Laura13371 erzählt, wie ihr ein Gespräch mit einem Psychologen bei ihrem Diabetes geholfen hat

Muss das hier am Tisch sein?!

Ein Hund mit Schlappohren.
Wenn Zuhören gut tut: Gespräche mit Außenstehenden können manchmal helfen.

Als ich die Diagnose Diabetes-Typ-1 bekam, war es für mich wie eine Leere. Die Frage danach, was mich wohl jetzt erwartet, wurde immer größer. Wie ist das vor allem bei der Arbeit oder wenn ich mit anderen Menschen am Tisch gemeinsam esse und ich auf einmal die Spritze raushole und noch vorher den Blutzucker am Finger messe. Ich habe sofort an die anderen Menschen gedacht und was die wohl denken.

Im Krankenhaus saß ich dann bei einem Psychologen, der mich fragte, wie es mir mit der Situation geht. Ich erklärte ihm meine Gedanken: "Was ist, wenn ich mit anderen Menschen am Tisch sitze, Blutzucker messe, Insulin spritze und die dann vielleicht sagen ‚Laura muss das hier sein?!‘ ?" Der Psychologe fragte mich die gleiche Frage zurück: Muss das denn sein? Und ich bejahte. Er erklärte mir, dass das, was ich manuell an meinen Körper abgeben muss, bei den gesunden Menschen am Tisch automatisch im Körper geschieht. Man sieht es nur nicht.

Das tolle bei einem Psychologen ist, dass er dir nicht einfach die Lösung sagt, sondern dir hilft, deine Gedanken zu ordnen. Und was war der beste Tipp, den ich bekommen habe? Frage dich immer selbst: Muss das sein? Die Antwort ist leicht: Ja, es muss sein. Das hat mir ein großes Selbstvertrauen gegeben und in jeder Situation, in der ich mit anderen Menschen am Tisch esse, denke ich an seine Worte.