Tipps für einen erfolgreichen Insulinpumpen-Antrag

Goodbye Dawn-Phänomen

Eine Insulinpumpe wünschen sich viele – doch für eine Kostenübernahme der Krankenkassen gilt es zu zeigen, dass dieser Wunsch auch aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist. Dafür finden Sie hier eine praktische Anleitung mit Checkliste und vielen Tipps für Ihren erfolgreichen Insulinpumpen-Antrag.

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Eine Insulinpumpe kann helfen, Stoffwechselschwankungen wie das Dawn-Phänomen in den Griff zu bekommen

Der Weg von der Insulintherapie mit Spritzen oder Pens zur Insulinpumpe führt Sie auf jeden Fall erst einmal zu Ihrem Diabetologen, denn eine Insulinpumpe muss vom Arzt verordnet werden. Er wird mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch abklären, ob die Insulinpumpe für Sie in Frage kommt. Grundsätzlich kommen Menschen mit Typ-1-Diabetes aus allen Altersgruppen in Betracht, deren Stoffwechsel durch eine ausgereizte ICT nicht ausreichend gut einstellbar ist. Auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes wird eine Pumpe in Ausnahmefällen genehmigt. Ausschlaggebend ist, dass die Therapie-Ziele trotz mehrfach täglicher Insulininjektion und Ausschöpfung aller sonstigen therapeutischen Möglichkeiten nicht erfüllt werden können. Anzeichen dafür sind zum Beispiel häufige Unterzuckerungen, das Auftreten des Dawn-Phänomens oder ein (unerklärlich) hoher HbA1c-Wert. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, stellt Ihr Arzt einen Erstantrag an die Krankenkasse. Dafür benötigt er eine Kopie Ihres Gesundheitspasses Diabetes, sowie ihr Blutzuckertagebuch mit den Werten der letzten drei Monate. In Ihrem Blutzuckertagebuch sollte Folgendes notiert sein:

  • Blutzuckerwerte mit Datum und Uhrzeit (mind. 4x am Tag)
  • Basis-/Bolus-Insulindosis
  • Konsumierte KE/BE und Korrekturfaktoren
  • Zielblutzucker
  • Welche Maßnahmen wurden bei welchen Ereignissen (z.B. Sport, Krankheit) ergriffen?
  • Welche Basal-/Verzögerungs-Insuline wurden unter ICT eingesetzt?
  • Wie oft am Tag und zu welcher Uhrzeit wurden diese jeweils gespritzt?
  • Im Blutzuckertagebuch muss die Indikation zur Pumpentherapie, zum Beispiel Dawn-Phänomen oder häufige starke Unterzuckerungen, belegt sein. Digitale Lösungen wie die Accu-Chek Smart Pix Software oder das Accu-Chek Connect System ermöglichen es, die Daten einfach und vollständig zu erfassen, zu exportieren und anschließend per PDF-Ausdruck dem Pumpenantrag beizulegen.

Zusammen mit diesen Unterlagen schickt Ihr Arzt den Antrag an Ihre Krankenkasse, wo er vom medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft wird. Stimmt dieser der therapeutischen Notwendigkeit für eine Insulinpume zu, übernimmt die Krankenkasse langfristig alle Kosten. Wird Ihr Antrag auf Probe genehmigt, dokumentieren Sie alle obigen Werte für ein anschließendes Gutachten durch den MDK. Das Gutachten soll zeigen, ob sich die Einstellung Ihres Blutzuckerspiegels mithilfe der Pumpe verbessert hat.

Was tun, wenn alle Mühen erfolglos sind?

Sollten Sie trotz persönlichem Gespräch mit Ihrem Sachbearbeiter und vollständiger, umfangreicher Unterlagen bei der Beantragung große Probleme mit Ihrer Krankenkasse haben, könnte unter bestimmten Umständen ein Kassenwechsel die Lösung bedeuten. Geht das so einfach? Zunächst ja. Für die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland besteht Aufnahmepflicht, das heißt: Auch wenn eine chronische Erkrankung (wie zum Beispiel Diabetes) vorliegt, können Sie einen Antrag stellen und werden ohne weitere Prüfung aufgenommen.

Doch ein Wort der Vorsicht: Wenn Ihre alte Kasse den Antrag auf eine Insulinpumpentherapie ablehnt, bietet ein Wechsel keine Garantie dafür, dass dieser bei einer neuen Krankenkasse durchgeht. Trotzdem – als letzter Ausweg in festgefahrenen Antrags-Situationen kann eine andere Krankenkasse mit einem neuen Sachbearbeiter manchmal die Lösung des Problems bedeuten. Als Patient bleibt Ihnen auch immer der Weg vor dem Sozialgericht eine kostenfreie Klage einzureichen.