Insulinpumpe: Tipps fürs Wechseln des Katheters

Katheter, wechsel dich!

Eine Insulinpumpentherapie kann für Menschen mit Diabetes eine Erleichterung sein. Die selbst gesetzten Katheter müssen dabei aber kein Grund für Muffensausen sein. Hier gibt’s Tipps fürs Setzen und Wechseln der Katheter.

Insulinpumpe: Entspannt Katheter wechseln
Ganz entspannt: Mit unseren Tipps wird der nächste Katheterwechsel ein Leichtes

Wer Insulinpumpe sagt, muss auch Katheter sagen. Denn eine Insulinpumpe ist zwar gut darin, ähnlich wie die Bauchspeicheldrüse Insulin abzugeben und damit den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Ganz von alleine klappt das aber natürlich nicht, denn irgendwie muss das Insulin ja aus der Pumpe in den Körper gelangen. Dafür gibt es spezielle Katheter, die meist am Bauch, aber auch am Oberschenkel, den Hüften oder am Po gesetzt werden.

Wer sich mit einer Insulinpumpentherapie befasst, kann beim Gedanken ans Katheter setzen schon mal kalte Füße bekommen. Und selbst erfahrene Insulinpumpenträger kennen bestimmt schönere Themen, als den nächsten Katheter. Ein paar grundlegende Tipps und Kniffe helfen dabei, ganz entspannt an das Thema heranzugehen.

Wie, wo, was: Die Vorbereitung und das Einsetzen

Um Verunreinigungen und Entzündungen vorzubeugen, ist Hygiene das A und O: Das heißt vor dem Setzen die Hände gründlich waschen und die Einstichstelle mit Desinfektionsmittel (z.B. als Spray) desinfizieren. Wichtig ist hier, das Mittel trocknen zu lassen und nicht abzuwischen. Das beugt Verunreinigungen vor und sorgt dafür, dass die Stelle wirklich steril bleibt.

Wenn die Einstechstelle bereit ist, kann der neue Katheter gesetzt werden. Um die Kanüle unter die Haut zu bringen, wird der Katheter am Nadelgehäuse gehalten – auf keinen Fall an der Nadel selbst. Ein besonders griffiges Nadelgehäuse, wie es zum Beispiel die Accu-Chek Insight Infusionssets aufweisen, oder eine Setzhilfe unterstützen hierbei.

Achtung im Sommer und beim Winterurlaub in heißeren Gefilden: Katheter mit einer Teflon-Kanüle bieten eine besondere Flexibilität. Bei warmen Temperaturen kann die Kanüle allerdings weicher werden und das Einführen schwieriger machen. Ein kurzer Ausflug in den Kühlschrank wirkt dem entgegen und erleichtert das Setzen.

Klingt alles noch kompliziert? Keine Sorge! Bevor die Insulinpumpentherapie startet, werden alle Grundlagen ausführlich in einer Insulinpumpenschulung behandelt – damit wird der Katheterwechsel gleich zur Routine.

Nach dem Wechsel ist vor dem Wechsel

Grundsätzlich gilt: Alle Katheter sind Einmal-Artikel und sollten spätestens nach zwei bis drei Tagen gegen neue ausgetauscht werden. Wie lange der Katheter genutzt werden darf, steht in der Gebrauchsanweisung. Die Stelle, an der der alte Katheter saß, sollte man etwas Ruhe gönnen und den nächsten Katheter an eine neue Stelle setzen. Falls das Merken schwerfällt, kann man die Stellen z.B. in den Kalender eintragen oder auch eine feste Rotationsabfolge für sich festlegen.

Wenn die Einstichstelle juckt, wehtut oder gerötet ist, sollte der Katheter sofort gewechselt werden. Auch bei Feuchtigkeit durch ausgetretenes Insulin kann dies notwendig sein, da das Insulin womöglich gar nicht dort ankommt, wo es hinsoll.

Insulinpumpe und Katheter sind in gewisser Weise wie ein Teil des Körpers. Ein aufmerksamer Blick auf beides ist daher ratsam. Das heißt zum Beispiel, ein bis zwei Stunden nach dem Setzen den Blutzucker zu kontrollieren. Kommt es zu Spitzen oder auffälligen Schwankungen, ist möglicherweise der Katheter der Grund und sollte ausgetauscht werden.

Welcher Katheter passt zu mir?

Bei der Wahl des Katheters sind persönliche Vorlieben und der eigene Lebensstil gefragt. Die Länge der Kanüle kann um einige Millimeter variieren und man kann zwischen verschiedenen Materialien wählen: Teflon-Kanülen etwa bieten viel Flexibilität und eignen sich für einen aktiven Lebensstil, zum Beispiel für Kinder, die viel draußen toben. Einige Teflon-Kanülen lassen sich außerdem in einem variablen Einführwinkel einsetzen – für noch mehr Wahlfreiheit. Wer viel Sport macht, hat mit abkoppelbaren Lösungen wie bei den Accu-Chek Insight Infusionssets zusätzlich die Möglichkeit, die Insulinpumpe für die Dauer des Sports vom Katheter zu trennen.

Aber egal welche Länge oder welches Material  – letztlich entscheiden Sie selbst, was am besten zu Ihrer individuellen Situation und Diabetestherapie passt. Und für den nächsten Katheterwechsel sind Sie nun gerüstet.