Fake News oder ein wahrer Kern: Diabetes-Mythen und Ernährung

Diabetes-Mythen auf dem Prüfstand

Sie halten sich hartnäckig, hin und wieder kommen auch neue hinzu: Mythen rund um Diabetes. Nehmen Sie mit uns fünf häufige Gerüchte zum Thema Ernährung bei Diabetes unter die Lupe.

  • Ein Mythos besagt, dass man von zu viel Süßigkeiten Diabetes bekommt

    Diabetes bekommt man von zu viel Süßigkeiten

    Vielleicht der Klassiker unter den Ammenmärchen über die "Zuckerkrankheit". Im Falle von Typ-1-Diabetes schlicht falsch, denn der hat gar nichts mit Ernährung zu tun. Aber auch bei Typ-2-Diabetes ist die Aussage noch lange nicht wahr: In der Regel ist das Zusammenspiel einer genetischen Veranlagung und Übergewicht der Krankheitsauslöser. Süßigkeiten spielen nur dann eine Rolle, wenn sie zu den überflüssigen Pfunden geführt haben. 

  • Schokolade soll bei Hypos helfen, besagt ein Mythos.

    Süßigkeiten helfen gegen Hypos – vor allem Schokolade

    Diese Ausssage ist ein klassisches Beispiel für Halbwissen: Wer bemerkt, dass er in eine Unterzuckerung rutscht, sollte rasch mit schnell wirkenden Kohlenhydraten gegensteuern. Süßigkeiten sind hier das Mittel der Wahl: Traubenzucker, Fruchtsäfte oder auch eine Cola sind besonders geeignet. Für Schokolade gilt das allerdings nicht: Sie enthält nämlich zu viel Fett, und dadurch steigt der Blutzucker nicht schnell genug. Übrigens: Um Unterzuckerungen rechtzeitig zu bemerken, ist das Eversense XL CGM System besonders empfehlenswert: Das System kann schon warnen, bevor die Glukosewerte zu stark abrutschen. Dank Vibrationsalarmen direkt am Arm klappt das auch, wenn das Handy mal nicht in der Nähe ist.

  • Laut eines Mythen dürfen bei Diabetes nur spezielle Lebensmittel gegessen werden.

    Bei Diabetes helfen spezielle Diätprodukte

    Ein klares "Nein". Der wahre Kern dahinter: Bis 2010 gab es gekennzeichnete Diabetikerlebensmittel in den Regalen der Supermärkte. Geholfen hat das vor allem den Geldbeuteln der Hersteller. Generell gibt es für Menschen mit Diabetes keine speziellen Diät- oder Lebensmittelempfehlungen. Grundsätzlich gelten für Ernährung bei Diabetes dieselben Empfehlungen, wie für die Allgemeinbevölkerung.

  • Vegan oder vegetarisch sei nichts für Menschen mit Diabetes, besagt ein Mythos.

    Vegane & vegetarische Ernährung: Nichts für Menschen mit Diabetes

    Das stimmt nicht, und es gibt vermehrt Hinweise, dass sogar das Gegenteil der Fall ist. Zunächst kann vegetarische und vegane Ernährung dazu beitragen, bewusster zu essen und stärker auf die Auswahl der Lebensmittel zu achten. Gesund sind beide Ernährungsweisen vor allem, wenn sie abwechslungsreich sind, fehlendes Eiweiß zum Beispiel durch Hülsenfrüchte, Sojaprodukte oder Gemüse ersetzt wird.

    Weniger gesättigte Fettsäuren, dafür komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe: Vegane Ernährung hat vielleicht sogar positive Effekte auf bestehenden Diabetes. Das Diabetesrisiko von Veganern und Vegetariern ist nachgewiesen geringer. Erfahren Sie hier mehr zu veganer Ernährung bei Diabetes.

  • Alkohol sei für Menschen mit Diabetes tabu.

    Menschen mit Diabetes dürfen keinen Alkohol trinken

    Doch, dürfen sie – wie bei allem gilt nur eben auch für Alkohol und Diabetes: Maßvolles Genießen ist Trumpf. Wichtig ist, auf den Blutzuckerspiegel zu achten, denn bis zu 30 Stunden nach dem Alkoholgenuss kann es zu Unterzuckerungen kommen. Die Getränkeauswahl spielt ebenfalls eine Rolle: Trockene Weine und extratrockene Sektsorten sind empfehlenswerter als Cocktails & Co. Letzteres hat viele schnell wirksame Kohlenhydrate und der Blutzuckerspiegel geht rasch in die Höhe. Wenn Sie gerade auf Ihr Gewicht achten wollen, sind die Kalorien im Alkohol zu beachten: Bier zum Beispiel sollte dann eher gemieden werden.