Lauf zwischen den Meeren 2016 II: Bastis kleiner Rückblick

Sport und Diabetes mit Staffelstab von Küste zu Küste: Basti berichtet von seiner Etappe im Team von "Powered by Insulin"

Das Team Powered by Insulin
Ausgepowered aber zufrieden: Das Team nach dem Lauf am Ostseestrand

Der zweite Teil der #meinbuntesleben Triologie "Lauf zwischen den Meeren 2016". Diesmal berichtet Basti von Sportgel, Wohlfühl-Blutzucker, Tornadostrecke und mehr!

Am 28. Mai 2016 war es wieder soweit. Der Lauf zwischen den Meeren mit Powered-by-Insulin stand auf dem Programm. Ein Staffellauf über knapp 100 km von Husum bis nach Damp in Schleswig-Holstein. Für mich sollte es die dritte Teilnahme daran werden. Und natürlich erwartete ich von mir selbst auch eine Verbesserung meiner Laufzeit. Also hieß es schon seit Januar, das Trainingspensum zu erhöhen.

powered-by-insulin-Logo
Laufgruppe und Plattform für Menschen mit Typ-1-Diabetes: Powered by Insulin
Ich bin nicht besonders sportlich, wollte es aber unbedingt schaffen. Also habe ich erst versucht, kleinere Runden schneller zu laufen um die Pace zu verbessern. Später dann bin ich auf meine genaue Wettkampfdistanz von 9,8 km gegangen, denn meine Etappe beim „LzdM“ hatte genau diese Entfernung. Kathi von Sport-mit-Diabetes hat mich von Zeit zu Zeit mit sehr nützlichen Tipps versorgt. Vielen Dank dafür Kathi! J Mit 130 kg Körpergewicht war es jedoch nicht so einfach, „federleicht“ durch die Landschaft zu joggen. Es brauchte Zeit, bis mein Körper den 10 km gewachsen war. Auch mit dem Blutzucker war es anfangs etwas holprig. Häufiges Messen unterwegs hat mir jedoch geholfen, meinen „Wohlfühl-Blutzucker“ allmählich zu finden. Praktisch war dafür mein Blutzuckermessgerät Accu-Chek Mobile. Das ist robust und passt zusammen mit meinem Pen und etwas Sportgel super in die kleine Bauchtasche, die ich zum Laufen immer trage. Ein guter Blutzucker für mich liegt nun bei etwa 150 mg/dl. Am besten also mit 170 mg/dl starten, um mit ca. 100 mg/dl anzukommen. Das wäre zumindest der Idealfall. Als ich dann im April die Trainingsintervalle nochmals erhöht habe, stellten sich leider Schmerzen in der Ferse bzw. der Achillessehne ein. Ursachenforschung ergab ein völlig „plattgelaufener“ Schuh. Da mir der Schuh aber sonst prima passt, habe ich mir das gleiche Modell gleich noch mal gekauft. Danach waren die Schmerzen quasi sofort abgestellt. Der Lauf konnte kommen …

Das Laufwochenende …

Das Team um Powered by Insulin trifft sich immer schon am Freitag vor dem Lauf. Auch dieses Jahr war unser Basecamp wieder der gemütliche Ferienhof dicht am Veranstaltungsort. Im Laufe des Tages trudelten alle Teilnehmer ein. Ich selbst war schon um die Mittagszeit angekommen und wurde traditionell mit einem kleinen Umtrunk empfangen. Die Stimmung war super, das Wetter ideal zum Laufen prognostiziert.

Sport und Diabetes: Hypohelfer
Hypohelfer – bei Sport und Diabetes das A & O

Gen Abend, als alle angekommen waren, gab es die Shirts und andere kleine Geschenke für die Teilnehmer. Die Fliegende-Pillen hatten für jeden einige Hypohelfer bereitgestellt. Außerdem gab es eine Trinkflasche von diabetesundsport.at sowie eine Powered-by-Insulin Tasse und natürlich die Startunterlagen. Nachdem die Organisation für den Wettkampftag ausgiebig besprochen war, ging es für mich ab ins Bett.

Der Wettkampftag startete für mich relativ entspannt. Meine Staffelübergabe war frühestens um 11:30 Uhr geplant, sodass ich noch in Ruhe frühstücken und meinen Blutzucker einstellen konnte. Da wir dieses Jahr wieder mit zwei Teams am Start waren, konnten sich immer zwei Läufer gemeinsam auf den Weg machen. Kathrin war parallel zu mir eingeteilt und musste mir, am Wechselpunkt angekommen, quasi das Händchen halten. Ich war sooo aufgeregt, dass es jetzt gleich losgeht. Ich hatte mich ein Jahr darauf vorbereitet, jetzt und hier eine möglichst gute Performance abzurufen. Mein Blutzucker blieb stabil bei 190 mg/dl. Doch die Anspannung stieg weiter. Endlich kam André mit dem Staffelstab in die Wechselzone, ich übernahm und lief los. Endlich war es soweit, ich hatte den Stab und war auf Strecke! Nach gut 1,5 km schaute ich auf meine Laufuhr und stellte mit Erschrecken fest, dass ich fast eine Minute pro km schneller war als im Training. Das würde ich nie bis zum Ziel durchhalten. Also erst mal „Fuß vom Gas“. Danach lief es dann zunächst wie geplant. Die Sonne brannte jetzt schon sehr vom Himmel. Umso mehr freute ich mich über einen privat organisierten Wasserstand bei km 5. Dann kam ein Anstieg, an dem so einige andere Läufer gehen mussten. Erstaunlicherweise kratzte mich das gar nicht. Doch dann kam der letzte Teil meiner Etappe. Etwa 4 km einer Landebahn vom Bundeswehr-Stützpunkt Jagel. Die „Tornadostrecke“ machte mir dermaßen zu schaffen, dass ich immer mehr an Tempo verloren habe. Betonwüste weit und breit. Das Ziel die ganze Zeit vor Augen, aber es kam irgendwie gar nicht näher. Durst machte sich breit und ein extrem trockener Mund motivierte mich, einen Blutzucker zu nehmen. 250 mg/dl. Bähm … Korrektur gespritzt und weiter.

Am Wechselpunkt 5 angekommen, übergab ich meinen Staffelstab an Nicole, war zwar extrem kaputt, aber auch extrem glücklich es geschafft zu haben. Kathrin kam sehr kurz nach mir eingelaufen. Toll, dass die Teams dieses Jahr so gleichauf waren.

Medaillen: Lauf zwischen den Meeren
Stolze LzdM Medaillen-Besitzer powered by Insulin

Danach fuhren wir zurück ins Basecamp zum Duschen, um dann gemeinsam mit einigen anderen Läufern zum Ziel nach Damp zu fahren. Traditionell laufen alle Teams dort die letzten 300 Meter zusammen bis ins Ziel. Eine tolle Sache, die auch den Teamgeist stärkt. Nachdem unsere beiden Teams angekommen waren, wurden noch tolle Gruppenfotos am Ostseestrand gemacht und der Abend im Basecamp klang bei leckerem Essen und (vielen) Getränken aus.

Lesen Sie hier den 1. Bericht vom Lauf zwischen den Meeren 2016 : „Na, Insulin schon alle?“