Dr. Dieter Braun über kontinuierliche Glukosemessung mit dem Eversense CGM System

CGM mit Eversense: Zuverlässige Langzeitmessung bis zu 90 Tage

Schluss mit Unsicherheiten bei den eigenen Zuckerwerten: Roche hat mit Eversense das erste System zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) auf den Markt gebracht, dessen Sensor bis zu 90 Tage hält. Wir haben mit dem Facharzt für Innere Medizin Dr. Dieter Braun darüber gesprochen, wie das CGM-System das Leben mit Diabetes verändern kann – und auf was dabei zu achten ist. 

Dr. Dieter Braun über kontinuierliche Glukosemessung mit dem Eversense CGM System
Dr. Dieter Braun: Das Eversense CGM System macht das Leben für Menschen mit Diabetes einfacher.

Eversense ist ein großer Fortschritt zur klassischen Blutzuckermessung. Doch wie genau wirkt sich das CGM-System auf den Alltag mit Diabetes aus?

Es macht das Leben einfacher, da es das Messen selbstständig übernimmt. Dabei liefert das Eversense CGM System nicht nur eine punktuelle Messung wie bei der konventionellen Blutzuckermessung, sondern einen vollständigen Überblick über den Werteverlauf. Außerdem warnt es rechtzeitig, wenn die Werte aus dem Gleichgewicht geraten. Das bedeutet ein großes Plus an Sicherheit. Darüber hinaus ist es unheimlich diskret. Man kann auf dem Smartphone oder der Smart-Watch jederzeit seine Glukosekonzentration kontrollieren, ohne dass es jemand mitbekommt. Und droht beispielsweise eine Unterzuckerung, vibriert der Smart Transmitter so dezent, dass nur man selbst es merkt. Ein Patient hat mir erzählt, dass er während eines Meetings dann einfach ein paar Gummibärchen isst und dadurch sein Gespräch nicht unterbrechen muss.

Was sind Ihre ersten Erfahrungen mit Eversense?

Ich habe von meinen Patienten bislang nur positives Feedback erhalten. Die meisten waren von dem Eversense CGM System und seiner hohen Messgenauigkeit sogar so überzeugt, dass sie schon nach kurzer Zeit aufgehört haben, zur Kontrolle zusätzlich konventionell zu messen – entgegen meiner Empfehlung. Auch ich war, um ehrlich zu sein, überrascht, wie genau die Ergebnisse sind. Zudem ist der Smart Transmitter flexibel abnehmbar, was meine Patienten sehr schätzen. Auch beim Einsetzen des kleinen Sensors gab es keinerlei Probleme. Hier hatte ich anfangs wohl mehr Bedenken als meine Patienten, da es für mich als Internist eher ungewohnt ist. Die Patienten hatten im Nachhinein weder Schmerzen noch Entzündungen, Blutergüsse oder größere Narben.

Für wen eignet sich Eversense aus Ihrer Sicht?

Es eignet sich im Grunde für alle, die instabile Blutzuckerwerte bzw. einen schwankenden Stoffwechsel haben – im Wesentlichen alle mit Typ-1-Diabetes. Beispielsweise kann das CGM-System für Menschen im Schichtdienst, die einen sehr unregelmäßigen Lebensrhythmus haben, eine große Erleichterung sein. Da das Gerät den Träger selbstständig warnt, kommt es außerdem für alle in Frage, die ihre Unterzuckerung nur schlecht merken und so häufig Gefahr laufen, zu spät zu reagieren.

Was würden Sie einem Patienten empfehlen, der sich für Eversense interessiert?

Der beste Ratschlag, den ich geben kann ist, sich jemanden zu suchen, der einen umfassend beraten kann. Also jemanden, der sich auch wirklich gut mit diesem System auskennt. Es funktioniert nicht, sich für ein CGM-System zu entscheiden und es dann wie ein Blutzuckermesssystem einzusetzen. Das gilt sowohl für den Patienten als auch für den Arzt und die Diabetesberaterin. Bei der konventionellen Blutzuckermessung bekommt man eine Momentaufnahme, bei der man nie so genau weiß, woher der Wert kommt und wie er sich entwickelt. Die CGM-Version zeigt einem dagegen die gesamte Dynamik. Arzt und Diabetesberaterin müssen jedoch erstmal lernen, mit dieser Datenmenge umzugehen und sie richtig zu interpretieren. Und das wirkt sich natürlich auch auf den Anwender aus. Jemand, der im Umgang mit diesem System nicht richtig geschult ist, wird sich immer wieder in Unterzuckerung bringen, weil er beispielsweise viel zu rasch in den Stoffwechsel mit zusätzlichen Korrekturdosen eingreift.

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