Sherlock-Moment

Die Erkältung und ihre Auswirkungen auf Diabetes

08.02.2021 / #meinbuntesleben Redaktion
Lupe und altes Papier mit Schriftzügen.

Eine Studie der Universität Cardiff hat gezeigt, dass kalte Füße das Auftreten von Erkältungssymptomen begünstigen können. [1] Obwohl der Begriff dies nahelegt, hat eine Erkältung selbst allerdings nur wenig mit Kälte zu tun. Die gute Nachricht vorweg: Eine Erkältung ist im Normalfall harmlos und klingt meist nach einer Woche wieder ab. Menschen mit Diabetes sollten dennoch wissen, wie sich eine Erkältung auf ihren Stoffwechsel auswirken kann und welche Tipps es zur Vorbeugung und schnellen Genesung gibt.

 

Diabeteswissen kompakt

TEIL 1

Die Erkältung unter der Lupe

Mediziner sprechen bei einer Erkältung auch von einem grippalen Infekt und meinen damit eine Infektion der oberen Atemwege. [2] Sie wird meist von Erkältungsviren wie Rhino- oder Adenoviren verursacht. [3] Die Übertragung dieser Viren passiert dabei oftmals unbewusst und für das menschliche Auge nicht sichtbar: Beim Niesen und Husten werden kleinste Tröpfchen in die Luft katapultiert und können sich über die Schleimhäute (z. B. der Nase) den Weg von Mensch zu Mensch bahnen und auch über infizierte Kontaktflächen kann man sich anstecken - ein Grund mehr, sich regelmäßig die Hände zu waschen und nicht unbedacht mit den Händen in das Gesicht zu fassen. Typische Symptome einer Erkältung sind Halsschmerzen, Husten und Schnupfen. Darüber hinaus kann eine Erkältung von einem Gefühl der Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber begleitet werden. Oftmals sind die Lymphknoten seitlich am Hals geschwollen – ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem den Krankheitserregern den Kampf angesagt hat. Im Unterschied zur echten Grippe, der sogenannten Influenza, tritt eine Erkältung eher schleichend auf. In der Regel verbessert sich der Gesundheitszustand innerhalb einer Woche wieder. Nach zwei Wochen sollten die Beschwerden vollkommen abgeklungen sein. Komplikationen wie Entzündungen der Nasennebenhöhlen, der Lunge oder des Mittelohres können auftreten und sollten ärztlich behandelt werden. Schlafmangel und Stress zählen zu den Risikofaktoren für eine Erkältung. Auch hohe Blutzuckerwerte können das Immunsystem schwächen und Erkältungen begünstigen. Doch auch umgekehrt: Eine akute Erkältung kann auch die Blutzuckerwerte ordentlich durcheinanderwirbeln und zu unerwünschten Komplikationen führen.

Erkältung bei Diabetes: Den Auswirkungen auf der Spur

Erkältungen können den Stoffwechsel von Menschen mit Diabetes auf den Kopf stellen. Bei Körpertemperaturen über 38 Grad Celsius, die allgemein als Fieber bezeichnet werden, schüttet der Körper vermehrt Stresshormone wie Adrenalin aus. [4] Die Folge: Die Blutzuckerwerte steigen an und der Insulinbedarf nimmt zu. [5] Deshalb ist es wichtig, den Blutzucker während einer Erkältung regelmäßig zu messen – am besten alle drei Stunden. [6] Mit Accu-Chek Guide und Accu-Chek Instant stehen euch zwei Blutzuckermessgeräte zur Seite, die den Blutzucker verlässlich und vor allem genau messen. Gleichzeitig kann ein hoher Blutzucker vor allem bei Typ 1 Diabetikern zu einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) führen. Deshalb sollte auch die Konzentration der Ketonkörper im Blut oder Urin im Blick behalten werden. [7] Bei Menschen mit Diabetes, die sich Insulin spritzen oder eine Insulinpumpe haben, kann es zudem sinnvoll sein, die Dosis an Basal- und Mahlzeiten-Insulin vorübergehend zu erhöhen. [8] Wichtig: Solche Anpassungen der Insulinmengen sollten unbedingt erst nach Rücksprache mit dem Diabetesteam, Arzt/Ärztin oder Diabetesberater/in erfolgen! Nachdem wir die Erkältung unter die Lupe genommen haben, geht die Ermittlung noch weiter: Welche Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Erkältungssymptomen gibt es? Und was hat die ominöse AHAL-Formel damit zu tun? Das und noch mehr erfahrt ihr im zweiten Teil!

Qullen:
[1] Johnson, C., & Eccles, R. (2005). Acute cooling of the feet and the onset of common cold symptoms. Family Practice, 22(6), 608-613. https://doi.org/10.1093/fampra/cmi072 [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021] 

[2] Apotheken-Umschau.de (19.02.2020). Erkältung: Symptome, Dauer und Behandlung. Apotheken-Umschau. https://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[3] Schuster, N. (16.10.2019). Erkältung: Gut beraten. Pharmazeutische Zeitung. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/gut-beraten/ [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[4] Freund, R. (o.J.). Erkältung: Auf den Blutzucker achten. Aponet.de. https://www.aponet.de/artikel/erkaeltung-auf-den-blutzucker-achten-21479 [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[5] Soutschek, S. (26.08.2019). Erkältung: Was bei Diabetes wichtig ist. Diabetes Rategber. https://www.diabetes-ratgeber.net/Erkaeltung [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[6] Wolf, E. (14.11.2019). Diabetes und Infektion: Häufiger messen und Dosis anpassen. Pharmazeutische Zeitung. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/haeufiger-messen-und-dosis-anpassen/ [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[7] Freund, R. (o.J.). Erkältung: Auf den Blutzucker achten. Aponet.de. https://www.aponet.de/artikel/erkaeltung-auf-den-blutzucker-achten-21479 [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]

[8] Diabetiker.Info (30.11.2017). Grippe, Erkältung und Blutzuckerchaos inklusive… Was ist zu tun und wie kann ich vorbeugen? https://www.diabetiker.info/erkaeltungszeit/ [Zuletzt abgerufen am 05.02.2021]