Au-Pair mit Diabetes? Lena sagt: Kaum ein Problem

Irland – Roadtripping mit Insulin und Messstreifen

Au-Pair mit Diabetes in Irland
Unterwegs in Irland: Ob beim Zelten oder Wandern – Lena ist mit Insulinpumpe, Messgerät, Notfall-Pen und Traubenzucker bestens gerüstet

Heyho,

mein Name ist Lena und ich berichte von meiner Au-Pair-Zeit in Irland.

Die Entscheidung, nach meinem Abitur für ein Jahr ins Ausland zu gehen, habe ich schon sehr früh getroffen. Einziger Haken: Mein Diabetes. Ich bin 20 Jahre alt und bin Typ-1 Diabetikerin, seit ich 3 Jahre alt bin.

Als Au-Pair arbeitet man mit Kindern. Man übernimmt für eine bestimmte Zeit die volle Verantwortung für kleine Menschen. Und man muss zuverlässig sein. Ich hatte so meine Bedenken, ob das wirklich funktioniert mit Diabetes. Nicht das Auf-die-Kinder-Aufpassen, sondern das Finden einer Familie, die bereit dazu wäre, mir ihre Kinder anzuvertrauen.

Ich war etwas nervös, als ich meine Bewerbung an meine deutsche Agentur schickte, die nach einer irischen Familie für mich suchen sollte. Ich habe mich aber dazu entschieden, alles offen in einem Brief darzulegen und der potenziellen Gastfamilie zu erklären, dass Diabetes nicht bedeutet, dass ich jeden Moment bewusstlos umfallen könnte, weil ich unterzuckere. Ich habe eher positive Aspekte dargelegt, dass ich zum Beispiel früh Verantwortung für mich selbst übernommen habe und sehr diszipliniert sein muss.

Irland – Roadtripping mit Insulin und Messstreifen

Im Endeffekt habe ich eine unglaublich tolle Familie gefunden und passe seither auf neugeborene Zwillinge und einen 4 Jahre alten Tornado auf. Die halten mich ganz schön auf Trab und der Kleine hilft mir dabei, meinen Blutzucker zu testen. Für ihn ist meine Pumpe eine Uhr, die mir erzählt, wann ich Süßigkeiten essen darf und wann nicht.

Au-Pair mit Diabetes

Meine Gasteltern bemerken kaum, dass ich Diabetes habe. Ich habe großes Glück, dass meine Gastfamilie eine sehr gesunde Ernährung befolgt. So ist immer etwas dabei, für Diabetikerinnen, die gerade eine 12,4  mmol/ l haben und damit vorerst nur Salat essen können. :)

Das einzige Problem ist, dass es in Irland kaum Diabetologen gibt. Somit kann man seinen Langzeitzucker nur im Krankenhaus testen lassen. Das ist jedoch nicht weiter tragisch. Die nötige Beratung kann man auch über Skype und E-Mail vom Diabetologen aus Deutschland bekommen. :)

Wochenenden sind dazu da, Irland zu erkunden. Meine Pumpe und ich haben schon so manche Abenteuer erlebt. Vom Zelten im Killarney National Park bis hin zum Wandern entlang der atemberaubenden Westküste. Immer dabei: Mein Messgerät, Notfall-Pen und Traubenzucker.

Also: An alle, die Au-Pair werden wollen – Diabetes ist kaum ein Problem.

Ganz liebe Grüße,

Lena

Mit Diabetes Au-Pair in Irland