Kampf den Pfunden

Mit Motivation Gewicht verlieren

10.01.2020 / #meinbuntesleben Redaktion
Gewicht wird auf einer Waage angezeigt
Ein Minus auf der Waage hängt von vielen Aspekten ab – manchmal fehlt einfach nur ein kleiner Motivationsschub.

Alle Jahre wieder nehmen sich Menschen vor, das neue Jahr mit ein paar Kilos weniger auf der Waage zu beginnen. Ein schlankes Spiegelbild kann zum Abnehmen motivieren. Darüber hinaus schwinden mit den Pfunden auch etliche gesundheitliche Risiken.

Kaum sind die Weihnachtstage vorüber, präsentieren sämtliche Cover im Zeitschriftenregal wieder Diättipps statt Festtagsmenüs. Die Zeit der guten Vorsätze beginnt.  Weil es am Hosenbund zwickt und das Hemd über dem Bauch spannt, nehmen sich die meisten Menschen zum Jahreswechsel vor, Gewicht abzunehmen. Grund dazu haben sie durchaus: Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist sogar stark übergewichtig (adipös). [1] 

Als Motivationsschub vorweg: Es gibt eine ganze Reihe gesundheitlicher Argumente für das Abspecken. Wer nach ein paar disziplinierten Wochen am Jahresanfang Schwierigkeiten hat, bei der Stange zu bleiben, sollte daher einen Blick auf den gesundheitlichen Gewinn durch Abnehmen werfen.

Typ-2-Diabetes in Schach halten

Wenn die Diagnose Typ-2-Diabetes noch nicht lang zurückliegt, kann der Zuckerstoffwechsel mithilfe einer deutlichen Gewichtsabnahme wieder normalisiert werden – und zwar unter Umständen sogar ganz ohne Medikamente. Darauf deutet die DiRECT-Studie [2] hin, die 2018 in der Fachwelt für einiges Aufsehen sorgte. An der Studie nahmen 298 übergewichtige Menschen teil und hielten eine strikte Diät. Die Hälfte der Teilnehmenden schaffte es, ihren Zuckerstoffwechsel wieder zu normalisieren, sprich: Ihr Diabetes bildete sich wieder zurück (Remission). Denjenigen, die ihr Gewicht um mehr als 15 Kilogramm reduzieren konnten, gelang diese Remission zu etwa 85 Prozent. Wer ‚nur‘ etwa 10 Kilogramm abspeckte, hatte immerhin eine 50:50 Chance auf eine Diabetes-Remission. Bei denen, die nur etwa 5 Kilogramm abnahmen, lag die Erfolgsquote bei etwa 20 Prozent.

Mit Normalgewicht wirken Medikamente besser

Übergewicht kann auch die Wirkung verschiedener Medikamente beeinträchtigen. So haben beispielsweise jüngst veröffentlichte Daten aus dem sogenannten RABBIT-Register [3] gezeigt, dass Rheumamedikamente bei Übergewicht schlechter wirken. Demnach wirkt sich jedes Kilo weniger auf der Waage günstig auf die Erkrankung selbst und den Behandlungserfolg der Medikamente aus.

Endlich wieder gut und erholsam schlafen!

Menschen mit starkem Übergewicht haben häufig Schlafstörungen. Infolgedessen fühlen sie sich tagsüber oft müde und weniger leistungsfähig. Grund für die Schlafstörungen: Bei vielen von ihnen kommt es nachts zu Atemaussetzern (obstruktive Schlafapnoe, OSA). Eine Gewichtsreduktion um zehn Prozent kann bereits die Anzahl der Atempausen halbieren, damit die Beschwerden lindern und zu einem erholsameren Schlaf beitragen, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie bereits 2012. [4]

Abnehmen senkt das Krebsrisiko

Ein hoher Köperfettanteil erhöht das Risiko für etliche Krebsarten. U.a. Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs treten nach Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums [5] allesamt häufiger bei übergewichtigen als bei normalgewichtigen Menschen auf. Im Umkehrschluss gilt deshalb: Wer sein Gewicht reduziert, kann auch sein Risiko, an Krebs zu erkranken senken.

Mythos entlarvt: Übergewicht schützt nicht vor Krankheiten

Lange Zeit glaubten auch Fachleute, dass ein paar Kilos extra auf den Rippen insbesondere ältere Menschen vor Krankheiten schützen. Überall in der Welt rechtfertigten daher Menschen ihren Hüftspeck mit dem sogenannten „Adipositas-Paradoxon“. Doch mittlerweile widerlegen immer mehr Studien diese These und zeigen: Wer seine Gesundheit schützen möchte, sollte sich von seinen vermeintlichen Rettungsringen trennen. [6]

Apps können das Ernährungsverhalten verbessern

Doch nicht nur die Aussicht auf gesundheitlichen Gewinn kann die Motivation zum Abnehmen stärken. Auch technische Helfer wie Smartphone Apps können dazu beitragen, wie eine aktuelle Metastudie [7] zeigt, in der 41 Einzelstudien zum Ernährungsverhalten untersucht wurden. Fitness- und Ernährungs-Apps arbeiten häufig mit Bildern und weiteren Informationen, zum Beispiel zu Nährwerten. Anwender protokollieren ihre Mahlzeiten mit der App, die ihnen unmittelbar eine visuelle Rückmeldung über die Kalorien und Nährstoffe gibt. Besonders gut motivieren Apps, wenn sie auf eine Veränderung des eigenen Verhaltens abzielen: Man kann in ihnen Ziele definieren, Nahrungsaufnahme und Bewegung dokumentieren, erhält ergänzende Informationen und kann sich zudem mit anderen Nutzern messen und austauschen.

Speziell für die Diabetestherapie können digitale Helfer wie die mySugr App auch dabei unterstützen, alle wichtigen Daten wie Blutzuckerwerte, Insulinabgaben, Mahlzeiten und Zusatzangaben wie Gewicht, Blutdruck etc. einfach zu erfassen und zu bündeln. Die mySugr App ist mit mehr als 2 Mio. registrierten Nutzern weltweit die erfolgreichste Diabetes-App – und kann kostenfrei über den Apple App Store und Google Play heruntergeladen werden.
 

Quellen:

[1] Robert Koch-Institut, Themenschwerpunkt Übergewicht und Adipositas, https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Uebergewicht_Adipositas/Uebergewicht_Adipositas_node.html

[2] Lean EJ et al.: Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT), Lancet 2018, https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)33102-1/fulltext

[3] Schäfer M. et al.: Obesity reduces the real-world effetiveness of cytokine-targeted but not cell-targeted disease-modifying agents in rheumatoid arthritis. Rheumatology 2019.
https://doi.org/10.1093/rheumatology/kez535

[4] Übergewicht als Hauptrisikofaktor für Schlafstörungen Betroffenen drohen schwere Folgeerkrankungen. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie von Mai 2012, https://www.hno.org/storage/app/media/PDF/presse/PM_05082012_Schlafapnoe.pdf

[5] Krebsinformationsdienst 2016, 
https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2016/news67-uebergewicht-adipositas-krebsrisiko-iarc.php

[6] Immer mehr Studien widerlegen Adipositas-Paradoxon, Deutsches Ärzteblatt vom 16.3.2018, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/91872/Immer-mehr-Studien-widerlegen-Adipositas-Paradoxon

[7]  Villinger K. et al.: The effectiveness of app‐based mobile interventions on nutrition behaviours and nutrition‐related health outcomes. Obesity Reviews 2019, https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/obr.12903