David über seinen Typ-1-Diabetes und seine Erfahrungen mit CGM-Systemen

„Ich weiß, was mein Körper macht, und bin flexibler“

Die Diagnose Diabetes-Typ-1 hat das Leben von David aus Ulm mit 14 Jahren erst einmal auf den Kopf gestellt. Der heute 38-jährige Betriebswirtschaftler geht inzwischen entspannt damit um. Durch sein Interesse an neuen Entwicklungen im Bereich Diabetes wurde er auf das Eversense CGM System aufmerksam und nutzt es seit einem Jahr selbst (mittlerweile ist auch Eversense XL mit einer Laufzeit von bis zu 6 Monaten verfügbar). Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen und wie Eversense sein Leben einfacher macht. 

Mit dem Eversense CGM System sicher tauchen gehen
Tauchen mit Diabetes? Für David kein Problem. Das Bild ist auf den Andamanen entstanden. Seinen Smart Transmitter nimmt er vor dem Tauchen einfach ab (übrigens ist der Smart Transmitter wasserdicht für 30 Minuten bei einer Tiefe bis zu 1 m).

Wie war das, als du damals die Diagnose Diabetes-Typ-1 erhalten hast?

Damals war ich 14 Jahre alt. Ich war müde, antriebslos, hatte immer sehr viel Durst und beim Sport keine Energie mehr. Meine Eltern hatten sich große Sorgen gemacht und sind mit mir zum Arzt gegangen. Ich kann mich noch genau an den Moment der Diagnose erinnern. Im ersten Moment dachte ich: Jetzt muss ich mich immer spritzen, darf keine Cola trinken, keine Chips essen und bin in meinem Leben richtig eingeschränkt. Im zweiten Moment dachte ich: Oh Gott, spielen jetzt überhaupt noch andere Kinder mit mir, weil sie denken, dass ich ansteckend bin?

Und, haben die anderen Kinder so reagiert?

Nein, in der Schule wussten alle, dass ich Diabetiker bin, und da gab es auch keine Probleme. Mit dem Beginn meiner Ausbildung habe ich es aber für mich behalten. Ich laufe auch heute nicht mit einem Schild herum, auf dem steht, dass ich Diabetiker bin, weil ich nicht möchte, dass Menschen falsche Vorsicht nehmen. Ich bin ja ganz normal.

Du hast dich für ein CGM-System entschieden. Warum?

Ich habe mich wegen meines damaligen Jobs dafür entschieden. Als Berater war ich sehr viel geschäftlich unterwegs und in Meetings. Die ganze Zeit das Blutzuckermessgerät dabei zu haben und zum Messen immer auf die Toilette zu gehen – das war für mich schwierig. Der Kunde musste ja nicht wissen, dass ich Diabetiker bin. Aus diesem Grund habe ich im Internet recherchiert und mich im Frühjahr 2017 für mein erstes CGM-System entschieden.

Warst du zufrieden mit der Entscheidung?

Anfangs hatte ich schon Bedenken: Was machen meine Werte? Werde ich darauf konditioniert, sie immer zu prüfen, obwohl ich weiß, dass ich gut eingestellt bin? Das war aber nicht der Fall. Was mich hingegen bei meinem ersten CGM-System gestört hat: Ich konnte es nie abmachen und musste zum Auslesen der Daten immer noch ein extra Lesegerät mitschleppen.

Hast du dich deswegen für Eversense entschieden?

Ich hatte online recherchiert und dachte bei Eversense: Das ist cool, das will ich! Ich brauche kein zusätzliches Gerät, ich schaue einfach aufs Smartphone und sehe beim Essen, wo meine Werte gerade liegen und was ich spritzen muss. Das ist ein großer Pluspunkt beim Eversense CGM System.

Du sagst, du hast das System selbst entdeckt – was hat dein Arzt dazu gesagt?

Bei meinem Arzt war ich der erste Patient in der Praxis mit Eversense. Er fand das System super und hat inzwischen selbst die Zertifizierung erhalten, mit der er Patienten den Sensor in seiner Praxis setzen kann. Er kennt mich und wusste, dass ich mich beim Thema Diabetes immer informiere und auf der Suche nach neuen Sachen bin. Ich habe im Anschluss an das Gespräch mit ihm direkt bei meiner Krankenkasse wegen der Kostenerstattung angefragt – mein Antrag wurde sofort genehmigt, ganz ohne Widerspruch.

Was hat sich mit dem Tragen von Eversense für dich verändert?

Durch Eversense bin ich einfach flexibler. Wie viele andere Menschen mit Diabetes habe ich Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen. Ich merke z.B. beim Tennisspielen nicht, wenn mein Blutzucker sinkt. Wenn es kritisch wird, vibriert der Smart Transmitter an meinem Oberarm. Dann mache ich eine kurze Pause und esse etwas. Vor Eversense hatte ich bereits ein gutes Gefühl für meinen Körper, aber jetzt sind die Werte für mich transparent. Ich weiß was passiert und kann meinen Körper in verschiedenen Situationen noch besser einschätzen. Ich wusste z.B. nicht, dass Sport so einen extremen Einfluss auf meinen Blutzucker hat.

Tennis spielen und die Glukosewerte immer im Blick behalten: mit dem Eversense CGM System
David spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Tennis. Mit dem Eversense CGM System hat er auch auf dem Tennisplatz seine Werte immer im Blick

Du spielst Tennis? Wie ist das Training mit Eversense?

Ich spiele etwa dreimal die Woche Tennis und liebe es. Beim Training spüre ich das System nicht, nur wenn es vibriert. Der Smart Transmitter stört mich gar nicht und hält mit dem Pflaster an der richtigen Stelle bestens. Auch als Diabetiker kann man Sport genießen, wenn man den Kopf dabei freibekommt und nicht die ganze Zeit an seinen Blutzucker denkt. Eversense hat für mich meine Werte im Blick, sodass ich mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren kann.

In welchen anderen Situationen schätzt du Eversense besonders?

Wenn ich geschäftlich mit dem Flugzeug oder der Bahn unterwegs bin. Diskretion ist für mich ein wichtiger Punkt. Es muss nicht jeder mitbekommen, dass ich ein CGM-System trage. Den Smart Transmitter am Oberarm sieht keiner, weil das T-Shirt schön drüber fällt. Und wenn ich z.B. im Urlaub am Strand bin, kann ich ihn auch ab machen und keiner merkt, dass ich Diabetes habe.

Sommerzeit ist Reisezeit. Was ist dir beim Reisen mit Diabetes besonders wichtig?

Letztes Jahr war ich auf Bali – mit Eversense. Beim Reisen im Flugzeug ist es sehr komfortabel, dass ich vor dem Essen nicht aufstehen muss, um auf der Toilette die Werte zu messen und zu spritzen. Auf Bali habe ich nur die Uhr umgestellt und weiter gemacht, wie sonst auch. Ich war einfach ein ganz normaler Urlauber und kein Diabetiker. Davor war ich schon ein paar Mal in Asien – ohne Eversense. Für mich war das Reisen über verschiedene Zeitzonen hinweg immer schwierig: die Zeitumstellung, wie wirkt sich das Insulin auf das Essen aus usw. Mit Eversense ist das Reisen viel entspannter geworden. Dieses Jahr geht es zum Tauchen nach Sansibar. Den Smart Transmitter kann ich dabei einfach abnehmen. Diabetes ist ein Teil meines Lebens, ich kann damit aber alles machen. Und das tu‘ ich auch.

Hast du noch etwas, was du anderen Menschen mit Diabetes auf den Weg geben möchtest?

Es passiert enorm viel auf dem Medizinmarkt, egal ob in Sachen Insulin oder technische Hilfsmittel. Solche Entwicklungen machen das Leben mit Diabetes einfacher und schöner, wie Eversense bei mir. Ich hätte das System nicht bereits vor einem Jahr gehabt, wenn ich mich nicht selbst informiert hätte. Man muss sich immer aktiv informieren und weiterbilden. Deshalb mein Rat an alle mit Diabetes: Geht mit offenen Augen durch den Alltag, informiert euch und probiert einfach neue Sachen aus! Man lernt dabei jedes Mal etwas dazu, auch wenn einmal etwas nicht auf Anhieb funktioniert. Man darf sich nur nicht entmutigen lassen.