LADA und Typ-2-Diabetes – Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen

Typ-2-Diabetes, Typ-1 … oder LADA?

Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Hinter einem Typ-2-Diabetes kann sich manchmal noch etwas anders verbergen: LADA. Dieser Diabetes-Typ bleibt auf den ersten Blick meist unerkannt. Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat.

LADA und Typ-2-Diabetes – Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen
Hinter der Fassade eines Typ-2-Diabetes kann sich unter Umständen ein LADA-Diabetes verbergen.

In der Regel werden zwei Arten von Diabetes unterschieden und Risikogruppen zugeordnet:

  • Typ-1-Diabetes, der oftmals bereits bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird.
  • Typ-2-Diabetes, von dem in der Regel Erwachsene und ältere Menschen betroffen sind.

So die Theorie. Tatsache ist aber, dass zunehmend mehr junge Menschen einen Typ-2-Diabetes entwickeln. Dieser wird meist durch eine genetische Veranlagung bedingt, geht aber auch oft mit einem ungesunden Lebensstil einher.
Eine andere Konstellation, die die oben genannte Trennung in Typ-1 und Typ-2-Diabetes zum Wackeln bringt, ist ein versteckter Autoimmundiabetes bei Erwachsenen. Diese weisen sowohl die typischen Merkmale eines Typ-1-Diabetes und eines Typ-2-Diabetes auf. Eine Erklärung für diese Fälle liefert der sogenannte LADA-Diabetes.

Was genau ist LADA?
Hinter einer Diabeteserkrankung im Erwachsenenalter verbirgt sich in manchen Fällen eine Sonderform des Typ-1-Diabetes: LADA. Der „Latent Autoimmune Diabetes in Adults“ tritt meist bei normalgewichtigen Menschen über 30 Jahren auf. Wie der Name verrät, handelt es sich um einen versteckten sogenannten Autoimmundiabetes. Die insulinproduzierenden Zellen werden durch körpereigene Abwehrkräfte angegriffen und nach und nach zerstört. Im Vergleich zum Typ-1-Diabetes verläuft dieser Prozess aber vergleichsweise langsam ab, sodass meist erst nach einigen Jahren eine Insulintherapie notwendig wird. In den 1970er Jahren stießen Wissenschaftler im Rahmen einer Studie zu Typ-2-Diabetes rein zufällig auf dieses Phänomen: Bei etwa 10 Prozent der Untersuchten konnten die typischen Antikörper eines Autoimmundiabetes nachgewiesen werden (Diabetes Forecast Magazin 2010).

Verwechselungsgefahr: Typ-2-Diabetes oder LADA?
Typ-2-Diabetes oder LADA? Die Frage ist oft berechtigt. Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome und des Alters der Betroffenen wird LADA häufig mit einem Diabetes Typ-2 verwechselt. Aber gerade in Bezug auf die langfristige Therapie ist eine eindeutige Diagnose überaus wichtig. Hilfreich: Ein Bluttest, der Antikörper nachweist. Sind keine Antikörper im Blut zu finden, ist von einem Typ-2-Diabetes auszugehen. Sind die Antikörper vorhanden, liegt die Diagnose LADA vor. Auch ein niedriger Insulinspiegel kann erste Hinweise auf einen langsam fortschreitenden Autoimmundiabetes geben.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Ständiges Durstgefühl, häufiger Harndrang und ausgeprägte Müdigkeit sind sowohl für LADA als auch für Typ-2-Diabetes typisch. Häufig treten bei Diabetes Typ-2 auch Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte auf, die beim LADA eher selten sind. Da es beim LADA-Diabetes mehrere Jahre dauern kann, bis sich die Blutzuckerwerte verschlechtern, fallen die Beschwerden meist schwächer aus. Wie gut die natürliche Blutzuckerregulierung noch funktioniert, ist davon abhängig, wie viele der insulinproduzierenden Zellen noch vorhanden sind.

Im Gegensatz dazu entscheidet beim Typ-2-Diabetes die Insulin-Empfindlichkeit der Körperzellen darüber, ob Zucker in die Zellen aufgenommen werden kann. In Abhängigkeit von genetischen Veranlagungen und meist in Folge eines ungesunden Lebensstils werden die Körperzellen immer unempfindlicher gegenüber dem Insulin. Zunächst genügen zur Therapie meist eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung sowie gegebenenfalls Medikamente (Orale Antidiabetika). 

Obwohl viele Menschen mit LADA-Diabetes zunächst auch auf Medikamente und Veränderungen in der Ernährung reagieren, wird die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen nicht verlangsamt oder aufgehalten (Diabetes Forecast Magazin 2013). Nach einigen Jahren wird eine Behandlung mit Insulin notwendig. Aufgrund der hohen Verwechselungsgefahr mit einem Typ-2-Diabetes wird LADA meist erst nach einer erfolglosen Therapie diagnostiziert. Aus diesem Grund bleibt bisher unklar, wie sich eine frühzeitige Behandlung mit Insulin auf den Krankheitsverlauf auswirken würde.