Insulinpumpe und Partnerschaft

Dreiecksbeziehung: You can leave your pump on …

Eine Insulinpumpe kann Ihre Diabetes-Therapie grundlegend verbessern. Dafür wird sie zum stetigen Begleiter. Das stört in einer Partnerschaft nicht weiter … na gut, manchmal doch ein bisschen. Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie mit der Thema Insulinpumpe in Ihrer Partnerschaft umgehen können. 

Insulinpumpe und Partnerschaft
Für den Partner mag das zumindest am Anfang etwas befremdlich sein – so ein fest mit dem geliebten Menschen verkabeltes Gerät.

Eine Umstellung auf die Insulinpumpentherapie wirkt sich auch auf die Beziehung aus – wie jede größere Entscheidung im Leben. Von vielen dieser Auswirkungen wird Ihr Partner profitieren: Die Pumpe gibt den Insulin-Grundbedarf, also die Basalrate, automatisch nach vorgegebener Programmierung ab  und  per Knopfdruck zusätzliches Insulin zu den Mahlzeiten. So sind Sie im Alltag leistungsfähig und flexibel: Morgens lange ausschlafen, dann entscheiden, dass man heute eine Radtour mit der Familie unternehmen und danach abends Essen gehen möchte? Mit der Insulinpumpe kein Problem. Außerdem entfällt unangenehmes Spritzen in der Öffentlichkeit und Ihr Diabetes-Gepäck in der Handtasche reduziert sich deutlich.

Ein treuer Begleiter

Um all diese Vorteile der Insulinpumpe nutzen zu können ist es nötig, dass sie rund um die Uhr über einen kleinen Katheter durch das Unterhautfettgewebe mit dem Blutkreislauf verbunden ist. Für den Partner mag das zumindest am Anfang etwas befremdlich sein – so ein fest mit dem geliebten Menschen verkabeltes Gerät. Reden Sie offen über die Pumpe, um eventuelle Ängste abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Klären Sie auch, wie Sie mit dem Thema im Kreis Ihrer Freunde und Bekannten umgehen: Wer weiß von Ihrem Diabetes, wie reagieren Sie beide auf Fragen, die vielleicht durch das offene Tragen der Pumpe am Gürtel entstehen? Zeigen Sie Verständnis, wenn der Partner erst einmal mit der Technik fremdelt – der Gewöhnungseffekt und die erlebbaren Vorteile der Pumpe für die Partnerschaft arbeiten für Sie. 

Schäferstündchen

Auch bei der schönsten Nebensache der Welt empfinden viele die Insulinpumpe als störend und nehmen sie deshalb lieber ab. Verwenden Sie dafür am besten abkoppelbare Infusionssets – so können Sie die Insulinpumpe kurz abkoppeln, ohne eine neue Kanüle legen zu müssen. Die Kanüle bleibt in der Haut, der Schlauch wird entweder direkt an der Einführungsstelle oder an einem kurzen Schlauchstück abgekoppelt, das ebenfalls am Körper verbleibt. Ob die Insulinpumpe beim Sex dann am Körper bleibt oder nicht, ist Ihnen und Ihrem Partner überlassen. Das Abnehmen der Insulinpumpe dauert ja nur wenige Sekunden und kann – mit ein wenig Fantasie – zum Teil des Vorspiels werden. Nach ungefähr 90 Minuten sollten Sie mit einem Insulinpen nachspritzen, um Insulinmangel zu vermeiden. Und danach natürlich vor dem Einschlafen das Ankoppeln nicht vergessen. ;-)

Und beim allerersten Mal …?

Bei einer ganz frischen Beziehung oder einem One-Night-Stand sieht es natürlich ein bisschen anders aus. Hier gibt es eben keine Vertrauensbasis, auf die man bauen kann und das Schamgefühl vor dem (noch) fast fremden Menschen ist deutlich höher. Man möchte schließlich sexuell attraktiv und erotisch wirken. Wie wird er/sie reagieren, wenn er bei ersten körperlichen Annäherungsversuchen plötzlich überraschend die Pumpe in der Hand hat? Wer das auf jeden Fall vermeiden möchte, kann die Pumpe schon vorher abnehmen und für die Nacht der Nächte zur ICT-Therapie wechseln – sofern sich das überhaupt planen lässt. In einer Beziehung sollte man allerdings bald die Karten auf den Tisch legen: Wenn Ihr Gegenüber Sie mag, dann auch mit Diabetes.