Autofahren mit Diabetes: Eine Gefahr für Straßenverkehr?

Schluss mit den Vorurteilen!

Der Führerschein ist für viele Menschen unverzichtbare Voraussetzung für berufliche Aktivitäten und in der Freizeit. Kann er bei insulinpflichtigem Diabetes einfach entzogen werden? Hier erfahren Sie, was an den Gerüchten dran ist.

Autofahren mit Diabetes: Eine Gefahr für Straßenverkehr?
Autofahren mit Diabetes: Mehr Vorurteile als Gefahren

Noch vor kurzer Zeit konnten insulinpflichtige Menschen mit Diabetes keine Berufskraftfahrer werden und auch nicht in der Personenbeförderung arbeiten, also zum Beispiel als Omnibus- oder Taxifahrer. Seit Mai 2014 hat sich hier einiges verändert: Unter der Erfüllung bestimmter Auflagen dürfen diese Berufe nun ergriffen werden – auch mit Insulinpflicht. Für ganz normale Autofahrer mit Insulintherapie sind die Bedingungen für die Teilnahme am Straßenverkehr ähnlich, aber weitaus weniger streng. Trotzdem halten sich hartnäckig Vorurteile, dass (vor allem Typ-1) Diabetes Grund genug ist, den Führerschein entzogen zu bekommen.

Diabetes bedeutet keine grundsätzlich erhöhte Gefahr im Straßenverkehr

Wer schon einen Führerschein besitzt und die Diagnose Diabetes bekommt, muss dies auch bei Insulinpflicht keiner Verkehrsbehörde oder anderen Instanz melden. Ist der Diabetes bei Beantragung des Führerscheins schon bekannt, kann das Straßenverkehrsamt ein Gutachten bei einem Verkehrsmediziner beantragen, dass die Fahrtauglichkeit des Antragstellers prüft. Es soll nachgewiesen werden, dass in den letzten 12 Monaten keine schwere Unterzuckerung vorkam, bei der fremde Hilfe vonnöten war. Auch kann die Behörde bestimmte Auflagen stellen, wie das Führen eines Fahrtenbuchs und die Dokumentation der Blutzuckerwerte vor und nach einer Fahrt.

Bei Erfüllung dieser Auflagen geht laut Behörde keine erhöhte Gefahr von Autofahrern mit insulinpflichtigem Diabetes aus.

Und was, wenn doch mal …?

Erst, wenn diabetesbedingte Stoffwechselschwankungen zu auffälligem Fahrverhalten oder einem Verkehrsunfall führen und sich das auch nachweisen lässt, kann der Führerschein entzogen werden. Doch auch das nicht auf unbegrenzte Zeit: Das Straßenverkehrsamt setzt nun bestimmte Auflagen, unter denen man den Führerschein wieder zurückbekommt. Wenn zum Beispiel nach einer bestimmten Zeit nachgewiesen werden kann, dass die Blutzuckerwerte nun gut unter Kontrolle sind, wird die Fahrerlaubnis in der Regel wieder erteilt. Welche Regelungen bei einem Unfall durch Unterzuckerung genau gelten und wie man sich am besten verhält, können Sie spielerisch im #meinbuntesleben Quiz Diabetes am Steuer erfahren.

Autofahren mit Diabetes: Auf die Einstellung kommt es an

Damit im Straßenverkehr alles glatt läuft und es gar nicht erst zu Auflagen irgendeiner Art kommt, ist ein verantwortungsbewusstes Diabetesmanagement das A und O. Der Blutzuckerspiegel sollte gut eingestellt sein und sorgfältig kontrolliert werden, die Anzeichen einer Hypoglykämie müssen zuverlässig erkannt werden. Hier können Schulungen helfen – aber auch der behandelnde Diabetologe kann zum Thema Unterzuckerung am Steuer beraten. Eins steht fest: Bei einem verantwortungsvollen Diabetesmanagement steht dem Autofahren mit Diabetes in der Regel nichts im Wege.