Wegweisende Meile? Fitnessprogramm für britische Grundschüler

Lauft, Kinder, lauft!

1,6 Kilometer lang ist die Strecke, mit der britische Grundschüler ihre Fitness verbessern. Auch Menschen, die bereits einen Typ-2-Diabetes entwickelt haben oder ein erhöhtes Diabetesrisiko aufweisen, kann das Programm „The Daily Mile“ (die tägliche Meile) Mut machen: Es zeigt, wie bereits moderate, aber regelmäßige Bewegung dem Körper guttut

The Daily Mile – Fitnessprogramm für britische Grundschüler: Bewegung verringert das Risiko für Typ-2-Diabetes bereits im Kindesalter
Jeder Schritt hilft: Bewegung verringert das Risiko für Typ-2-Diabetes bereits im Kindesalter

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ Für britische Grundschüler ist dieser 2.000 Jahre alte Philosophensatz aktueller denn je. Nachdem die Grundschulrektorin Elaine Wyllie erstaunt feststellen musste, dass ihre Zöglinge bereits nach der Aufwärmrunde eines geplanten Fitnesstests erschöpft waren, ersann sie für ihre Schüler ein eigenes Bewegungsprogramm.

Ab nach draußen!

Die Idee: Sport an der frischen Luft. Jeden Tag, 15 Minuten am Stück. Die Kinder können sich in dieser Zeit in ihrem eigenen Tempo bewegen – manche spazieren, manche joggen. Der Name „The Daily Mile“ rührt daher, dass man in diesen 15 Minuten eine solche Meile, also umgerechnet 1,6 Kilometer, locker gehen kann. Nachdem alle Beteiligten – die Schüler, ihre Eltern und die Lehrer – von den zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen dieser regelmäßigen Bewegung berichteten, sahen sich britische Forscher das Programm in einer Studie genauer an.

Zwei britische Grundschulen unter Beobachtung

Um eine Vergleichbarkeit zu schaffen und den Erfolg der „The Daily Mile“ auf den Prüfstand zu stellen, nahmen 391 Schüler im Alter zwischen vier und zwölf Jahren und von zwei Schulen an der Studie teil. An einer der Schulen wurde „The Daily Mile“ eingeführt, die andere Schule hat sie nicht eingeführt und wurde somit zur Kontrollgruppe.

Die Experten konzentrierten sich auf vier Parameter: Wie sehr erhöht sich die körperliche Aktivität? In welchem Maß reduziert sich die Sitzzeit der untersuchten Schüler? Steigert sich ihre Ausdauer? Wie verbessert sich allgemein die Körperzusammensetzung?

Bewegung zahlt sich aus

Nach dem siebenmonatigen Untersuchungszeitraum zeigte sich deutlich: Die Schüler, die das „The Daily Mile“-Programm durchliefen, wiesen bei allen Messungen deutliche Verbesserungen im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Sie waren körperlich aktiver, fitter, ihre Körperzusammensetzung hatte sich signifikant verbessert.

In einer Zeit, in der auch immer mehr Kinder an Typ-2-Diabetes erkranken, zeigt diese Studie, wie wichtig Bewegung als Teil der Vorsorge ist. Denn: ein gewichtiger Risikofaktor für Typ-2-Diabetes ist in den steigenden Adipositas-Zahlen im Kindesalter zu finden. Die Studienergebnisse sind aber auch richtungsweisend für Erwachsene mit Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes: Man muss nicht zum Sportprofi werden, um sich körperlich fit zu halten – denn schon eine moderate regelmäßige Bewegung hat einen spürbar positiven Effekt.

Wenn die tägliche Bewegung also zur Gewohnheit wird, dann muss das britische Sprichwort mit dem Apfel und dem Doktor vielleicht bald umgeschrieben werden. Nach Elaine Wyllies Bewegungsprogramm hieße es wohl: „A mile a day keeps the doctor away.“