Was Sie Ihrem Kind schon immer über Diabetes und Sex, Aufklärung, Verhütung und Insulinpumpe sagen wollten

Let's talk about Sex

Die ersten Gehübungen auf dem rutschigen Parkett der Liebe – kein unkompliziertes Thema für Jugendliche, sprich "Anfänger". Dass dabei Fragen hinsichtlich Diabetes und Sex auftauchen können, ist da nur logisch. Wir haben einige der wichtigsten Themen für Sie zusammengetragen.

Diabetes und Sex, Aufklärung, Verhütung und Insulinpumpe
Diabetes und Sex – für Jugendliche oft ein heikles Thema. Das muss es aber nicht sein.

Die ersten intimen Kontakte können prägend für den Rest des Lebens sein – umso wichtiger ist es, dass es sich dabei um schöne Erinnerungen handelt. Naturgemäß wird dieses Thema mit vielen Unsicherheiten verbunden. Verhütung und der Schutz vor Krankheiten wie HIV, AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten sind für alle Eltern und frischgebackenen Teenager ein heißes Eisen.

Diabetes und Sex – Unterzuckerungen

Natürlich kann Sex Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben, schwere Unterzuckerungen kommen aber selten vor. Von daher gilt hier nur, was ihr Kind auch sonst beachten sollte: Trotz Hormonchaos das Blutzuckermessen nicht vergessen. Auch etwas Traubenzucker bereit zu halten, wird der romantischen Stimmung wohl keinen Abbruch tun.

Verhütung und Diabetes

Entgegen einiger Gerüchte wirkt sich Diabetes nicht auf die Fruchtbarkeit aus: Mädchen mit Diabetes werden genauso leicht schwanger wie andere junge Frauen auch. Umso wichtiger ist es, genau über Verhütung Bescheid zu wissen.

Bei allen jungen oder "angehenden" Frauen ist eine Schwangerschaft im Teenageralter oftmals einfach noch zu früh. Für Mädchen mit Diabetes ist eine ungewollte (bzw. unbemerkte) Schwangerschaft noch problematischer. Denn in den ersten Schwangerschaftswochen muss der Diabetes besonders gut eingestellt sein – das ist für die gesunde Entwicklung des Babys entscheidend.

Gezielte Verhütung ist ein Muss: Für Frauen und Mädchen mit Diabetes sind grundsätzlich alle Arten der Empfängnisverhütung geeignet. Am häufigsten wird mit der Pille verhütet – sie schützt jedoch nicht vor übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel Aids. Ebenso verhält es sich mit der Spirale oder einem Diaphragma. Am besten entscheidet Ihre Tochter gemeinsam mit einem Gynäkologen, welches Mittel zur Empfängnisverhütung für sie geeignet ist. Fällt die Entscheidung auf die Pille, ist eine zusätzliche Absprache mit dem Diabetologen erforderlich, da diese je nach Zusammensetzung Blutzucker- und Blutfettwerte beeinflussen kann.

Die Benutzung und Anwendung von Kondomen sollte auf Grund übertragbarer Krankheiten selbstverständlich sein. Kondome können zudem auch gegen die Übertragung von Pilzinfektionen schützen, für die Menschen mit Diabetes relativ anfällig sind, da Pilze durch Zucker im Urin stimuliert werden. Pilzinfektionen können aber auch ohne sexuelle Aktivität auftreten und sind leicht behandelbar.

Natürlich ist Verhütung nicht nur ein Mädchenthema. Auch Ihr Sohn sollte sich darüber bewusst sein und die Benutzung von Kondomen als Selbstverständlichkeit ansehen, um sich und seine Partnerin zu schützen. Falls Ihr Sohn sich Sorgen um das Zusammenspiel von Diabetes und Potenz macht: Das braucht er nicht – wenn überhaupt, wirkt sich Diabetes erst nach langanhaltend schlechten Werten auf die Potenz aus.

Ménage à Troisdie Sache mit der Pumpe

Wenn Ihr Kind eine Insulinpumpe trägt und sich Gedanken macht, wie man die Pumpe mit dem Liebesleben vereinbart: Da man die Pumpe bis zu eineinhalb Stunden abnehmen kann, ist das alles kein Problem. Alle erhältlichen Infusionssets der beiden Insulinpumpen Accu-Chek Combo und Accu-Chek Insight, lassen sich mit wenigen Handgriffen ab- und wieder ankoppeln. Die Kanüle bleibt beim Abkoppeln am Körper. Mehr konkrete Tipps zum Thema Partnerschaft und Insulinpumpe erhalten Sie hier.

Positives Selbstbild

"Macht mich Diabetes als Partner unattraktiv?" "Schreckt mein Diabetes Jungs/Mädchen ab?" Sicherlich werden sich alle Jugendlichen mit Diabetes im Laufe des Erwachsenwerdens diese oder ähnliche Fragen stellen. Im Prinzip gilt dasselbe, was auch für Erwachsene gesetzt ist. Zwar kann und darf man eine Diabeteserkrankung nicht ausblenden oder gar verleugnen. Aber: Es gibt auch keine Einschränkungen und keinen Grund, weshalb ein Jugendlicher mit Diabetes weniger attraktiv oder bei romantischen Erfahrungen gehandicapt sein sollte.

Sicherlich gibt es keinen Königsweg, wie Sie Ihr Kind am besten durch die Pubertät begleiten können. Was Sie auf alle Fälle tun können: Stärken Sie es in seinem positiven Selbstbild! Versuchen Sie, ihm bewusst zu machen, dass Diabetes kein Hindernis für die Zuneigung durch andere ist. Der Versuch, Ihre eigene Lebenserfahrung weiterzugeben, kann hier helfen. Vielleicht haben Sie Beispiele eigener Ängste, Zweifel und Missverständnisse aus Ihrer Teenagerzeit – und damit vielleicht auch Tipps, wie Sie selbst erfolgreich damit umgegangen sind. Im Nachhinein lässt sich ja vieles aus dieser Zeit mit einem gewissen Humor betrachten.

Dates und Diabetes-Outing

Wie berichtet man seiner neuen Liebe von seinem Diabetes? Ein Punkt, der auch Erwachsene beschäftigen kann. Versuchen Sie Ihrem Kind klarzumachen, dass Offenheit für eine Partnerschaft immer eine wesentliche Grundlage ist – und das dies auch den Umgang mit Partnerschaft, Diabetes und Sex betrifft. Mehr Tipps zum Umgang mit Diabetes und Partnerschaft finden Sie hier.