Wie digitale Technologien die Diabetes-Therapie verändern können

Diagnose per Video-Chat?

Video-Sprechstunden am Computer, Gesundheitsdaten auf dem Smartphone und Ferndiagnosen dank Algorithmen – Telemedizinische Ansätze sind in aller Munde und werden in Medien sowie Politik diskutiert. Die Digitalisierung bietet völlig neue Möglichkeiten, um die Gesundheitsversorgung zu verändern. Lesen Sie hier, wie digitale Tools und Ansätze auch die Diabestherapie verbessern können.

Arzt mit Handy und Tabletten
Eine Sprechstunde per Videonanruf ist nur eine von vielen Möglichkeiten, digitale Technologien im Gesundheitswesen einzusetzen.

Von E-Health zu Künstlicher Intelligenz – Wo stehen wir aktuell?

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren an Geschwindigkeit zugenommen. In den unterschiedlichsten Branchen und für diverse Einsatzzwecke wurden digitale Ansätze erarbeitet, eingeführt, weiter ausgebaut und zum Teil auch wieder gestoppt. Im Gesundheits-Kontext stehen Begriffe wie „E-Health“, „Telemedizin“ und „Künstliche Intelligenz“ auf der Agenda und werden in Politik sowie in den Medien thematisiert.

E-Health steht dabei für alle Anwendungen zur Behandlung und Betreuung von Patienten, die durch moderne Technologien gestützt werden. Ein Beispiel für E-Health in der Praxis ist der elektronische Austausch medizinischer Daten – konkret zum Beispiel ein digitalisierter Medikationsplan. Unter diesem breit gefassten Oberbegriff tummeln sich weitere Ansätze, die auch speziell in der Diabetestherapie bereits angewendet werden oder Chancen für die Zukunft versprechen:

  • Diabetes Management Software: Besonders in Schwerpunktpraxen haben Diabetes Management Software-Anwendungen einen festen Platz eingenommen. Über sie können Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen und CGM-Systeme ausgelesen werden, Verläufe übersichtlich dargestellt und Unregelmäßigkeiten erkannt werden.
     
  • Diabetes-Apps: Menschen mit Diabetes können ihre Therapiedaten ebenfalls digital erfassen und auswerten – und zwar direkt mit dem Smartphone. Diabetes-Apps wie die mySugr App unterstützen dabei, alle wichtigen Therapie-Daten an einem Ort zu bündeln, die Therapie im Blick zu behalten und die Daten auch digital mit dem Arzt zu teilen.
     
  • Telemedizin: Bei telemedizinischen Ansätzen steht eine audiovisuelle Kommunikation im Zentrum. Das kann beispielsweise eine Video-Sprechstunde oder auch ein digitales Coaching per Computer oder Smartphone sein. Beispiele aus der Diabetes-Praxis sind der mySugr Coach und TeLIPro*. Bei beiden Angeboten werden Menschen mit Diabetes von ausgebildeten Coaches digital betreut und beraten. Bei mySugr sind es zertifizierte Diabetesberater - mySugr Coaches genannt. Diese können zum Beispiel per Chat-Funktion Kontakt zum Patient aufnehmen und Unregelmäßigkeiten wie schwankende Blutzuckerwerte ansprechen. Ziel des Coachings ist es, Diabetes-Patienten auch zwischen Terminen in der Praxis zu unterstützen und dabei zu helfen, die gesetzten Therapieziele zu erreichen.


Aktuell sind telemedizinische Methoden in der Regel ergänzend zum Arztbesuch gedacht. In zahlreichen Studien und Pilotprojekten wird zurzeit das Potenzial der Telemedizin untersucht und getestet. Bis zur Krankschreibung per Internet ist es noch ein weiter Weg.

* An TeLIPro können nur Typ-2-Diabetiker teilnehmen, die bei der AOK Rheinland/Hamburg versichert sind.