Basiswissen: Hautpflege bei Diabetes

Tipps zur Hautpflege bei Diabetes

Als größtes Sinnesorgan des Menschen hat sie viel zu melden und merkt sich alles: Die Haut. Sie schützt uns und soll uns nicht allzu früh schrumpelig aussehen lassen. Die Haut von Menschen mit Diabetes benötigt besondere Aufmerksamkeit. Hier bekommen Sie Tipps für Ihre Hautpflege bei Diabetes.

Bei einem Diabetes ist die richtige Hautpflege besonders wichtig.
Hautpflegetipp: Gerade bei zu Trockenheit neigender Haut sollte beim Eincremen auf unnötige Zusätze, wie zum Beispiel Konservierungs- und Duftstoffe, verzichtet werden.

Sie ist unser äußerer Schutzmantel und fordert gerade von Menschen mit Diabetes besondere Zuwendung: denn Schwankungen im Blutzuckerspiegel können sich auch auf der Haut abzeichnen. Und besonders bei Begleiterscheinungen wie Nervenschmerzen, vermindertem Schmerzempfinden und dem diabetischen Fußsyndrom gilt es, noch sensibler mit der eigenen Haut umzugehen.

Hintergrund: Wie ist unsere Haut aufgebaut?

Grundsätzlich besteht die Haut aus drei Schichten:

Die Haut besteht aus drei Schichten.
  • Oberhaut: Als äußerste Schicht verteidigt sie den Organismus vor äußeren Reizen. Am dicksten ist die Oberhaut an den Händen und den Fußsohlen, die man dann als Hornhaut wahrnimmt. Bei einem Sonnenbrand ist zum Beispiel diese Hautschicht stark betroffen
  • Lederhaut: Hier sitzen die Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen im Bindegewebe. Damit die Haut elastisch und robust bleibt, gibt es in der Haut eine Struktur aus Kollagenfasern. Wenn es schmerzt, dann fühlen Sie dies aus der Lederhaut, da hier das Schmerzempfinden mit Blutgefäßen und Nerven vorkommt.
  • Unterhaut: Als Puffer und Energiespeicher sind die Fettzellen im lockeren Bindegewebe ein zuverlässiger Schutz gegen Kälte. Üblicherweise wird das Insulin in diese Schicht der Haut abgegeben und tritt von dort nach und nach ins Blut über und verteilt sich im Körper.

Besonderheiten bei Diabetes: Worauf sollten Menschen mit Diabetes achten?
Der Blutzucker spielt eine besondere Rolle für die Haut. Ist er nicht richtig eingestellt und über lange Zeit erhöht, so können die Schweiß- und Talgdrüsen nicht ordentlich arbeiten. Durch die fehlende Kapazität, Fett und Feuchtigkeit zu speichern, trocknet die Haut aus, schuppt und juckt.

Da das Immunsystem durch den Diabetes oft geschwächt ist, können sich kleinere Verletzungen auf der Haut entzünden und mit Erregern infizieren. Infektionen können sich schneller ausbreiten und im Körper überdauern.

Aufgrund der möglichen Durchblutungsstörungen durch den Diabetes kann die Heilung in der Haut verzögert werden, sodass Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr ausreichend oder langsamer durch den Körper fließen.

Tipps zur Hautpflege

  • Hautreinigung:
    Ob beim Duschen, Baden oder der Katzenwäsche – Sie sollten auf eine Wassertemperatur unterhalb von 34 °C achten. Hautreizung, -austrocknung und Entfettung sollen so minimal gehalten werden wie möglich. Daher besser nicht zu ausgedehnt duschen oder baden (5-10 Minuten). Schlussendlich ist tupfendes Abtrocknen mit einem weichen Handtuch ratsam, auch an den entlegenen Körperstellen. Achten Sie am besten auf Seifen oder Duschbäder mit einem neutralen pH-Wert und einem rückfettenden Zusatz oder auf solche mit einem pH-Wert, die dem Säureschutzmantel der Haut entsprechen (in der Regel 5,5).
     
  • Hautpflege:
    Regelmäßiges Eincremen fördert die Gesundheit der Haut. Empfehlenswert sind Pflegeprodukte, die mehrheitlich aus einer fetthaltigen Basis und einem geringeren Anteil Wasser bestehen (W/O-Emulsionen). Dadurch trocknet die Haut nicht aus und ein luftdurchlässiger, fettiger Film schützt sie. Der Hinweis ‚Für trockene Haut geeignet‘ kann Ihnen bei der Produktauswahl helfen: Als Inhaltsstoff eignet sich Urea gut, weil es die Feuchtigkeit in den Zellen hält und Juckreiz beruhigt. Meiden sollten Sie Konservierungsstoffe, Farb- und Duftzusätze sowie Alkohol als Bestandteile.
     
  • Disziplin:
    Trockene Haut juckt und neigt dazu, nicht ausreichend Feuchtigkeit zu speichern. Hier gilt umso mehr: Stark sein und auf Kratzen verzichten, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird. Entzündungen und mögliche Infektionen sollen möglichst keine Chance bekommen.
     
  • Trinken:
    Ein guter Flüssigkeitshaushalt unterstützt Ihre Haut bei einer besseren Regeneration – genügend trinken ist also essentiell. Aufgrund der sensiblen Haut von Menschen mit Diabetes, kann es vermehrt zu Rissen und kleineren Verletzungen kommen. Zögern Sie nicht zum Arzt zu gehen, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.