Versicherung abschließen mit Diabetes: Tipps und Infos

Mit Netz und doppeltem Boden

Menschen mit Diabetes müssen bei einigen Versicherungen mit Prämienzuschlägen oder Leistungsausschlüssen rechnen. Hier erfahren Sie, bei welchen – und wie Sie trotzdem das Beste aus Ihrer Versicherungslage herausholen können.

Diabetes und Versicherungen
Besser gut abgesichert.

Versicherungen haben für diejenigen, die sie abschließen, den Zweck, finanzielle Risiken aus möglichen Schäden oder Krankheiten zu mindern. Auch die Versicherer haben bei diesem Geschäft ein Interesse daran, ihr Risiko zu kalkulieren. Da bestimmte Versicherungen eng mit dem Gesundheitszustand des Versicherten zusammenhängen, stellen Versicherer sogenannte Gesundheitsfragen vor Abschluss einer Versicherung – unter anderem zu chronischen Erkrankungen. In diesem Fall müssen Erkrankungen wahrheitsgemäß angegeben werden. Verschweigt man beispielsweise seinen Diabetes, ist die Versicherung im Recht, ihre Leistung im Versicherungsfall zu verweigern! Keine Rolle spielt der Diabetes im Sachbereich, also zum Beispiel bei einer Privathaftpflichtversicherung, einer Hausrat-, Wohngebäude-, Kfz- oder Rechtsschutzversicherung. Geht es um die Gesundheit, gelten jedoch andere Bedingungen. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Versicherungen vor, die in diesen Bereich fallen.

Krankenversicherung

In den meisten Fällen ist eine gesetzliche Krankenversicherung die beste Lösung bei Diabetes. Private Krankenversicherungen machen Menschen mit Diabetes die Aufnahme oftmals schwer oder lehnen sie sogar komplett ab. Wird ein Diabetes diagnostiziert, wenn man schon privat versichert ist, kann man allerdings problemlos bei seiner privaten Krankenversicherung bleiben.

Für gesetzliche Krankenkassen gilt: Sie haben Aufnahmepflicht. Ungeachtet etwaiger chronischer oder sonstiger Vorerkrankungen müssen sie alle Antragsteller versichern. Unterschiede in den Leistungen lassen sich bei Bedarf durch kleinere Zusatztarife mit verschiedenen Leistungen zumindest teilweise ausgleichen.

Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit / Berufsunfähigkeit

Bei dieser Versicherungsart muss je nach Diabetestyp und gesundheitlichem Gesamtbild mit beträchtlichen Leistungsausschlüssen oder der kompletten Ablehnung gerechnet werden. Eine mögliche Alternative bieten leistungsstarke (und kostenintensive) private Unfallversicherungen. Bei einem krankheitsbedingten Jobausstieg stößt man hierbei allerdings auf Grenzen. Eine Leistung wird nur erbracht, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch einen Unfall verursacht wurde.

Eine weitere Möglichkeit: Über den Weg einer betrieblichen Altersvorsoge kann der Arbeitgeber den Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Menschen mit Diabetes erheblich erleichtern.

Pflegeversicherung

Eine Pflegeversicherung ist bei jeder gesetzlichen Krankenversicherung automatisch mit inbegriffen, unabhängig von Vorerkrankungen. Allerdings sind die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht besonders umfangreich. Private Pflegeversicherungen bieten hingegen ein attraktiveres Leistungsspektrum an – verbunden mit Gesundheitsfragen. Diabetes führt hier oft zu höheren Prämien, Einschränkungen in der Versicherungsleistung und anderen Nachteilen.

Eine gute Alternative: Die gesetzliche Pflegeversicherung durch kleinere Zusatzversicherungen aufstocken, für die keine Gesundheitsfragen gestellt werden (zum Beispiel die Pflegekostenvorsorge, die im Versicherungsfall je nach Pflegestufe einen bestimmten monatlichen Betrag an den Versicherten auszahlt).

Todesfallvorsorge / Risikolebensversicherung

Trotz Gesundheitsfragen steht Menschen mit Diabetes der Abschluss einer Risikolebensversicherung in den meisten Fällen offen – mit leicht erhöhter Risikoprämie. Die Versicherungssumme aus einer Risikolebensversicherung wird nur im Todesfall ausgezahlt. Bei Ablehnung bieten einige Versicherer eine spezielle Todesfallvorsorge als Alternative: Diese Versicherung ist zwar in der Regel nicht so umfassend wie eine Risikolebensversicherung, lässt sich aber ohne Gesundheitsfragen abschließen. Eine ergänzende Alternative bietet die Sterbeversicherung. Im Todesfall wird hier eine Summe von ungefähr 12.000 EUR ausgezahlt, die in der Regel Angehörigen dabei helfen soll, die Bestattungskosten zu tragen. Auch diese Versicherung ist bei Diabetes in der Regel ohne Einschränkung zugänglich.

Lebensversicherung

Im Vergleich zur Risikolebensversicherung ist die Auszahlung einer Lebensversicherungssumme nicht an das Ableben des Versicherten gebunden, sondern hängt von der gewählten Laufzeit der Versicherung ab. Ein Abschluss ist oft auch ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen möglich. Bei sehr leistungsstarken Versicherungen, die hohe Versicherungssummen auszahlen, lassen sich diese jedoch meist nicht umgehen. Hier müssen Menschen mit Diabetes mit höheren Prämienzahlungen rechnen.

Unfallversicherung

Auch vor Abschluss einer Unfallversicherung werden Gesundheitsfragen gestellt. Diabetes führt hier in der Regel zu keiner Ablehnung durch den Versicherer – Auswirkungen auf die Höhe der Prämie und die Leistungen im Versicherungsfall ergeben sich jedoch fast immer. Die Angebote für Unfallversicherungen mit Diabetes sind sehr unterschiedlich. Das heißt: Sich informieren und Tarife vergleichen lohnt sich!