Diabetes bei Kindern: Was Sie bei Spiel und Sport beachten sollten

Toben, hüpfen, springen

Können Kinder mit Diabetes genauso herumtoben und Sport machen wie alle anderen auch? Ja, nach Herzenslust – wenn dabei ein paar Dinge beachtet werden. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt bei Spiel, Spaß und Sport mit Diabetes.

Diabetes bei Kindern: Wichtiges bei Sport und Spiel
Diabetes bei Kindern: Kein Grund, nicht genauso zu toben, zu spielen und Sport zu machen wie alle Kinder.

Herumtoben, Fangen spielen, sich so richtig auspowern – die Kleinsten überraschen einen mit scheinbar unendlichen Kraftreserven. Einfach Kind sein – und sein lassen – ist auch mit Diabetes möglich. Es ist wichtig, die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Blutzuckerspiegel zu kennen und bei der Diabetestherapie des Kindes zu berücksichtigen.

Jede körperliche Anstrengung hat Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel, denn durch die Muskelarbeit senkt sich der Insulinbedarf. Um Unterzuckerungen zu vermeiden, sollte deshalb auch entsprechend die Insulindosis gesenkt werden. Bei der Insulinpumpentherapie empfiehlt sich eine temporäre Absenkung der Basalrate circa eine Stunde vor der Aktivität: Dafür besitzt das Accu-Chek Insight Insulinpumpensystem zum Beispiel die Möglichkeit, benutzerdefinierte temporäre Basalraten zu programmieren, zu speichern und je nach Situation zu aktivieren. Bei regelmäßigen Aktivitäten, wie dem wöchentlichen Fußball-Training oder der Turnstunde, bietet sich diese Funktion besonders an. Dabei können Sie die gewünschte Absenkung der Basalrate individuell einstellen und sich so langsam an die optimale Senkungsrate herantasten. Auch bei der intensivierten Insulintherapie (ICT) sollte die basale Insulinmenge Ihres Kindes gesenkt werden. Ob mit oder ohne Pumpe - um wie viel Prozent und über welchen Zeitraum Sie eine Senkung einstellen müssen, sollte mit dem Diabetologen des Kindes besprochen werden. Wichtig ist aber auch, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Erfahrungen sammeln: Wie sehr strengt welche Sportart oder Aktivität an und welche Rolle spielt dabei die Tagesform? Was passiert, wenn beim Kindergeburtstag Aufregung dazukommt oder bei einem Wettkampf Anspannung und Stress? Regelmäßiges Blutzuckermessen während der Aktivitäten wird Ihnen helfen, ein Gefühl für die Anpassung der Insulindosis zu entwickeln.

Alles nach Plan oder ganz spontan?

Wie viel sich Ihr Kind an einem Tag bewegt, lässt sich natürlich nicht immer genau vorausplanen. Wenn die Nachbarskinder klingeln und Ihr Spross von jetzt auf nachher unbedingt zum Toben raus möchte, bleibt keine Zeit für die Anpassung der Insulindosis: Bis sich die Senkung der Basalrate auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, vergeht mindestens eine Stunde. Deshalb ist es bei spontanem Bewegungsdrang besonders wichtig, dass Ihr Kind ausreichend Sport-KEs zu sich nimmt, um Unterzuckerungen vorzubeugen. Auch in solch spontanen Situationen empfiehlt sich, zusätzlich zum Ausgleich mit Sport-KE eine Senkung der Basalrate vorzunehmen: Durch den sogenannten Muskelauffülleffekt kann es auch Stunden nach der Aktivität noch zu Unterzuckerungen kommen.

Gemeinsam aufmerksam sein

Soweit möglich, sollten Sie ein wachsames Auge auf Ihren spielenden oder sportelnden Sprössling werfen. So können Sie bei Anzeichen einer Unterzuckerung schnell reagieren. Ihr Kind hat sich bei Freunden zum Spielen verabredetet oder geht selbstständig zum Mannschaftssport? Wann immer Sie selbst nicht dabei sind, sollten Freunde, Lehrer, Trainer und Begleitpersonen über den Einsatz von Sport-KEs, die Anzeichen einer Unterzuckerung und die dann notwendigen Maßnahmen Bescheid wissen. So kann im Ernstfall schnell und richtig reagiert werden. Eine gute Möglichkeit, den Blutzuckerwert Ihres Kindes auch aus der Ferne im Auge zu behalten, bietet zum Beispiel die SMS-Funktion der Accu-Chek Connect App: Damit kann jeder mit einem Accu-Chek Aviva Connect gemessene Blutzuckerwert per SMS an eine hinterlegte Handynummer gesendet werden. Natürlich sollten Sie auch mit Ihrem Kind selbst ausführlich darüber sprechen, was bei einer Unterzuckerung im Körper passiert und wie sich das anfühlen kann. So können Sie gemeinsam gefährliche Situationen vermeiden

Die Stimme der Vernunft: Blutzuckermessen und Sportverbot

Wenn man die Sache mit den Sport-KEs beachtet und das Kind im Auge behält, kann eigentlich nichts schiefgehen. Es gilt aber vor allem zu Beginn, Erfahrungen zu sammeln und lieber einmal zu oft den Blutzuckerspiegel zu messen. Mit der Zeit werden Sie mehr und mehr Vertrauen aufbauen: In die Anpassungen bei der Insulintherapie, in die Wirkung von Sport-KEs – und nicht zuletzt darin, dass Ihr Kind eine Unterzuckerung von selbst bemerkt.

In ganz seltenen Fällen muss auf Grund des Blutzuckerspiegels ein Sportverbot ausgesprochen werden. Und zwar dann, wenn er trotz aller Maßnahmen unter 150 mg/dl oder über 250 mg/dl liegt: Hier kann eine gefährliche Stoffwechselentgleisung vorliegen, die manchmal sogar einen Arztbesuch erfordert. Oft reicht es aber, abzuwarten und den Blutzuckerspiegel im Auge zu behalten. Wenn die Werte sich wieder auf 150 bis 180 mg/dl einpendeln, können Sie grünes Licht geben!