Genau ist nicht gleich genau

Blutzucker messen: Was ist eigentlich die ISO-Norm 15197?

31.08.2020 / #meinbuntesleben Redaktion
Messschieber
Pi mal Daumen? Für die Genauigkeit von Blutzuckermessgeräten gibt es klare Vorgaben.

Was ist Ihnen bei einem Blutzuckermessgerät besonders wichtig? Wir haben bei unseren Accu-Chek Guide Nutzern mal nachgefragt: einfach in der Handhabung, schnell zu einem Messergebnis und praktische Messutensilien führen die Liste der beliebtesten Funktionen an. Sie möchten auch von diesen Vorteilen profitieren? Hier können Sie sich ein Accu-Chek Guide Blutzuckermessgerät unentgeltlich zum Testen nach Hause bestellen. Was einem vielleicht nicht direkt in den Sinn kommt, ist die Genauigkeit der Messergebnisse. Eine gute Nachricht vorweg: Darüber müssen Sie sich auch keine Gedanken machen. Vorgaben zur Messgenauigkeit sind nämlich in einer eigenen ISO-Norm aufgeführt, die Ihrem Arzt aber auch Ihnen als Orientierungshilfe bei der Auswahl des passenden Messgeräts dienen kann.

Wer entscheidet eigentlich, wie groß ein DIN-A4-Blatt ist? Um solche Fragen kümmert sich das Deutsche Institut für Normung – auf internationaler Ebene heißt das Ganze dann ISO-Norm. Auch bei der Qualität von Blutzuckermessgeräten hat man sich auf eine solche Norm festgelegt: Hier gilt aktuell die DIN EN ISO 15197:2015.

Das erste Gerät zum Selbermessen kam 1968 auf den Markt und wog 1,1 Kilogramm. Seit dem hat sich viel getan: Moderne Blutzuckermessgeräte wie Accu-Chek Guide wiegen ca. 40 Gramm und passen in jede Hosentasche. Auch in Sachen Messgenauigkeit werden die Geräte immer besser. Die Anforderungen an Blutzuckermessgeräte verschärfen sich auch immer wieder und umfassen bestimmte Kriterien, zum Beispiel wie stark die angezeigten Messwerte vom tatsächlichen Blutzuckerspiegel abweichen dürfen. Bei einer aufeinanderfolgenden Anzahl von Messungen müssen die Werte innerhalb eines vorgegebenen Bereichs liegen. Auch zum Referenz-Laborwert darf dabei nur eine bestimmte maximale Abweichung erzielt werden. Geräte, die das nicht erfüllen, gelten als ungenau und dürfen nicht auf den Markt gebracht werden.

Bei der aktuellen ISO-Norm 15197:2015 spielen auch eine einfache benutzerfreundliche Handhabung und der Einfluss von Störgrößen, zum Beispiel die Einnahme bestimmter Medikamente, auf das Messergebnis eine Rolle. Übrigens: Natürlich erfüllen alle aktuellen Blutzuckermessgeräte von Accu-Chek die Anforderungen der ISO-Norm 15197:2015. Eine 2020 veröffentlichte Studie belegt sogar, dass Accu-Chek Guide im engsten getesteten Toleranzbereich, der die Abweichung der Messergebnisse festlegt, die genauesten Ergebnisse liefert.

Zahlen bitte! Wie genau ist denn nun genau?

Je niedriger der tatsächliche Blutzuckerspiegel, desto weniger darf sich das Gerät vermessen.

Bei unter 100 mg/dL darf der gemessene Wert nicht mehr als 15 mg/dL vom tatsächlichen Wert abweichen. Ab einem Wert von 100 mg/dL darf die Abweichung höchstens 15 Prozent betragen.

Was heißt das, eine 15 prozentige Abweichung?

Liegt der tatsächliche Blutzuckerspiegel zum Beispiel bei 120 mg/dL, dann wäre es noch im Rahmen, wenn das Gerät stattdessen einen Wert von 138 mg/dL anzeigt. 18 mg/dL zu hoch – die Abweichung beträgt genau 15 Prozent.

Und was ist, wenn das Gerät einmal völlig daneben liegt?

Wenn Ihnen der Messwert absolut nicht plausibel vorkommt, prüfen Sie am besten erst mal folgende Punkte:

  • Befinden sich vielleicht noch Zuckerrückstände an Ihren Fingern?
  • Ist es vielleicht zu heiß oder zu kalt für Ihr Blutzuckermessgerät?
  • Ist die Luftfeuchtigkeit eventuell zu hoch? Teststreifen sind bei hoher Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich. Falls Sie öfter einer hohen Luftfeuchte ausgesetzt sind, empfiehlt sich vielleicht ein Blutzuckermessgerät, das hier mitdenkt: Accu-Chek Guide erkennt dank 150 Sicherheitschecks vor und während jeder Messung Einflüsse durch Luftfeuchtigkeit und Temperatur.
     

Ein Blutzuckermessgerät sollte genügen

Noch ein allgemeiner Tipp: Zwei oder mehr unterschiedliche Blutzuckermessgeräte zu verwenden, mag im Alltag aus unterschiedlichsten Gründen vorteilhaft erscheinen. Aber gerade mit Blick auf die erlaubte Abweichung wird deutlich, warum man nur auf ein Messgerät setzen sollte: Werden zwei Geräte mit unterschiedlichen Abweichungen verwendet, kann das zu Verwirrung und fehlerhaften Interpretationen führen. Nutzen Sie nur ein Gerät, können Sie sich individuell auf die gemessene Werte einstellen und lernen mit ihnen umzugehen.