Wie Sie Nierenerkrankungen erfolgreich vorbeugen können

Eine Million kleine Filter

Trinken Sie doch heute mal ein symbolisches Glas Wasser, um Ihre Nieren zu feiern. Warum? Es ist Weltnierentag – ein guter Anlass, diesem lebensnotwendigen Organ und seiner speziellen Bedeutung für Menschen mit Diabetes Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie Sie Nierenerkrankungen erkennen und vorbeugen
Um einen Nierenschaden frühzeitig festzustellen, sollten Sie Ihren Urin einmal im Jahr auf das Eiweiß Albumin testen lassen

Sie sind die Waschmaschinen des Körpers: Täglich fließen etwa 7 Badewannen Blut durch unsere beiden faustgroßen Nieren. Dabei werden Gift- und Abfallstoffe entsorgt. Nieren sind aber längst nicht nur fürs Recycling zuständig: Sie regeln außerdem den Blutdruck, den Sauerstoffgehalt des Blutes sowie den Salz- und Flüssigkeitshaushalt im Körper. Das alles geschieht in einem kilometerlang verästelten Röhrensystem mit bis zu einer Million kleiner Untereinheiten, den Nephronen.

Diabetes kann an die Nieren gehen

Bei hohen Blutzuckerwerten leiden die Nieren stark: Es werden verschiedene entzündliche Botenstoffe aktiviert, die das Nierengewebe nach und nach zerstören. Diabetes ist in Deutschland die häufigste Ursache für ein chronisches Nierenversagen – 40 Prozent der Menschen mit Diabetes haben spätestens 20 Jahre nach Diagnosestellung einen Nierenschaden. Schätzungsweise 20.000 von ihnen gehen regelmäßig zur Dialyse. 

Der Diabetes-Typ scheint dabei keinen großen Unterschied zu machen: Einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge haben 10 Prozent der Menschen mit Typ-2 Diabetes in Deutschland eine Nierenerkrankung (Nephropathie), unter denen mit Typ-1 sind es 15 Prozent. Trotz dieser relativ hohen Zahlen ist eine Nierenerkrankung bei Diabetes nicht vorprogrammiert: Wenn Sie die folgenden Punkte beachten, können Sie wesentlich zur Gesundheit Ihrer Nieren beitragen.

Höchste Priorität: Ihr Blutzuckerspiegel

Der offensichtlichste Ratschlag bezieht sich auf die Blutzuckerwerte: Sie sollten unbedingt versuchen, dauerhaft zu hohe Werte zu vermeiden. Holen Sie sich dazu alle Hilfe, die Sie bekommen können. Manchmal bedeutet das, dass Sie sich vom Hausarzt, der schon immer Ihren Diabetes behandelt, zu einem spezialisierten Diabetologen überweisen lassen sollten. Bei einer dauerhaft schlechten Stoffwechseleinstellung ist es manchmal lohnenswert, über eine Änderung der Therapie nachzudenken: Die Umstellung von oralen Antidiabetika zu einer Insulintherapie oder von der intensivierten Insulintherapie zu einer Insulinpumpe kann Ihre Blutzuckerwerte langfristig verbessern. Wie sich Ihre Werte verhalten, wird nur durch regelmäßiges Messen und eine lückenlose Dokumentation deutlich. Sie haben manchmal Schwierigkeiten, sich zu Messungen und zum Festhalten Ihrer Werte zu motivieren? Ein Blutzuckermesssystem mit dem Sie zum Beispiel durch eine App jederzeit Zugriff auf Ihre Daten haben, könnte Sie hier vielleicht unterstützen. Oder suchen Sie sich Inspiration in einer der zahlreichen Diabetes-Selbsthilfegruppen in Deutschland, oder online in Blogs und Chatforen.

Senken Sie Ihren Blutdruck

Auch ein hoher Blutdruck macht Ihren Nieren das Leben schwer. Neben der Behandlung mit Medikamenten gibt es auch verschiedene natürliche Methoden, die den Blutdruck senken können. Wichtig ist allen voran: Viel Bewegung. Die hilft, Übergewicht zu reduzieren und die Blutdruckwerte in einen gesunden Bereich zu bringen. Gute Nachrichten: Durch Bewegung wird der Blutzucker abgebaut und der Insulinbedarf der Muskeln verringert – so verbessern sich gleichzeitig Ihre Blutzuckerwerte und Sie gewinnen doppelt. Auch eine Reduktion von Eiweiß und Kochsalz kann Ihren Blutdruck senken. Dass Speisen ohne Salz fade schmecken ist übrigens eine weitverbreitete, aber falsche Meinung. Oft kann man mit Gewürzen und Kräutern sogar einen deutlich besseren Geschmack erzielen als mit der üppigen Verwendung von Salz.

Noch ein Grund, mit dem Rauchen aufzuhören

Wenn Sie schon lange mit dem Rauchen aufhören wollten, haben Sie jetzt noch eine weitere Motivation: Vor allem, wenn schon eine Nierenschädigung vorliegt, ist Rauchen im wahrsten Sinne "Gift" für Ihre Nieren. Es beschleunigt die Schädigung des Nierengewebes und senkt dessen Filterleistung.

Vorsicht bei Medikamenten

Sie nehmen verschiedene Medikamente ein? Sind Ihre Nieren bereits geschädigt, kann sich bei Arzneimitteln, die über die Nieren ausgeschieden werden, der Wirkstoffspiegel im Blut erhöhen. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten wird Ihr Arzt diesen Umstand von vorneherein berücksichtigen. Doch auch einige freiverkäufliche Arzneimittel, zum Beispiel Schmerzmittel aus der Gruppe der Antirheumatika, können bereits angegriffene Nieren weiter schädigen. Holen Sie sich also auch hier ärztlichen Rat ein oder fragen sie den Apotheker, bevor Sie eigenständig zu solchen greifen.

Lassen Sie sich regelmäßig untersuchen

Um einen Nierenschaden frühzeitig festzustellen, sollten Sie Ihren Urin routinemäßig einmal im Jahr auf das Eiweiß Albumin testen lassen. Bei einer Mikroalbuminurie lässt sich nämlich anhand von erhöhten Eiweißwerten feststellen, ob eine Schädigung der Nieren vorliegt. Den Test können Sie ganz unkompliziert bei Ihrem Hausarzt oder Diabetologen durchführen lassen.

Zum Weltnierentag finden Sie hier mehr Informationen.