CGM und klassisches Blutzuckermessen: Ein Vergleich

Zwei Paar Stiefel?

CGM-Systeme bieten eine spannende neue Möglichkeit für die Diabetestherapie. Doch wo liegen die Unterschiede im Vergleich zur klassischen Blutzuckermessung – und machen sie den Piks in den Finger eigentlich komplett überflüssig?

CGM und klassisches Blutzuckermessen: Ein Vergleich
CGM und Blutzuckermessen: Beides verfolgt denselben Zweck, aber wo liegen die größten Unterschiede?

Noch vor gut 50 Jahren konnte der Blutzuckerspiegel nur in mehreren Arbeitsschritten im Labor bestimmt werden. Heutzutage gibt es Blutzuckermessgeräte, wie z.B. Accu-Chek Guide, die dank ihrer einzelnen Produktvorteile das Messen noch einmal erleichtern und sogar mit dem Smartphone kommunizieren. Seit einigen Jahren besteht zudem die Möglichkeit der kontinuierlichen Glukosemessung durch sogenannte CGM-Systeme.

Was ist eigentlich ein CGM-System?

CGM bedeutet Continuous Glucose Monitoring, oder kontinuierliche Glukosemessung. Anders als beim Blutzuckermessen wird nicht der Zuckergehalt im Blut, sondern in der Gewebeflüssigkeit des Unterhautfettgewebes gemessen. Dazu wird ein Sensor unter die Haut eingesetzt – zum Beispiel am Bauch oder am Oberarm. Der Sensor misst in Zeitabständen von meist fünf Minuten den Zuckergehalt im Unterhautfettgewebe und sendet die Ergebnisse an ein Smartphone, eine Insulinpumpe oder ein anderes Empfangsgerät.

Das FGM, oder Flash Glucose Monitoring, funktioniert ähnlich. Einziger Unterschied: Hier wird die aktuelle Kurve nicht automatisch angezeigt, sondern nur übertragen, wenn man mit einem Smartphone oder einem anderen Auslesegerät über den Sensor fährt und sie „abscannt“. Zudem verfügt FGM nicht über Alarme und Vorwarnungen, die ausgelöst werden, wenn zu niedrige oder zu hohe Werte festgestellt werden.

Die meisten CGM Systeme sowie das FGM funktionieren ein bis zwei Wochen; das Eversense CGM System hingegen bis zu 90 Tage.

Was sind die Vorteile des CGM?

Während mit der klassischen Blutzuckermessung nur eine „Momentaufnahme“ des Blutzuckers möglich ist, wird durch die kontinuierliche Glukosemessung der gesamte Verlauf des Glukoselevels im Körper ersichtlich. Dadurch kann man sich einen vollständigen Überblick über die Entwicklung der Werte während des Tages und der Nacht verschaffen. Wie sich der Gewebezucker direkt nach einer Mahlzeit, bei sportlicher Aktivität oder während des Schlafens verhält, kann nahezu lückenlos beobachtet werden. So lassen sich oft wertvolle Ableitungen für die tägliche Diabetestherapie treffen, die zum Beispiel die Aussagekraft des HbA1c-Werts weit übertreffen können.

Auch wenn die Datenflut bei einigen ein mulmiges Gefühl verursacht: Im Alltag mit Diabetes bringt kontinuierliche Glukose-Überwachung große Sicherheit. Alle CGM-Systeme besitzen eine Warnfunktion, die bei einer Unterzuckerung Alarm gibt – manche sogar bevor Ihr Glukosewert den von Ihnen definierten Zielbereich verlässt. Das gibt Ihnen ein Gefühl von Sicherheit im Alltag und kann zu stabileren Blutzuckerwerten im Zielbereich und einem besseren HbA1c-Wert führen. Vor allem Menschen mit häufigen nächtlichen Hypoglykämien oder Menschen mit Hypowahrnehmungsstörung gewinnen durch Alarmfunktionen ein hohes Maß an Sicherheitsgefühl.

Blutzuckermessen – ist das mit CGM noch nötig?

Um die Nutzung eines herkömmlichen Blutzuckermessgerätes kommt man auch mit CGM nicht komplett herum. Meist zweimal am Tag muss der Blutzucker gemessen werden, um das CGM System zu kalibrieren. Bei einer Kalibrierung werden die Werte aus dem Gewebezucker, die das CGM aufzeichnet, mit den gemessenen Blutzuckerwerten verglichen – so wird sichergestellt, dass das CGM möglichst genau misst. Trotz Sensor immer ein Blutzuckermessgerät dabeizuhaben, ist grundsätzlich eine gute Idee: Beim Messen des Gewebezuckers hängt die Entwicklung der Werte dem Blutzuckerspiegel eine gewisse Zeit (ca. 10-20 Minuten) hinterher.

Wenn Sie Symptome eines niedrigen oder hohen Blutzuckers haben, sich unwohl fühlen oder in einer Ausnahmesituation (z.B. starke Anstrengungen, Krankheit) befinden, sollten Sie unbedingt mit einem Blutzuckermessgerät, wie z.B. Accu-Chek Guide, gegenmessen. Besonders hilfreich in einer einsetzenden Hypo: Die extrabreite Blutauftragsfläche der Teststreifen und die einfache Handhabung der innovativen Teststreifenbox machen das Messen auch mit zittrigen Fingern leichter.

Weitere Informationen zu CGM finden Sie hier.