Wie Diabetes nicht wirklich akzeptiert wird

Führt ein Luxusproblem ThePriestess zur Insulinpumpe?

27.02.2017 / ThePriestess
Wie Diabetes nicht wirklich akzeptiert wird
"Essen ist fertig" – für ThePriestess hat diese Aussage eine besondere Bedeutung

ThePriestess ist gehörlos und lebt in einer Einrichtung für Menschen mit neurologischen Krankheiten. Problem: Sie darf nicht direkt vor dem Essen spritzen.

Meine Blutzuckerwerte sind top, gelegentlich gibt es aber kleine Ausreißer nach oben oder nach unten … Eigentlich ganz normal, keine extremen Sachen. Aber da wo ich lebe, wird ignoriert, dass ich ein schnellwirkendes Insulin ohne SEA (Spritz-Ess-Abstand) habe. Das bedeutet: Ich kann nicht am Tisch spritzen, wenn das Essen kommt. Sondern ich muss es im Zimmer machen. Grund: Die anderen Mitbewohner, die da angeblich Probleme hätten damit, wenn ich am Tisch spritze.

Das bedeutet, als Diabetiker muss man im Zimmer spritzen, dann kommt erst der Salat, und dann der Hauptgang. Das sind über 45 Minuten (ohne Kohlenhydratzufuhr). Es interessiert die Betreuer aber nicht. Das ist mit einer der Gründe, warum ich nun auf eine Insulinpumpe wechseln will, weil das so nicht geht.

Damit zwingen sie mich auf eine Pumpe, ob sie es nun beabsichtigt haben oder nicht. Die Einrichtung nimmt Menschen mit neurologischen Krankheiten auf (Spinale Muskelatrophie (SMA), MS, oder ALS, Querschnittlähmung etc. …). Und sie behaupten, dass das für die anderen nicht angenehm wäre … Dabei geht's ja diskret. Ich finde das wirklich ein Luxusproblem: Mit SMA, Diabetes und noch anderen Krankheiten sollte eine Einrichtung wirklich keine Probleme damit haben, dass jemand Insulin spritzt. Das hat mich in diesem Jahr wütend gemacht.