5 Schritte, besser mit negativen (Diabetes-) Gedanken umzugehen

Diabetes-Burnout?

Bis zu 80.000 Gedanken hat man einem einzigen Tag. Darunter sind auch negative: Sorgen um die Zukunft, Grübeleien über die Vergangenheit und vielleicht Punkte aus der Diabetes-Therapie, die unzufrieden machen. Ein Auf und Ab ist im Grunde kein Problem – doch wenn die kritische innere Stimme zum nörgelnden Dauergast wird, sollten Sie aufmerksam werden.

  • Diabetes Burn-Out: Benennen Sie Ihre Gedanken

    Benennen Sie Ihre Gedanken

    Haben Sie schonmal versucht, einen schlechten Gedanken zu stoppen? Das ist praktisch unmöglich – und laut zahlreichen psychologischen Studien auch nicht hilfreich. Anstatt sie zu unterdrücken, können Sie Ihre negativen Gedanken und Gefühle gezielt benennen und einen Abstand dazu schaffen. "Der Diabetes beherrscht mich." wird zu "Ich denke gerade, dass der Diabetes mich beherrscht." So können Sie schlechte Gedanken zulassen und sich gleichzeitig von ihnen distanzieren – ein kleiner Perspektivenwechsel mit großer Wirkung!

  • Diabetes Burn-Out: Untersuchen Sie Ihre Gedankengänge

    Untersuchen Sie Ihre Gedankengänge

    Wer schon einmal einer optischen Täuschung erlegen ist weiß: Man sollte nicht alles glauben, was man sieht (beziehungsweise denkt). Das gilt auch für negative Gedankengänge! Nachdem Sie sie im ersten Schritt benannt haben, sollten Sie nun prüfen, ob Ihre Gedanken auch mit der Realität übereinstimmen. Je stärker Sie eines der folgenden vier Denkmuster darin erkennen, desto weniger Glauben sollten Sie einem negativen Gedanken schenken:

    • Schwarz-Weiß-Denken: Sie sehen alles nur auf die eine oder die gegenteilige Art, ohne Abstufungen. (Zum Beispiel: "Nur, wenn ich einen bestimmten HbA1c-Wert erreiche, bin ich mit meinem Therapieerfolg zufrieden!")
    • Persönlich nehmen: Wenn etwas schlecht läuft, suchen Sie die Verantwortung allein bei sich selbst. (Zum Beispiel: „Meine Blutzuckerwerte sind nur schlecht, weil ich meine Werte lückenhaft dokumentiere.“)
    • Filter-Denken: Sie sehen immer nur die schlechte Seite. (Zum Beispiel: "Durch den Diabetes muss ich ständig auf meine Ernährung achten und mich einschränken.")
    • Katastrophen-Denken: Sie nehmen an, dass in der Zukunft die schlimmstmögliche Situation eintreten wird. ("Ich werde ganz bestimmt eine Folgeerkrankung bekommen.")
  • Diabetes Burn-Out: Sprechen Sie zu sich selbst wie zu einem guten Freund

    Sprechen Sie zu sich selbst wie zu einem guten Freund.

    Was würden Sie einem Freund sagen, der sich für verantwortungslos hält, weil er seine Blutzuckerwerte nicht ausreichend dokumentiert? "Unter Umständen klappt es mit dem Umstieg auf eine andere Art der Dokumentation, zum Beispiel digital statt handschriftlich, besser!" Oder Sie würden versuchen, auch die guten Seiten an einer Situation aufzuzeigen: "Du isst viel gesünder, seit du Diabetes hast. Das wird dir sicherlich langfristig insgesamt gut tun". Sich selbst aufzumuntern wie einen guten Freund hilft dabei, aus negativen Denkmustern auszubrechen.

  • Diabetes Burn-Out: Ordnung für Ihr Diabetes-Equipment

    Bringen Sie Ordnung in Ihr Diabetes-Equipment

    Die negative Einstellung zum Diabetes lässt sich nicht nur im Kopf bekämpfen: Sie können auch mit ein paar einfachen Handgriffen etwas in der täglichen Routine und Handhabung ändern. Investieren Sie ein wenig Zeit, um Ihr Diabetes-Equipment zu sortieren und zu pflegen – vielleicht neue Schachteln für Stechhilfen, Teststreifen- und Traubenzuckervorrat  oder eine neue Pumpentasche für Ihre Insulinpumpe kaufen oder basteln? Sie werden feststellen, dass sich mit dieser äußeren Verbesserung auch Ihr inneres Verhältnis zum Diabetes verändert.

  • Diabetes Burn-Out: Professionelle Hilfe

    Suchen Sie sich, wenn nötig, professionelle Hilfe

    Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass knapp ein Drittel aller Menschen mit Diabetes unter einer Depression leiden. Jeder kennt frustige Gedanken im Zusammenhang mit dem Therapiealltag – doch wenn Sie sich aus dem "Diabetes-Burnout" aus eigener Kraft nicht mehr befreien können, sollten Sie sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetologen oder Arzt über Ihre Gedanken und lassen Sie sich beraten, ob zum Beispiel eine Coping-Schulung (eine Schulung, die Ihnen hilft, besser mit dem Diabetes Management zurechtzukommen) oder eine Psychotherapie für Sie in Frage kommt.