene Diabetologen und andere Diabetesprofis, die den jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite standen.

Auch das diesjährige Camp D dürfte den Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben. Denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, sich mit vielen anderen Gleichgesinnten über so viele Themen auszutauschen, die im normalen Diabetesalltag und beim Termin in der Diabetespraxis nicht so leicht zur Sprache kommen? So konnten sie sich im Workshop „Diabulimie“ über die Gefahren des Insulin-Purgings austauschen und im Workshop „Partytime mit Diabetes“ Fragen zum Feiern und Alkoholkonsum stellen, die ihnen gegenüber ihrem Diabetesteam nicht so leicht über die Lippen gehen. Manche Teilnehmer legten aber auch gar nicht so viel Wert auf diese Inhalte: „Ich möchte die Zeit hier vor allem nutzen, um andere Menschen mit Diabetes kennen zu lernen, mit ihnen zusammenzusitzen und zu quatschen“, meinte eine 20-Jährige beim Mittagsbuffet.

Auf dem „Marktplatz“, einer Zeltzeile in der Mitte des Geländes, konnten die jungen Leute die Stände einiger Unternehmen aus dem Diabetesbereich besuchen. Beim Stand von Roche Diabetes Care machten die meisten von ihnen Halt, um sich aus erster Hand über das Eversense XL CGM-System zu informieren. „Spürt man den Sensor wirklich nicht unter der Haut?“ oder „Sieht man hinterher Narben an der Stelle, wo der Sensor eingesetzt wurde?“ oder „Wie lange kann der Sensor unter der Haut bleiben?“ waren Fragen, die viele Standbesucher beschäftigten. Für das Roche-Team vor Ort war das Camp D eine tolle Gelegenheit, direkt mit jungen Menschen mit Diabetes in Kontakt zu treten und gemeinsam Diabetes weiter zu denken.