Interview mit Lars Lueneberg zu seinen Erfahrungen mit dem Eversense CGM System

„Eine Erleichterung im Umgang mit dem Diabetes“

Lars Lueneberg erhielt 2010 die Diagnose Diabetes Typ 1. Der 27jährige, der voraussichtlich Ende des Jahres sein Maschinenbau-Studium beenden wird, hat an der Pilot-Studie zum Eversense CGM System teilgenommen. Im Interview erzählt er über das unkomplizierte Einsetzen des Sensors und seinen Alltag mit dem Eversense CGM System.

Interview mit Lars Lueneberg zu seinen Erfahrungen mit dem Eversense CGM System
Die Vibrationsalarme am Arm und der aktuelle Glukosewert auf dem Smartphone: Für Lars Lueneberg die größten Vorteile des Eversense CGM Systems.

Herr Lueneberg, Sie haben 2010, also mit 20 Jahren, die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten. Können Sie sich noch an diesen Tag erinnern?

Ja, ich habe die Diagnose kurz nach meinem Abitur erhalten und da ich  Sport als Leistungskurs hatte, habe ich im Nachhinein betrachtet viel Glück gehabt. Ich bin damals zum Arzt gegangen, weil ich viel Gewicht verloren habe und es wurde dann ein großes Blutbild gemacht. Dabei hat sich dann herausgestellt, dass ich Diabetes Typ 1 habe. Ich war dann für fast 10 Tage im Krankenhaus, um erstmalig eingestellt zu werden. Heute würde ich es als ‚einschneidendes‘ Erlebnis bezeichnen.

Sie haben dann wahrscheinlich mit einer klassischen Blutzuckermessung begonnen, oder?

Ja genau. Ich habe anfangs meinen Blutzuckerwert klassisch mit einem Blutzuckermessgerät gemessen und mein Insulin mit einem Pen gespritzt. Ich kann mich sogar noch an die ersten ‚Pieks‘ im Krankenhaus erinnern – das war nicht schön. 2011 habe ich dann zum Glück meine erste Insulinpumpe, die Accu-Chek Spirit Combo Insulinpumpe, erhalten.

Sie haben auch bereits Erfahrungen mit CGM Systemen gemacht. Welche Vorteile hat für Sie ein CGM System allgemein?

Mit einem CGM System habe ich eine ganztägige Übersicht meiner Glukosedaten und kann mit Hilfe von Trendpfeilen vorausschauend meine Werte im Blick behalten. Das macht es im Alltag einfacher und gibt mir mehr Sicherheit. Ich gehe heute zum Beispiel viel mutiger mit einem Spritz-Ess-Abstand um, weil ich weiß, dass das CGM System Warnungen gibt sobald ich meinen Zielbereich verlasse.

Zudem wurde ich durch die CGM Daten darauf aufmerksam, dass meine Glukosewerte nachts immer auf über 300 ansteigen. Ich konnte daraufhin meine Einstellungen gemeinsam mit meinem Arzt anpassen und die Werte verbessern.

Im Rahmen eines Piloten konnten Sie das Eversense CGM System testen. Welche Gründe gab es für Sie an dem Piloten teilzunehmen?

Ich habe bisher schon an einigen Studien im Bereich des Diabetes teilgenommen und bin sehr aufgeschlossen und interessiert gegenüber neuen Technologien. Bei diesem System hat mich vor allem die Aussicht gereizt, meine Glukosewerte auf dem Smartphone ablesen zu können. Gespannt war auch ich auch darauf, wie das Problem mit der Haftung des Transmitters am Arm gelöst sein würde. Hier hatte ich in der Vergangenheit zum Teil Probleme. Rückblickend lässt sich sagen, dass dies bei diesem System bestens gelöst ist, da jeden Tag ein neues Pflaster geklebt wird, welches ohne Probleme für 24 Std. (oder auch mal mehr) hält. Und sollte es sich doch einmal lösen, kann mit wenig Aufwand ein neues Pflaster benutzt werden.

Der weniger als zwei Zentimeter kleine Sensor wird von einem geschulten Diabetologen in einem einfachen ambulanten Verfahren in den Oberarm eingesetzt. Können Sie das Einsetzen einmal aus Ihrer Sicht beschreiben?

Ich hatte erstaunlicherweise gar keine Angst und war von Anfang an eher neugierig. Ich habe mit meinem Diabetologen einen Termin vereinbart und war nicht länger als eine halbe Stunde vor Ort. Als Erstes haben wir eine Stelle am Arm ausgesucht, die man nicht sieht, wenn ich ein T-Shirt trage. Danach lag ich seitlich auf einer Liege und mein Arm wurde desinfiziert. Das Einzige, was ich danach gespürt habe, ist nur ein kleines Zwicken der Betäubungsspritze. Nach wenigen Minuten wurde dann ein kleiner Schnitt gemacht und eine kleine Tasche unter der Haut gelegt. In diesen wurde anschließend der Sensor eingesetzt. Als Letztes kamen nur zwei kleine Klammerpflaster auf die Wunde; es musste nichts genäht werden. Das Einsetzen hat insgesamt nur fünf Minuten gedauert und damit wesentlich kürzer als erwartet - im Vergleich zum ständigen Pieksen deutlich angenehmer.

Narben des Eversense CGM Systems
Lars stören die Narben des Eversense CGM Systems nicht –und vermutlich würden sie kaum jemandem auffallen, der dieses Bild unabhängig vom Interview sehen würde …

Was passiert nach dem Einsetzen?

Ich habe noch vor Ort eine Produktschulung erhalten und musste direkt zu Beginn den Sensor über die App mit dem Transmitter verbinden. Der Sensor muss dann eine 24-stündige Aufwärmphase durchlaufen, bevor ich mit der Kalibrierungsphase starten kann. In dieser musste ich vier Mal kalibrieren und hatte dann bereits nach der zweiten Kalibrierung, also nach rund 28 Stunden nach dem Einsetzen des Sensors meinen ersten Glukosewert.

Sie haben das Eversense CGM System ein halbes Jahr lang getestet: Welche Vorteile hat das System für Sie?

Ein Vorteil sind definitiv die diskreten Vibrationsalarme am Arm. So weiß ich auch ohne dass ich auf mein Smartphone schaue, ob mein aktueller Glukosewert zu hoch oder zu tief, also außerhalb meines Zielbereiches ist.

Zudem fand ich es super, dass ich nur kurz auf mein Smartphone schauen muss, ohne dass ich mein Blutzuckermessgerät herausholen muss. Das finde ich zum Beispiel praktisch, wenn ich Motorrad fahre. So muss ich nur kurz anhalten und weiß mit einem Blick auf mein Smartphone meinen aktuellen Wert. Zudem gibt mir das System sehr große Sicherheit beim Fahren. Die Vibration des Sensors merke ich definitiv durch meine Schutzkleidung hindurch, da der Transmitter direkt auf der Haut sitzt. Ein Vibrieren der Pumpe wird während der Fahrt nicht unbedingt bemerkt.

Hinzu kommt, dass das Ablesen ganz unauffällig und unkompliziert ist, z.B. in Vorlesungen oder im Bus. Man erntet keine neugierigen Blicke, die Außenwelt bekommt das Messen bzw. Ablesen per Smartphone überhaupt nicht mit.

Stichwort „Diskretion“: Wie haben andere Menschen auf den Smart Transmitter reagiert?

Die Reaktionen waren durchweg positiv. Häufig wurde der Smart Transmitter erst nach langer Zeit entdeckt, wenn zufällig der Ärmel des T-Shirts hochgerutscht ist. Die meisten Menschen waren zudem sehr neugierig, fasziniert und interessiert an der Technik. Spannend fand ich auch, dass der Smart Transmitter nicht direkt mit einer Krankheit in Verbindung gebracht wurde. Dadurch herrschte bei den Mitmenschen weniger Scheu mich darauf anzusprechen.

Vielen Dank für Ihre Offenheit. Können Sie als Abschluss folgenden Satz beenden? „Eversense bedeutet für mich…“

... eine Erleichterung im Umgang mit dem Diabetes!