Diabetesforschung durch die Brille von Menschen mit Diabetes

Echte PROs

Die Diabetesforschung hat es so an sich, dass sie die Dinge meist durch die medizinisch-wissenschaftliche Brille betrachtet. Menschen mit Diabetes passt diese aber nur bedingt: Wie sie den Alltag erleben, ist so individuell wie die Menschen selbst. Mittels „patientenberichteten Endpunkten“ soll nun die individuelle Lebensqualität stärker im Mittelpunkt von Forschung und Studien stehen.

Go PRO: Diabetesforschung durch die Brille von Menschen mit Diabetes
Diabetesstudien sollen in Zukunft stärker die menschliche Brille aufsetzen.

Studien sind in der Diabetesforschung Alltag. Neue Therapieansätze werden erprobt, Zusammenhänge hergestellt und Entdeckungen gemacht. Eines haben die meisten Studien dabei gemeinsam: Es handelt sich um eine rein medizinische Sichtweise, der Aufbau wird von Ärzten und Forschern erdacht und hinterher auch interpretiert. Die Patienten mit ihrer Sichtweise und ihren individuellen Maßstäben sind da erstmal weitestgehend außen vor.

Go PRO: Politik und Forschung

Im Koalitionsvertrag wurde nun erstmals ein nationaler Diabetesplan verankert, der den Umgang und die Vorbeugung von Diabetes verbessern soll. Wichtiger Aspekt dabei: Der Mensch und das Patientenwohl stehen im Mittelpunkt. Damit das funktionieren kann, sollen Menschen mit Diabetes in Zukunft direkt in die Forschung einbezogen werden. Das Stichwort dafür: „Patient-reported outcome“ – PROs. Die deutsche Bezeichnung „patientenberichtete Endpunkte“ klingt erstmal auch nicht viel einleuchtender, lässt sie sich ganz einfach erklären: Am Ende einer Studie oder Forschungsreihe – das ist der „Endpunkt“ – steht nicht die Interpretation oder Diagnose eines Arztes, sondern die individuelle, subjektive Sichtweise des Probanden: Der Endpunkt ist also „patientenberichtet“.

„PRO“ bedeutet aber nicht, dass die Probanden nach Abschluss einer Studie oder Behandlung nur ihre Gefühle kundtun oder die Studie unwissenschaftlich ist. Es geht dabei auch darum, individuelle Anhaltspunkte zu finden und dadurch andere Menschen mit Diabetes zu unterstützen. Denn beispielsweise weiß jeder Mensch mit Diabetes über die möglichen Folgen schwankender Werte Bescheid – für die Therapie kann es aber auch wertvoll sein, zu wissen wie man emotional mit solchen Situationen im Alltag umgeht. Daher soll auch schon bei der Konzeption von Studien in Zukunft darauf geachtet werden, den Menschen stärker mit einzubeziehen. Statt am Ende nur Zahlen zu wälzen und in theoretische Kontexte zu stellen, wird das Ergebnis praxisnah und nachvollziehbar von den Menschen mit Diabetes selbst bestimmt.

So lohnt es sich zum Beispiel, neben dem HbA1c-Wert auch Symptome, die der Patient selbst spürt, in den Blick zu nehmen. Und auch zu der gesundheitsbezogenen Lebensqualität der Patienten liegen bisher praktisch keine Daten aus Studien vor -  und das bedeutet, dass diese Studien nur ein unvollständiges Bild zeigen. Hier ist die Perspektive der Patienten gefragt, um festzustellen, was die Probleme von Menschen mit Diabetes sind.

Sinnvoll vernetzte Therapielösungen

Eine immer stärkere Personalisierung der Diabetes-Therapie ist schon seit Jahren auf allen Ebenen zu beobachten – und prinzipiell zu begrüßen. Jeden Menschen mit Diabetes selbst mit seinen persönlichen Wahrnehmungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen, ist auch der grundlegende Ansatz von Roche Diabetes Care Deutschland. Unsere modernen Therapielösungen sind die logische Konsequenz: sinnvoll vernetzte Lösungen, die sich individuell kombinieren lassen, den Alltag erleichtern und helfen, die Ergebnisse der Diabetes-Therapie zu optimieren.