Wie Sie Hypos mit Sport-KEs vermeiden können

Spontaner Bewegungsdrang?

Beim Sport verbrauchen unsere Muskeln eine Menge Energie – der Blutzuckerspiegel sinkt. Um bei spontaner Bewegungslust eine Unterzuckerung zu vermeiden, sollten Sie auf Sport-KE zurückgreifen. Lesen Sie hier, was es dabei zu beachten gilt.

Sport spontan: Mit den richtigen Sport-KEs
Spontane Lust auf Bewegung? – Kein Problem, wenn man die richtigen Snacks zur Hand hat!

Laut Wettervorhersage war eigentlich klar: Rund um die Uhr Regen. Aber plötzlich kommt doch die Sonne raus und Sie kriegen diese Riesenlust  eine Runde Fahrrad zu fahren. Nun ist es für Menschen, die eine Insulintherapie durchführen, ratsam, Sport und Bewegung frühzeitig einzuplanen: Aufgrund der erhöhten Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen beim Sport kann es zu einer Unterzuckerung kommen. Wenn Sie nicht genügend Vorlauf hatten, entsprechend weniger Insulin zu spritzen, heißt es deshalb: Erst mal futtern. Und zwar langsam wirkende Sport-KEs wie Vollkornbrot, Müsli oder Müsliriegel.

Flexibler sind Sie mit einer Insulinpumpentherapie. Damit können Sie auch eine temporäre Basalratenabsenkung durchführen. Die Dauer und prozentuale Absenkung ist von der Länge und Intensität des Sports abhängig. Bezüglich des Blutzuckerwerts gilt generell die Empfehlung, dass Sie mit einem  Ausgangsblutzucker  von 150-180 mg/dl (8,3-9,9 mmol) vor dem Sport startklar sind – individuell kann das aber abweichen.

KEs: Die Mischung macht's

Halten Sie Ihren Blutzuckerspiegel mit einer Kombination aus langsam- und schnellwirkenden Kohlenhydraten auf einem guten Level. Wenn Ihr Blutzuckerspiegel unter einem bestimmten Wert liegt, essen Sie am besten vor Beginn der Aktivität eine Scheibe Vollkornbrot, einen Müsliriegel oder ähnliches. Die darin enthaltenen Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel langsam und langfristig ansteigen. Während des Sports sollten Sie schnellwirksame Kohlenhydrate bereithalten, falls Ihr Blutzucker doch in den Keller geht. Dafür eignet sich zum Beispiel Traubenzucker, Fruchtsaft oder Cola. Machen Sie nach einer Unterzuckerung erst weiter, wenn Ihr Wert wieder bei 150 bis 180 mg/dl liegt.

Die Kontrolle behalten

Eine Unterzuckerung kündigt sich zum Beispiel durch Schwitzen und erhöhten Herzschlag an. Am Schreibtisch oder daheim auf der Couch macht Sie der plötzliche Schweißausbruch wahrscheinlich stutzig – beim Sport werden diese Symptome allerdings schnell übersehen. Messen Sie deshalb nicht nur vor und nach, sondern auch während der Bewegung unbedingt regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel. Indem Sie Ihre Werte gut im Auge behalten, lernen Sie auch die Wirkung Ihrer Sport-KEs einschätzen – was Ihnen bei der nächsten spontanen Sporteinheit nutzen kann. Besonders für Sportarten wie Joggen oder Radfahren sind Blutzuckermessgeräte empfehlenswert, die rasches und einfaches Messen ermöglichen. So werden Sie nicht länger als unbedingt nötig aus Ihrem Rhythmus gebracht. Mit Accu-Chek Mobile zum Beispiel brauchen Sie nicht in Ihren Taschen kramen, um Teststreifendose, Messgerät und Lanzette herauszufischen: Das  Blutzuckermesssystem bietet all diese Komponenten handlich in einem Gerät. Die Messung ist so schnell und ohne großen Aufwand möglich.

Nachspiel: Der Muskelauffüll-Effekt

Je nach Intensität der spontanen Trainingseinheit kann es bis zu 72 Stunden danach zu einer Unterzuckerung kommen. Beim sogenannten "Muskelauffüll-Effekt" zieht der Körper Glukose aus dem Blut, um die geleerten Glykogen-Speicher in den Muskeln wieder aufzufüllen. Deshalb sollten Sie auch nach dem Sport ein Auge auf Ihren Blutzuckerspiegel haben. Wenn Sie abends aktiv waren, ist es empfehlenswert, langsam wirkende KEs zu sich zu nehmen. Die Menge und der Zeitpunkt dieser Mahlzeit sind davon abhängig, wann Sie Sport gemacht haben – und von Ihren bisherigen Erfahrungen. Führen Sie ein Sporttagebuch, um Ihre Körperreaktionen besser kennen zu lernen. Wenn Sie vor dem Schlafen gehen sehen, dass Ihr Blutzuckerwert zu niedrig ist, essen Sie am besten noch ein Butterbrot oder einen Müsliriegel.  

Aus Hypos lernen

Ob geplant oder spontan, Unterzuckerungen beim Sport lassen sich nicht immer vermeiden. Nehmen Sie sich am besten Sport-Profis zum Vorbild: Versuchen Sie die Situation nachträglich zu analysieren, um zukünftige Hypos zu vermeiden. Dafür können Ihnen folgende Fragen als Orientierung dienen:

  • Habe ich die Intensität der sportlichen Aktivität richtig eingeschätzt?
  • War mein Startblutzucker zu niedrig?
  • Für Insulinpumpenträger: War die Basalratensenkung eventuell zu gering?
  • Habe ich vielleicht zu spät oder zu wenige Kohlenhydrate eingenommen?
  • Habe ich vor und während dem Sport die richtigen Kohlenhydrate zu mir genommen?

Zusätzlich ist es ratsam, dass Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder mit einem auf Sport spezialisierten Diabetesberater halten. Nützlich ist oft auch ein Erfahrungsaustausch mit anderen Sportlern mit Diabetes. Hier finden Sie ein paar Websites und Foren, die auf Sport spezialisiert sind oder viele Infos zu Sport mit Diabetes bieten: