Annikas erste Erfahrungen mit dem Eversense XL CGM System

Meine Dia-Sau und Eversense XL

Annika hat die Chance genutzt, das Eversense XL CGM System zu testen. Hier berichtet sie vom Einsetzen des Sensors und von ihren ersten Erfahrungen mit dem neuen Alltagsbegleiter.

Eine junge Frau mit Sensor am Arm lächelt in die Kamera.
Annika schätzt am Eversense XL CGM System vor allem die Vibrationen am Arm.

Roche hat mir das Eversense XL CGM System zum kostenfreien Testen zur Verfügung gestellt. Nun möchte ich Euch meine persönliche Meinung mitteilen.

Mitte März war es soweit und ich fuhr nach Schleswig. Im Gepäck eine sehr gute Freundin, die mir seelischen Beistand leisten sollte und mein Taxi spielte.  Der Grund: Ich durfte mir den Eversense XL Sensor einsetzen lassen.

In der Praxis angekommen, gab es zuerst eine Schulung. Einem weiteren Patienten, meiner Begleitung und mir wurde erklärt, wie das Eversense XL CGM System funktioniert und was es zu beachten gibt. Das Eversense XL CGM System läuft zum Beispiel auch mit der mySugr App. Aktuell werden die Werte in nahezu Echtzeit übertragen, allerdings werden nur die Kurve und keine Werte angezeigt.

Generell berechnet bei diesem CGM-System der Smart Transmitter den Glukosewert und nicht die App oder ein Auslesegerät. Dafür versorgt der Smart Transmitter den Sensor unter der Haut per NFC-Funktion mit Energie. In der Eversense App kann man sich zu allem möglichen Notizen machen, wie zum Beispiel zu Krankheiten, KE, Insulineinheiten, Sport etc. Für mich heißt es nun, mir anzugewöhnen, das alles auch zu nutzen. Die auf diesen Daten basierenden Statistiken sind teilbar und es gibt eine App, mit der auch Freunde und Familie die Glukosewerte im Blick haben können. Diese ist allerdings erst mal nur für IOS verfügbar. Das Auslesen am PC habe ich noch nicht ausprobiert, soll aber ziemlich easy sein.

Es geht los – Das Einsetzen des Sensors

Ehe ich mich versah, lag ich auf der Liege und mein Arm wurde betäubt. Meine seelische Unterstützung hielt alles fotografisch fest, sodass ich mir das später in Ruhe ansehen konnte. Ehrlich gesagt hatte ich mir einige Horrorszenarien ausgemalt und war umso mehr überrascht, dass das Schmerzhafteste der Pieks der Betäubungsspritze war. Es war ein leicht merkwürdiges Gefühl, als der kleine Schnitt gemacht wurde: Nicht, weil es weh tat, sondern weil man doch noch spürt, dass die Haut nachgibt.

Die Haut ist sterilisiert und bereit zum Einsetzen des Sensors.
Alles sterilisiert und bereit für das Einsetzen des Eversense XL Sensors.

Es war alles also überhaupt nicht so schlimm. Mein Problem ist allerdings, dass ich generell mit Spritzen so meine Schwierigkeiten habe – sprich: schon wenn ich eine Spritze sehe, kippe ich manchmal um. Beim Einsetzen des Eversense XL war es dann eher psychisch – ich hatte ja keine Schmerzen und habe selbst nur wenig gesehen, da man ja auf der Seite liegt. Und trotzdem hat mein Kreislauf leider schlapp gemacht. Aber nach ca. zehn Minuten in der Waagerechten hatte ich wieder Farbe im Gesicht – typisch ich mal wieder!

Mithilfe eines Werkzeugs wird der Sensor unter die Haut gesetzt.
Der Sensor wird mithilfe des Werkzeugs in die Hauttasche gelegt.

Danach gab es noch den restlichen Schulungsteil. Als alle Fragen und Fakten geklärt und erzählt waren, ging es für mich und meine Begleitung erst einmal etwas essen.

Und danach?

Die ersten 24 Stunden war ich mehr als ungeduldig. Ich konnte es kaum abwarten, den Smart Transmitter an den Arm zu kleben und Werte auf meinem Smartphone zu empfangen. Der Sensor in der Größe einer Zwei Cent-Münze muss sich in der Haut nämlich erst einmal „eingewöhnen“. Am Anfang braucht das Eversense XL CGM System vier Kalibrierungen (die sogenannte Initialisierungsphase), nach zwei Kalibrierungen zeigt es dann die Werte an. Ab diesem Zeitpunkt braucht der Sensor nur noch alle 10-14 Stunden eine Kalibrierung. Ich war so aufgeregt!

Blöderweise hatte ich am Anfang einen zu hohen Wert, und somit war die erste Kalibrierung für die Katz und das Ganze zog sich in die Länge. Aber am späten Abend hatte ich tatsächlich den ersten Glukosewert! Ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut. Die nächsten Tage musste ich mich sehr zusammenreißen: Das Vibrieren am Arm war ungewohnt und ich bin kitzelig wie sonst was. Im Supermarkt habe ich sogar plötzlich angefangen hysterisch zu lachen. Ob ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe und wie hilfreich die Vibrationen am Arm sind, berichte ich euch im nächsten Artikel. :)

Angezeigt wird ein Screen auf dem Smartphone.
Der erste Wert! Wuhuuu!

Leben mit Eversense XL

Im Urlaub in Dänemark wurde der Sensor dann auf die Probe gestellt: Wir waren im Erlebnis-Bad. Gegen Ende gab das Pflaster auf, aber das war vollkommen in Ordnung. Ich hatte ja schließlich genug dabei. Nachdem ich das Bad verlassen hatte, klebte ich schnell ein neues Pflaster drauf und das Eversense CGM System XL lief wieder.

Die Heilung verlief übrigens so super – das hätte ich bei meinem erhöhten HbA1c-Wert echt nicht erwartet. Die Strips, die eigentlich fünf bis sieben Tage den Schnitt zusammenhalten sollten, gingen nach vier Tagen ab und der Schnitt war tatsächlich schon verheilt. Keine Schmerzen, kein gar nichts. Ziemlich lustig ist das Gefühl, wenn ich den Smart Transmitter abnehme, beispielsweise zum Aufladen, und ich dann über meine Haut fühle: Man spürt dort tatsächlich den Sensor.

Gezeigt wird eine gut verheilte Wunde.
Und so sieht der kleine Schnitt nach ein paar Tagen aus – super gut verheilt nach kurzer Zeit. Zitat meines Arztes: „Der Edding verschwindet in ein paar Wochen.“

Während der täglichen Ladezeit meines Smart Transmitters wird die Haut schön eingecremt. Sie soll vom täglichen Pflasterwechsel nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Dafür verwende ich eine schnell einziehende Creme, denn danach hält das Pflaster auch noch bombenfest.

Im Klinikum musste ich das Eversense XL CGM System dann erst einmal „vorführen“. Gefühlt haben zehn begeisterte Ärzte und Schwestern über meine Haut getastet, um zu sehen wo der Sensor tatsächlich sitzt. Das ist ja auch für meine Diabetologin und mein Team alles Neuland.

Der Smart Transmitter sitzt am Arm.
Der Smart Transmitter in den ersten Tagen auf meinem Arm, darunter ein Wundpflaster.

Ein erstes Fazit

Schlussendlich bin ich echt begeistert von Eversense XL! Im Gegensatz zu anderen Sensoren ist er nicht für die Mülltonne, wenn man ihn mal aus Versehen abreißt. Außerdem vibriert er, statt nur zu piepen, wovon ich definitiv wach werde. Außerdem hält er einfach super lange. Im September muss ich wieder nach Schleswig fahren und ihn entfernen lassen. Bis dahin bin ich gespannt wie meine Dia-Sau,  Eversense XL und ich weiterhin die gemeinsame Zeit verbringen. Im nächsten Artikel erzähle ich euch über meine weiteren Erfahrungen mit Eversense XL im Alltag!