Diabetes und Sport: Fit im neuen Jahr durch Fitness-Tracker

Locker aus dem Handgelenk?

Sie lassen sich unauffällig am Handgelenk tragen und kommen mit Touchscreen und zugehöriger App: Fitness-Tracker liegen voll im Trend. Hier erfahren Sie, wie die Armbänder funktionieren und warum sie Motivation für mehr Bewegung im Alltag versprechen.

Diabetes und Sport: Fit durch Fitness-Tracker
Wieviel Technik-Fan und Kontrollfreak steckt in Ihnen? Fitness-Tracker können Diabetes und Sport sinnvoll unterstützen.

Büro, Auto, Lift und Rolltreppe machen es einem oft schwer, sich zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren. Dabei bräuchte der Körper die eigentlich dringend: Er ist für regelmäßige Bewegung gebaut und straft Inaktivität deshalb mit Rückenschmerzen, Übergewicht und anderen Beschwerden – nicht zuletzt ist ein gewisses Maß an Bewegung wesentlicher Bestandteil jeder Diabetes-Typ 2 Therapie. Wer trotzdem Schwierigkeiten hat, sich zu einem aktiveren Alltag zu motivieren, schafft es vielleicht mit Unterstützung eines Fitnessarmbands?

Motivation durch das Belohnungs-Prinzip

Die meisten Fitnesstracker zählen einfach die Schritte, die man einem Tag von morgens bis Abend geht. Das klingt erst einmal banal, doch diese Art der Eigendokumentation hat es in sich. Mit ihr lässt sich ein tief verankertes Bedürfnis erfüllen: Der Wunsch nach Feedback und Belohnung. So lassen sich zum Beispiel bestimmte Tagesziele für die Schrittzahl setzen oder ein Belohnungssystem mit Punkten für verschiedene sportliche Tätigkeiten. Die gesammelten Daten werden dann auf einer zugehörigen Smartphone App visualisiert und ausgewertet. Das Resultat: Träger von Fitnessarmbändern berichten, dass sie sich durch das direkte Feedback des Armbands zu mehr Bewegung motiviert fühlen.

Der Technik-Verliebtheit sind heutzutage wenig Grenzen gesetzt: Neben der Schritt- und Aktivitätsmessung kommunizieren manche Bänder auch mit einer digitalen Waage, schätzen Kalorien von Nahrungsmitteln oder analysieren den Schlafrhythmus. Über die App kann man sich außerdem mit Freunden verbinden, die ebenfalls ein Fitness-Armband tragen – und sich so gegenseitig motivieren. Als zusätzliche Option bieten manche Armbänder auch eine Art Überwachungsfunktion: Wenn der Träger zu lange stillsitzt, leuchtet ein roter Balken auf und fordert zu Bewegung auf.  Auch hier berichten Nutzer, sich mehr zu bewegen – in vielen Fällen einfach, um den Balken wieder loszuwerden.

Fitnessbänder für Menschen mit Typ-2-Diabetes

Auch Krankenkassen haben das Potenzial der Motivationshelfer entdeckt. Vielerorts bieten Versicherer Fitnesstracker für Menschen mit Typ-2-Diabetes an – erkundigen Sie sich einfach bei Ihrer Krankenkasse, ob eine solche Leistung vorhanden ist. Wenn ein Sponsoring nicht möglich ist, bieten Krankenkassen oft Zuschüsse zu bestimmen Modellen. Komplett aus der eigenen Tasche bezahlt, liegen die meisten Bänder bei um die 100 Euro, je nach Zusatzfunktionen manchmal auch etwas höher.

Motivationshilfe oder Elektroschmuck?

Fitness-Tracker liegen voll im Trend. Dennoch werden auch einige kritische Stimmen zu den Armbändern laut: Denn ob diese auch in der Lage sind, langfristig die Motivation zu mehr Bewegung aufrecht zu erhalten, ist bis jetzt noch nicht erwiesen. Außerdem kämpfen einige Modelle noch mit technischen Schwächen, wie ein Vergleich der Stiftung Warentest im Januar 2016 zeigte. Doch eines ist klar: Die Bänder können den Einstieg in einen aktiveren Alltag erleichtern und bieten gerade für Menschen mit Typ-2-Diabetes einen Anreiz, sich mit dem Thema Gesundheit und Bewegungsmangel produktiv auseinander zu setzen.