Basiswissen: Was ist eigentlich Prädiabetes?

Etwas Halbes und nichts Ganzes

Ob es sich nun um Typ-1, Typ-2, Schwangerschaftsdiabetes oder Typ-3 bzw. MODY handelt: Bei all diesen Formen spricht man von Diabetes. Das ist auch beim sogenannten Prädiabetes der Fall. Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat.

Prädiabetes: Etwas Halbes und nichts Ganzes
Prädiabetes kann sich zu einem „vollen“ Diabetes entwickeln, muss es jedoch nicht notwendigerweise

„Prä“ kommt von lateinisch „vor“, entsprechend ist mit Prädiabetes eine Vorstufe zum eigentlichen Diabetes gemeint. Prädiabetes kann einen Typ-2-Diabetes ankündigen und ihm Jahre vorausgehen. Ob es tatsächlich dazu kommt, können Betroffene im starken Maße selbst beeinflussen:

Insulinempfindlichkeit lautet das Stichwort, das heißt, die Frage ist, wie sensibel die Körperzellen auf Insulin reagieren bzw. wie gut Insulin wirkt. Die Neigung zur verringerten Insulinempfindlichkeit ist zum Teil genetisch bedingt, außerdem steigern Bewegungsmangel und zu viel Körperfett das Diabetesrisiko. Lässt die Insulinwirkung durch diese Faktoren zunehmend nach, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Typ-2-Diabetes gegeben. Gewichtsabnahme durch regelmäßige sportliche Aktivität und gesundes und abwechslungsreiches Essen verbessert dagegen die Insulinsensitivität.

Ein Grund zum Aufatmen?

Die gute Nachricht haben Sie ja jetzt gehört: Prädiabetes muss nicht zwangsläufig zu Typ-2-Diabetes führen. Die weniger gute ist: Bereits Prädiabetes kann der Gesundheit schaden. Dabei verursacht er zunächst keine spezifischen Symptome, weswegen er oft im Verborgenen bleibt.

Prädiabetes kann praktisch nur der Arzt feststellen. Vor allem, wer enge Blutsverwandte mit Diabetes hat, stark übergewichtig ist und sich wenig bewegt, hat Gründe sich regelmäßig durchchecken zu lassen.

Diagnose Prädiabetes: ein Zwischending

Prädiabetes macht sich durch auffällige Blutzuckerwerte bemerkbar. Sie sind höher als normal, liegen aber unterhalb dessen, was als sicher diabetisch gilt. Also genau dazwischen:

 kein DiabetesPrädiabetesDiabetes
Nüchtern-
Glukose-Wert*

unter 100 mg/dl
(unter 5,6 mmol/l)

100–125 mg/dl
(5,6–6,9 mmol/l)

über 126 mg/dl
(über 7,0 mmol/l)

Glukose-
Toleranz-Wert*

unter 140 mg/dl
(unter 7,8 mmol/dl)

140–199 mg/dl
(7,8–11 mmol/l)

über 200 mg/dl
(über 11,1 mmol/l)

Langzeit-
Blutzucker-Wert
(HbA1c)*
unter 5,7 %5,7–6,4 %über 6,5 %

* Werte im venösen Plasma. Eine gestörte Glukosetoleranz bedeutet, dass Blutzuckerwerte nach dem Essen innerhalb eines gewissen Zeitraums nicht genügend sinken, aber noch nicht so hoch sind, dass von Typ-2-Diabetes gesprochen werden kann. 

Ärzte sprechen nun von Prädiabetes, wenn sie eine abnorme Nüchtern-Glukose, eine gestörte Glukose-Toleranz oder einen bestimmten Langzeit-Zuckerwert feststellen. Das heißt, es treten erhöhte Glukose-Werte morgens vor dem Frühstück, zwei Stunden nach dem Essen oder im „Blutzuckergedächtnis“ auf (siehe Tabelle).

Alle drei Fälle deuten jeweils auf eine abgeschwächte Insulinwirkung hin: Das Insulin schleust den Blutzucker nur noch unzureichend in die Zellen, sodass er im Blut bleibt und den Blutzuckerspiegel erhöht. Der Zucker-Stoffwechsel ist gestört, aber noch nicht in dem Ausmaß wie beim Typ-2-Diabetes.

Nur die wenigsten zeigen alle drei Anzeichen zugleich. Um Prädiabetes auf die Spur zu kommen, ist es also erforderlich, Nüchtern-Glukose, Glukose-Toleranz und Langzeitzucker gleichermaßen untersuchen zu lassen. Vor allem Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten hier regelmäßig ein Auge darauf haben.

Rückkehr zu guten alten Werten

Menschen mit Prädiabetes sind auf dem halben Weg zum Typ-2-Diabetes. Und schon das Vorstadium ist nicht ganz ohne, was das Risiko für die typischen Folgeerkrankungen von Diabetes angeht. Dauerhaft erhöhter Blutzucker kann unter anderem die Nerven, Nieren und Augen beeinträchtigen und allen voran die Gefäße in Mitleidenschaft ziehen: Es steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wichtig ist es daher, Prädiabetes so früh wie möglich zu erkennen und sich auf gute alte (Blutzucker-)Werte zu besinnen: Wer sich ausreichend bewegt, gesund ernährt und von überflüssigen Pfunden verabschiedet, hat gute Chancen, einen Typ-2-Diabetes zu vermeiden. Die Blutzuckerwerte können sich sogar normalisieren.

Es lohnt sich also, die Lebensweise bewusst zu ändern. Hilfestellung leistet hierbei das Accu-Chek View Gesundheitsprogramm, das Sie auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil begleitet und bei der Diabetesvorsorge gezielt unterstützt.