Bei der Berufswahl mit Diabetes:

Augen auf!

Wohin denn ich? Egal ob Ausbildung oder Studium, dieser Frage muss man sich irgendwann stellen. Worauf es bei der Berufswahl mit Diabetes ankommt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.  

Berufswahl mit Diabetes
Die Wahl des Berufes ist eine große Entscheidung. Auf was gilt es dabei für Menschen mit Diabetes zu achten?

Welche Einschränkungen gibt es bei der Berufswahl?

Ob Kaufmännische Ausbildung, Jurastudium, Erzieher/in oder Chemielaborant - prinzipiell gibt es nur wenige Einschränkungen bei der Berufs- oder Ausbildungswahl eines Menschen mit Diabetes. Ein gut eingestellter Blutzuckerspiegel ermöglicht so gut wie jede Tätigkeit und Leistung. In bestimmten Berufen kann Diabetes jedoch eine Gefahr für die eigene Sicherheit und die von anderen darstellen – von ihnen sind Menschen mit Diabetes von der Gesetzeslage her ausgeschlossen: Eine Unterzuckerung als Feuerwehrmann, Pilot oder Zugführer hätte unter Umständen ernste Konsequenzen für alle Beteiligten. Auch Berufe mit Waffengebrauch, zum Beispiel bei der Polizei oder als Soldat, sind per Gesetz nicht für Menschen mit Diabetes zugänglich. Bei Berufen in Überwachungsfunktionen mit alleiniger Verantwortung für das Leben anderer entscheidet meist ein Betriebsarzt über die Tauglichkeit. Hierzu gehören zum Beispiel Straßen-, Bahn-, Wasser- und Luftüberwachung sowie ein Teil der Leitstände im Industriebereich. Die Arbeit als Taxi-, Bus- oder LKW-Fahrer wird von der Europäischen Führerscheinverordnung in seltenen, gut zu begründenden Ausnahmen erlaubt und erfordert regelmäßige verkehrsmedizinische Gutachten und andere Auflagen.

Soweit sind die gesetzlichen Voraussetzungen recht klar. Die Gesetzeslage schließt Menschen mit Diabetes jedoch nicht grundsätzlich von Berufen aus, in denen eine Unterzuckerung zur Gefahr werden kann. Über eine Tauglichkeit für die Arbeit auf einem Gerüst oder mit schweren Industriegeräten, als Arzt oder in sonstigen "kritischen" Berufen muss von Einzelfall zu Einzelfall individuell von Handwerkskammern und Betriebsmedizinern entschieden werden.

Das sind die "unkritischen" Berufe für Menschen mit Diabetes

Davon abgesehen können Menschen mit Diabetes eigentlich alle Berufe ausüben, die ihnen nach Neigung, Begabung, praktischen Fähigkeiten und Ausbildung geeignet erscheinen – ideal sind solche, bei denen sich die Tätigkeit im Falle einer Unterzuckerung einfach gefahrlos unterbrechen lässt. Auch gegen eine Einstellung im öffentlichen Dienst oder eine Verbeamtung spricht grundsätzlich nichts – hier wird oft ein ärztliches Gutachten zur persönlichen Gesundheitssituation benötigt.

Und Bewerben mit Diabetes?

Ist die Entscheidung für einen Berufsweg getroffen, geht es ans Bewerben. Es besteht keine Pflicht, den potenziellen Arbeitgeber über den Diabetes zu informieren – sofern der Beruf nicht zu den gesetzlich für Menschen mit Diabetes ungeeigneten Berufen zählt. Bei "kritischen" Berufen muss anhand der Vorgaben der jeweiligen Berufsgenossenschaft abgewogen werden, ob eine Eignung für den Arbeitsplatz dauerhaft oder periodisch wiederkehrend durch den Diabetes eingeschränkt ist – hier sollten Sie Ihren Diabetes im Bewerbungsgespräch nicht verschweigen. Sonst können Sie später zur Verantwortung gezogen werden, wenn durch eine Unterzuckerung ein Schaden entsteht. Bei "unkritischen" Berufen, also zum Beispiel Tätigkeiten im Büro, darf auch auf Nachfrage die Unwahrheit gesagt werden!

Eine ausführliche Übersicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft über Berufsempfehlungen bei Diabetes finden Sie hier