Michael Reinsch über Typ-1-Diabetes und die Vorteile des Eversense XL CGM Systems

„Eversense bedeutet für mich Freiheit!“

Als der heute 40-jährige EDV- und Netzwerkadministrator Michael Reinsch 1998 die Diagnose Diabetes-Typ-1 erhielt, warf ihn das völlig aus der Bahn. Im ersten Teil des Interviews erzählt er uns, wie ihm damals die Musik geholfen hat und warum er auf das Eversense XL CGM System nicht mehr verzichten möchte. 

Eversense Nutzer Michael Reinsch als Frontman von TYP1 in Aktion
Als Michael die Diagnose Diabetes erhielt, war die Musik sein Ventil: Viele Emotionen hat er als Sänger in den Songtexten seiner ersten Band „TYP1“ und auf der Bühne verarbeitet.

Vor 20 Jahren hast du die Diagnose Diabetes erhalten. Kannst du dich noch an den Moment erinnern?

Sehr gut sogar. Ich hatte auf einmal sehr viel Durst, innerhalb von zwei Wochen etwa 12 Kilogramm abgenommen und fühlte mich einfach nicht gut. Mit diesen Symptomen war ich bereits vertraut, denn mein Großvater erhielt mit 50 die Diagnose Diabetes, etwa zehn Jahre vor mir. Deswegen bin ich direkt zu ihm gegangen und habe mit seinem Blutzuckermessgerät meine Werte messen lassen. Das Gerät zeigte nicht einmal mehr Werte an, sondern nur noch „zu hoch“. Ich bin dann direkt ins Krankenhaus, wo ich auf die Entzugsabteilung verlegt wurde – zusammen mit drei Alkoholikern und einem älteren Diabetiker, der einen Fuß abgenommen bekam. Damals gab es noch keine extra Abteilung für Diabetiker im Krankenhaus. Mit meinen 20 Jahren hat mich das ganz schön aus der Bahn geworfen. Das Leben mit Diabetes war 1998 noch nicht so flexibel wie heute. Für mich als ein Mensch, der sehr viel Wert auf seine Selbstbestimmtheit legt, war es sehr schwierig, sich mit dieser Situation anfreunden zu müssen.         

Wie ging es danach für dich weiter?

Nicht so gut. Damals hatte ich eine Dachdeckerausbildung gemacht, die ich für mein geplantes Studium im Hoch- und Tiefbau benötigte. Mit der Diagnose bekam ich ein Berufsverbot und durfte meinen Beruf nicht weiter ausführen. Das Studium konnte ich dann auch nicht anfangen, weil mir dafür noch drei Monate Berufserfahrung fehlten. Aber es musste irgendwie weiter gehen. Ich war erst einmal über ein Jahr krankgeschrieben und habe eine Umschulung zum Informatikkaufmann beantragt. In der Zeit habe ich mich viel mit dem Thema Diabetes beschäftigt, viele Bücher gelesen und dazu Studienunterlagen von meinem damaligen Arzt organisiert. Für mich war klar, dass ich verstehen muss, was in meinem Körper passiert, weil ich jemand bin, der sich am liebsten auf sich selbst verlässt. Also muss ich selbst Entscheidungen treffen können, die mir gut tun.

Du hast 1999 deine erste Band „TYP1“ gegründet. Inwiefern hat dir die Musik im Umgang mit deinem Diabetes geholfen?

Die Musik war für mich mein Psychologe, die Bandproben meine Therapie. Ich habe die ganzen Emotionen, die als junger Mann in mir hochkochten, in die Songtexte einfließen lassen und meine Wut auf der Bühne herausgelassen. Es war ein Ventil für mich und hat mir geholfen, meine Diagnose zu verarbeiten. Nach einigen Jahren habe ich bei „TYP1“ aufgehört und als Sänger bei der Metal Band Soulgate’s Dawn angefangen. Das Musikmachen mit der Band hat so gut funktioniert, dass wir direkt ein Album aufgenommen haben und durch Europa getourt sind.

Wie war das damals für dich, mit Diabetes so viel unterwegs zu sein?

Der Zucker spielte für mich während der kompletten Tour eine untergeordnete Rolle, das lief alles toll. Ich hatte seit 1999 nie eine so schwere Unterzuckerung, durch die ich umgefallen wäre. Trotzdem musste man alles gut planen, wenn man auf Tour geht. Man hat einen komplett anderen Rhythmus, ist nachts wach, schläft tagsüber im Bus und weiß zum Teil nicht, in welchem Land man gerade ist. Da muss man einen klaren Kopf behalten, sein Insulin in Kühltaschen packen und Teststreifen sowie Ersatzkatheter für die Insulinpumpe dabei haben.

Seit 2011 nutzt du CGM-Systeme. Was sind aus deiner Sicht die Vorteile?

Für mich ist das Wichtigste an CGM-Systemen der angezeigte Trend: Geht mein Zucker nach oben, ist er konstant oder fällt er gerade? Gerade nachts kann ich nicht auf meinen Blutzucker einwirken. Das bedeutet, wenn ich schlafen gehe, brauche ich einen stabilen Wert in einem Toleranzbereich, der mir zusagt. Erst wenn meine Basalrate gut definiert ist, kann ich beruhigt ins Bett gehen. Das Beste ist dann, wenn ich am nächsten Morgen sehe, dass meine Zuckerwerte über Nacht super waren.

Warum hast du dich für Eversense XL entschieden?

Ganz klar: wegen der Freiheit! Die CGM-Systeme, die ich davor hatte, haben mir immer diktiert, dass ich sie tragen muss. Egal ob in der Sauna, beim Sport oder wenn ich ausgehe – bei Eversense XL kann ich den Smart Transmitter ganz einfach abnehmen, wenn ich möchte. Außerdem konnte ich mit Eversense XL meinen HbA1c-Wert deutlich verbessern und innerhalb von neun Monaten von 7,5%-Punkten auf 6,4%-Punkte senken. Das habe ich die ganzen 20 Jahre davor nicht geschafft. Was ich an Eversense noch klasse finde ist der Vibrationsalarm am Arm. Wenn sich eine Hypoglykämie ankündigt, kann ich direkt gegensteuern. Das ist schön.

Wer mehr über Michael Reinsch und sein Leben mit Diabetes erfahren möchte, kann ihm auf Instagram folgen: www.instagram.com/xmicharx