Sorge um mich - Nathalie erzählt über das Erwachsenwerden

Flügge werden mit Diabetes

Erwachsenwerden mit Diabetes, unterstützt von Familie und Freunden
Familie und Freunde als umsorgende Begleiter zum Erwachsenwerden mit Diabetes

Seit 1999 habe ich nun Diabetes, fast 20 Jahre. Damals war ich 7 Jahre alt und wusste gar nicht, was um mich herum passiert. Meine Mama war seit diesem Moment, als unser neues Leben begonnen hat, sehr stark für mich. Doch irgendwann musste sie mich allein in die große weite Welt hinauslassen und das machte ihr große Sorgen. Sie wusste nicht, wie ich, nun auf mich gestellt, mit dem Diabetes und meinem Alltag zurechtkomme. Ihre vielen Sorgen gingen mir ehrlich gesagt sehr oft auf die Nerven, aber sie waren nicht unbegründet.

Gerade in der Zeit der Pubertät war mir eigentlich so ziemlich egal, was passieren könnte, wenn ich mich mal nicht um meinen Diabetes kümmern würde. Ich habe dann ziemlich schnell gemerkt, dass mich das mein Leben hätte kosten können. 2010 lag ich nach einem Blutzuckerwert von über 1000 einen Tag lang im Koma. Ich hatte drei Monate lang nicht auf den Diabetes geachtet. Gegessen und gespritzt hatte ich nur, wann ich wollte.

Doch dieser Moment, wenn man im jugendlichen Alter merkt, dass das Leben vorbei sein könnte, rüttelte mich wach. Seitdem ist natürlich klar, dass meine Mama sich noch mehr Sorgen macht. Besonders in der Weihnachtszeit mahnt sie, mich mehr um mich und meinen Diabetes zu kümmern. Sie fühlt sich immer noch sehr dazu verpflichtet, sich um mich zu kümmern.

Mit 26 Jahren habe ich aber mein eigenes Leben und es gibt wenig was sie davon mitbekommt. Trotzdem möchte ich sie beruhigen und ihr zeigen, dass ich alles soweit gut im Griff habe. Ich möchte ihr die Sorgen nehmen, da sie auch selbst genug Probleme mit sich trägt. Sie muss nun nicht mehr für mich stark sein, das schaffe ich schon ziemlich gut allein.

Es ist schön zu sehen, wie sich der Rest aus meinem Umfeld um mich sorgt und kümmert – zum Beispiel mein Verlobter. Meine Freunde sind sehr interessiert daran, was es mit der Erkrankung Diabetes auf sich hat, und was sie tun können um mir zu helfen, da auch noch andere Erkrankungen hinzukommen.

Ich bin in sehr guten Händen und das möchte ich meiner Mama von Mal zu Mal mehr verständlich machen. Auch wenn ich weiß, dass sie sich immer Sorgen machen wird, da ich ihr einziges liebes Mädchen bin, wie sie immer sagt.