Kein unnötiger Ballast, sondern rundum gesund

Ballaststoffe und Diabetes

Ballaststoffe sind in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Warum sie alles andere als überflüssiger Ballast sind und wie eine ballaststoffreiche Ernährung bei der Diabetestherapie unterstützen kann, erfahren Sie hier. 

Ballaststoffe in Form von Gemüse und Gemüse
Ballaststoffe wirken positiv auf die Verdauuung und die körpereigenen Abwehrkräfte.

Ballaststoffe – das klingt erst mal nach etwas, das der Körper eigentlich gar nicht braucht. Tatsächlich war diese Annahme auch lange Zeit weit verbreitet. Man hielt die pflanzlichen Faser- und Quellstoffe, die unter anderem in Getreideflocken, Weizen- und Haferkleie vorhanden sind, schlicht für überflüssig. Denn Teile von ihnen kann der Körper nicht verdauen und sie enthalten praktisch keine Kalorien. Heute ist bekannt, dass diese Pflanzenstoffe sehr wertvoll für die Gesundheit sind. Sie finden sich in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst und sind eine echte Wohltat für unser Verdauungssystem.

Zu den reichhaltigsten Ballaststoff-Lieferanten zählen Vollkorn, Schwarzwurzeln, Paprika, Karotten, Kiwi und Beeren. Und mit einer Handvoll Nüssen lässt sich nicht nur der tägliche Bedarf an Eiweiß und gesättigten Fettsäuen decken, sondern auch das Ballaststoffkonto auffüllen. Doch warum sind diese vermeintlich unnützen Inhaltstoffe pflanzlicher Lebensmittel eigentlich so gesund?

Warum Ballaststoffe so gut für die Gesundheit sind

Ballaststoffe sind im Grunde so etwas wie unverdauliche Füllstoffe, aber dennoch echte Allroundtalente. Zunächst sorgt eine ballaststoffreiche Ernährung für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und kann so Übergewicht entgegenwirken. Sie verdicken den Speisebrei und zögern so die Entleerung des Magens hinaus. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten:

Unlösliche Ballaststoffe sind vor allem in Vollkornprodukten, Pilzen und Hülsenfrüchten enthalten. Sie wirken sich positiv auf die Verdauung aus und haben die Eigenschaft, Wasser zu binden und in Kombination mit ausreichend Flüssigkeit aufzuquellen. Auf diese Weise vergrößern sie das Stuhlvolumen und bewirken, dass die Darmpassage beschleunigt wird.

Die löslichen Ballaststoffe stecken in vielen Obst-  und Gemüsesorten und sind vor allem für das Immunsystem und den Stoffwechsel wichtig: Sie dienen als Futter für unsere Darmflora. Die dort lebenden Darmbakterien verhindern, dass Krankheitserreger sich ausbreiten können. Je größer die Artenvielfalt der Darmbakterien, umso geringer ist das Risiko von Infektionen und Allergien. Außerdem kann eine ballaststoffreiche Ernährung dabei unterstützen, die Blutfettwerte zu senken und Cholesterin auszuscheiden.

Ballaststoffe und Diabetes: Alles andere als eine Belastung

Auch in Bezug auf die Diabetes-Therapie haben Ballaststoffe einiges zu bieten. Eine ballaststoffreiche Ernährung bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen langsamer ansteigt und auch wieder langsamer absinkt. Insgesamt sorgen Ballaststoffe damit für einen gemäßigteren Blutzuckerverlauf. Das länger anhaltende Sättigungsgefühl kann bei der Therapie eines Typ-2-Diabetes hilfreich sein. Es existieren sogar Hinweise darauf, dass eine ballaststoffreiche Ernährung die Insulinwirkung verbessern und zudem das Diabetesrisiko deutlich reduzieren kann.

Aufgrund der zahlreichen positiven Wirkungen empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) täglich 40 Gramm Ballaststoffe für Menschen mit Diabetes. Im Rahmen einer Insulintherapie ist es bei ballaststoffreichen Mahlzeiten ganz besonders wichtig auf den Blutzucker zu achten: Durch die verzögerte Aufnahme der Glukose aus dem Darm in die Körperzellen kann die Gefahr einer Unterzuckerung größer werden. Im Zweifel sollte man deshalb weniger Insulin spritzen beziehungsweise gleich die Insulindosierung im Rahmen einer ballaststoffreichen Diät mit dem Arzt abklären.

Wenn man eine ballaststoffreiche Ernährung nicht gewohnt ist, ist es sinnvoll, den Körper langsam auf mehr Vollkornbrot, Hülsenfrüchte sowie Obst und Gemüse einzustellen. Eine schrittweise Steigerung der Ballaststoffmenge in Kombination mit ausreichend Flüssigkeit, viel Zeit zum Kauen und ausreichend Bewegung ist gefragt. So führen die enthaltenen Ballaststoffe nicht zu unangenehmen Überraschungen, wie Blähungen oder Völlegefühl. Oder wie wäre es mit einer herzhaften Gemüsesuppe zum Einstieg in die ballaststoffreiche Kost? Die ist leicht verdaulich und bietet auch gleichzeitig ein Extra an Flüssigkeit.