Tobias Schulte über Typ-1-Diabetes und die Vorteile des CGM-Systems

„Eversense – mein ständiger Begleiter“

Tobias Schulte ist 37 Jahre alt und arbeitet bei einer Fluggesellschaft. Seine Diagnose Typ-1 bekam er im Januar 2016. Ende letzten Jahres nahm er am Pilot teil und nutzt das Eversense CGM System nun seit fast einem Jahr. Wir haben mit ihm über seine Erfahrungen gesprochen und unter anderem erfahren wie Eversense ihm hilft, weniger an seine Erkrankung zu denken.

Tobias Schulte über Typ-1-Diabetes und die Vorteile des CGM-Systems
„Zwei Tage nach der Diagnose schrieb ich meinen Eltern eine Nachricht, dass ich auch mit Diabetes am Ironman teilnehmen werde!“, erinnert sich Tobias.

Deine Diagnose war am 11. Januar 2016. Du kannst dich bestimmt noch gut an diesen Tag erinnern, oder?

Ja, ich kann mich noch sehr gut erinnern. Ich hatte zuvor schon sehr rapide angenommen, dachte aber zunächst, dass es durch den Sport kam, weil ich mich auf den Ironman vorbereitete. Aber nachdem ich jeden Tag fast 400 Gramm abgenommen habe und in einer Nacht 1,5 Liter Cola getrunken habe, hatte ich mich im Internet informiert. Deswegen bin ich in den Tag der Diagnose sehr ‚aufgeräumt‘ gestartet, weil mir die Diagnose schon klar war. Die Top 10 Symptome haben bei mir alle gepasst.

Ich bin dann Montagmorgens trotzdem noch normal ins Büro gegangen, weil ich zwei wichtige Termine hatte. Ich hatte sogar meine Laufsachen gepackt und bin dann zu meiner Kollegin und habe ihr gesagt, dass ich mal ins Krankenhaus fahre. Ich sagte zu ihr, dass ich entweder um 18 Uhr zu der gemeinsamen Laufrunde zurück bin oder zunächst einige Tage aufgrund der Diagnose Diabetes ausfalle. Und leider war meine Vermutung dann richtig. Es war aber dann kein Schock für mich, es war eher Traurigkeit und kurzzeitig stellte ich mir die Frage ‚Warum ich‘?

Gingen die Tage danach so ‚aufgeräumt‘ weiter?

Ja, dienstags habe ich schon die ersten Dinge wie Kohlenhydrate usw. gelernt. Mittwochs haben mich der Arzt und die Diabetologin gefragt, was mein Ziel bis Ende des Jahres sei und ich antwortete, dass ich gerne im Herbst einen Marathon laufen würde. Aber beide wussten, dass ich mich für den Ironman im Juli angemeldet hatte und versicherten, dass sie am Straßenrand stehen würden und mich auf dem Weg dahin unterstützen. Freitags saß ich dann bereits erstmalig wieder auf meinem Ergometer im Wohnzimmer, um die ersten Radkilometer zu absolvieren.

War auch deine Ärztin diejenige, die dich auf das Eversense CGM System aufmerksam gemacht hat?

Nein nicht direkt. Ich habe per Zufall erfahren, dass ein anderer Leistungssportler Teilnehmer des Piloten war. Ich habe dann meine Diabetologin darauf angesprochen und sie hat es mir direkt empfohlen und zu Roche Kontakt aufgenommen.

Du hast im Piloten mehrere Sensoren getestet und trägst aktuell den vierten Sensor im Arm. Wie empfindest du das Einsetzverfahren?

Beim ersten Mal war ich sehr gespannt und dann positiv überrascht, weil man wirklich kaum etwas merkt. Es war ein sehr kleiner und harmloser Eingriff und ich vermeide immer das Wort „Operation“. Ich fände es schade, wenn sich jemand deswegen gegen das System entscheidet und sich dadurch die Chance auf die Vorteile nimmt. Ich hab mich dann gefragt, ob das erste Mal dann Zufall war, aber es wurde auch beim zweiten Mal bestätigt und auch das Rausnehmen war unproblematisch. Ich gehe lieber vier Mal zum Diabetologen zum Sensorwechsel als einmal im Jahr zum Zahnarzt!

Mit Eversense CGM System zum Ironman

„Ich gehe lieber vier Mal im Jahr zum Sensorwechsel als einmal im Jahr zum Zahnarzt!“, so Tobias‘ Erfahrungen.

Inwiefern spielte das Thema Narben für dich eine Rolle?

Drei Sensoren wurden mir in der Zwischenzeit aus dem linken Arm entfernt. Man muss schon sehr genau hinsehen, um überhaupt festzustellen, dass sich kleine Narben am Arm befinden. Sie sind klasse verheilt, daher ist es für mich kein Thema.

Wie hat sich dein Alltag mit Eversense verändert?

Mit Eversense habe ich Tage, an denen ich den Diabetes stundenweise ausblenden kann.  Ich habe einen Begleiter, der sehr gut auf mich aufpasst, vor allem wenn ich alleine unterwegs bin. Ob auf einer Dienstreise, bei einer Laufrunde oder wo auch immer. Meine Frau wird oft gefragt, ob sie denn keine Angst habe, wenn ich alleine einen Marathon laufen würde. Sie sagt dann meist: ‚nicht mehr, er hat ja ‚jemanden‘, der auf ihn aufpasst‘.

Was ich auch sehr wertschätze, ist das Durchschlafen in der Nacht. Grad als Neuling habe ich mir oft einen Wecker gestellt und jetzt kann ich beruhigt ins Bett gehen, weil ich weiß, dass der Smart Transmitter mich weckt, wenn ich zu hoch oder zu tief bin.

Und dann gibt es noch Alltagsituationen, in denen ich mich einfach auch total freue. Meine Lieblingssituation ist das Autofahren. Immer wenn ich rechts abbiege, blicke ich unbewusst auf meine Apple Watch und sehe meinen aktuellen Glukosewert. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist der Weihnachtsmarkt: Ich muss nur auf meine Uhr sehen, um meinen aktuellen Wert zu sehen. Den Glühwein in der anderen Hand muss ich dabei noch nicht einmal zur Seite stellen. Das ist natürlich praktisch!

Hat sich auch dein Umgang mit dem Diabetes verändert?

Ja, vor allem abends. Ich bin mutiger geworden und traue mich auch noch kleine Korrekturen zu geben, weil ich weiß, dass mich mein Begleiter weckt, wenn ich zu tiefe Werte habe.

Du bist total sportbegeistert und läufst gerne Marathon. Ist auch das mit Eversense leichter geworden?

Ja, ich mache fast täglich zwei Stunden Sport. Mittlerweile kann ich mir die Trainingseinheiten und die Wettkämpfe ohne das System nicht mehr vorstellen. Als ich 6 Monate nach der Diagnose in 12 Stunden die Ironman-Ziellinie überquerte, war ich schon sehr euphorisch und glücklich meinen Diabetes im Griff zu haben. Diese Euphorie, ist mit dem Eversense CGM System noch einmal deutlich gesteigert worden. Im Januar 2017 habe ich zum ersten Mal mit Eversense an einem Marathon in Dubai teilgenommen und mich ganz darauf verlassen. Ohne das System hätte ich zwischendurch eine Trinkpause machen müssen, aber die Vibrationsalarme direkt am Arm haben mir geholfen, meine Werte im Griff zu behalten. Denn das System warnt mich schon präventiv, bevor ich meinen Zielbereich verlasse. So kann ich schnell etwas essen und eine Hypo meist vermeiden.

Vielen Dank für das Interview!