Tipps zu Yoga und Diabetes

Auf in die Heldenstellung!

Weniger gestresst sein, fitter werden und sich gesünder ernähren: Viele von uns haben sich schonmal etwas davon vorgenommen. Gute Nachrichten: Mit Yoga können Sie viel davon umsetzen, egal ob jung, alt, Sportskanone oder Bewegungsmuffel. Und auch dem Diabetes tun Sie etwas Gutes.

Yoga und Diabetes
Aber bitte mit Asana: So werden die Körperübungen beim Yoga auch genannt.

Yoga ist in aller Munde und was bereits vor 2.000 Jahren Körper, Geist und Seele guttat, begeistert auch heute noch eine beständig wachsende Anhängerschaft. Wer dagegen meint, dahinter stecken bloß ein paar gymnastische Dehnübungen, hat Yoga weit unterschätzt: Yoga ist eine ganzheitliche philosophische Lehre, die mit Entspannungs- und Atemübungen, Meditation und nicht zuletzt den Asanas (Yoga-Haltungen) konkrete Form annimmt.

Yoga bei Diabetes: Ommm …bedingt ausprobieren!

Bewegung kann viele nützliche Effekte auf den Körper haben und gehört deshalb fest zur individuellen Therapie für Menschen mit Typ-2-Diabetes. Mit jeder körperlichen Aktivität verbraucht der Körper Glukose. Je mehr die Muskeln arbeiten müssen, desto mehr Glukose muss aus dem Blut in die Muskeln nachgeliefert werden – der Blutzuckerspiegel sinkt. Bei einer Restfunktion der Bauchspeicheldrüse kann Bewegung daher helfen, den Blutzuckerspiegel langfristig zu senken und so Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Kilometerlange Runden joggen oder sich im Fitnessstudio auf Hochleistung trimmen sind aber kein Muss, um die positiven Effekte sportlicher Aktivität zu genießen: Eine US-amerikanische Studie legt nahe, dass regelmäßige Yoga-Übungen den Blutzucker ebenso senken können. Sie können Ihr Training demnach sehr viel entspannter angehen – und genau deshalb bietet sich Yoga zum sportlichen Einstieg geradezu an.

Es ist zudem erwiesen, dass Yoga Stress, Nackenschmerzen und sogar Herzerkrankungen entgegenwirken kann. Perfekt, denn Stress kann sich wiederum negativ auf den Blutzuckerspiegel auswirken und Folgeerscheinungen wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hervorrufen. Außerdem kann man mit bestimmten Asanas die Durchblutung der Arme und Beine fördern und nicht zuletzt auch beim Abnehmen helfen – denn mit der körperlichen Anstrengung kurbelt man nebenbei auch den Kreislauf an, baut Muskeln auf und verbrennt Fett.

Für junge Hüpfer und alte Haudegen

Yoga lässt sich vielerorts auch auf engerem Raum praktizieren und ist für jedermann geeignet. Denn das Schöne ist, dass es für jede Altersgruppe, jedes Fitnesslevel und jede Motivation die richtige Form gibt. Kinder können genauso zu Yogis werden wie Rentner oder Profifußballer.

Ob man nun ins Yogastudio geht, im Freien Sonne tankt oder seine Session lieber zuhause abhält, ist dabei dem eigenen Gusto überlassen. Ein paar Minuten pro Tag können schon helfen, sich zu entspannen und die eigene Fitness zu verbessern. Positiver Nebeneffekt: Yoga wirkt stimmungshebend!

Bloß kein Stress

Ganz wichtig dabei: Yoga ist kein Leistungssport. Es kann zwar je nach individuell gewählter Intensität und Form anstrengend sein und zu Muskelkater führen. Dennoch sollte man sich nicht hinreißen lassen, die letzten Zentimeter auch noch Dehnen zu wollen, weil der fitte Neben-Yogi im Studio es ja schließlich auch schafft. Das ist nur stressig (und Stress möchte man ja vermeiden) und kann sogar zu Verletzungen führen.

Was zu beachten ist

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind, hören Sie sich doch einfach mal in Ihrem Umfeld um oder recherchieren im Internet – es gibt mittlerweile sehr viele Yoga-Angebote. Allerdings braucht es weder Zertifikat noch Ausbildung, um als Yoga-Lehrer zu gelten. Deshalb kann es sinnvoll sein, persönliche Erfahrung von Bekannten einzuholen oder beispielsweise Bewertungen im Internet zu lesen.

Welche Yoga-Form zu einem passt, kann man am besten herausfinden, wenn man es einfach mal ausprobiert. Viele Studios bieten beispielsweise Probestunden an. Zahlreiche Einsteigervideos gibt es außerdem im Internet oder als DVD. Vielleicht hilft auch ein Online-Test bei der Orientierung. Übrigens ist es nie verkehrt, vorher mal den Arzt zu fragen, welche Art von Bewegung in Ihrem Falle vorzuziehen bzw. eher mit Vorsicht zu genießen ist.

Generell gilt: Schauen Sie, dass Sie die Übungen richtig angehen – und  lassen Sie sich nicht stressen. Yoga ist so individuell wie die Diabetestherapie und nicht jede Form passt für jede Lebenssituation gleichermaßen. Es ist durchaus sinnvoll, verschiedene Formen und die gesamte Bandbreite des Yoga kennenzulernen. Und statt sich direkt umständlich verknoten zu wollen, kann auch schon eine Meditationsübung guttun.

In diesem Sinne: Namaste und Ommmm …